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Internationaler Tag gegen Rassismus Protest mit Heulsirenen und Trillerpfeifen

Der Montag war ziemlich laut in Bayern. Zum internationalen Tag gegen Rassismus wurde vielerorts gelärmt - immerhin auch mit Musikinstrumenten. Die zentrale Kundgebung war in München.

Von: Antje Dörfner und Birgit Grundner

Stand: 21.03.2016

Mehr als 1.000 Teilnehmer haben sich in München zur Kundgebung auf dem Odeonsplatz vor der Feldherrnhalle versammelt. Dorthin waren die Demonstranten mit Trommeln, Trillerpfeifen und Heulsirenen gezogen. Der Protest richtete sich unter anderem gegen die fremdenfeindliche Pegida.

Auch in anderen Städten in Bayern fanden Aktionen gegen Rassismus statt, von Ansbach über Kaufbeuren bis Würzburg.

"Lauter sein gegen Rassismus": Mit diesem Motto wollten die Veranstalter Lauterkeit -  also Anständigkeit - mit Lautstärke verbinden. Laute Musikinstrumente waren also erwünscht, um dann gemeinsam ein starkes Signal des Respekts zu setzen gegen gewalttätige und rassistische Angriffe, wie es sie fast täglich gibt. Gerade jetzt, wo Rassismus wieder salonfähiger werde, sei es wichtig, Zeichen zu setzen, meinten viele Teilnehmer.

Den Pegida-Demonstranten entgegen

Rassistische Tendenzen werden "mehr und mehr", stellte auch Hamado Dipamo vom Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern fest. Deshalb wolle man "lauter werden gegen Rassismus" – lauter auch als die Pegida-Demonstranten, die wie jeden Montagabend durch die Innenstadt marschierten, ebenfalls in Richtung Feldherrnhalle.

Gerade an diesem Tag wolle man den Menschen, die rassistisch hetzen, hier keinen Platz geben, sagte Dipamo. Nükhet Kivran vom Münchner Ausländerbeirat betonte, dass Flüchtlinge "herzlich willkommen in unserem Land" seien.

"Wir sind auch ein Wohlstandsland, und daraus ein Jammerland zu machen, das dürfen wir niemals erlauben."

Nükhet Kivran, Münchner Ausländerbeirat

Gegen alltägliche Angriffe

Veranstaltet wurden die Kundgebungen unter anderem vom Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern und der Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns.

"Rassismus geht uns alle an", so die Veranstalter in ihrem Aufruf. Fast täglich gebe es Aktionen und Kundgebungen von rechtsextremen und populistischen Gruppierungen, Angriffe auf Asylunterkünfte, Gewalttaten und rassistische Angriffe gegen Flüchtlinge und Migranten, Menschen mit dunkler Hautfarbe, Sinti und Roma, Juden und Muslime.

Gleichzeitig gebe es auch diejenigen, die nicht bereit seien, Alltagsrassismus und rassistische Gewalt hinzunehmen, die Solidarität und Engagement zeigten.

"Wir sind überzeugt, dass nur ein von Fairness, Ehrlichkeit, Toleranz und Respekt getragenes Engagement gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung nachhaltige Wirkungen erzielen kann. Denn die Würde jedes einzelnen Menschen ist unantastbar."

Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern e.V.

Im Gedenken an blutig niedergeschlagene Anti-Apartheid-Demo

Der 21. März wurde 1966 von den Vereinten Nationen zum "Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung" ausgerufen. Hintergrund ist, dass am 21. März 1960 im südafrikanischen Sharpeville eine friedliche Demonstration wegen eines Apartheid-Gesetzes stattfand und blutig niedergeschlagen wurde. 69 Menschen wurden dabei getötet.


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