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Höchste Sicherheitswarnstufe "Bedeutende Festnahme" nach dem Terroranschlag in London

Einen Tag nach dem Bombenanschlag in der Londoner U-Bahn mit 30 Verletzten hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Trotzdem bleibt die höchste Sicherheitswarnstufe für London bestehen.

Von: Jens-Peter Marquardt

Stand: 16.09.2017

Die Polizei erklärte, sie habe im Hafenbereich von Dover einen 18 Jahre alten Mann im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn festgenommen. Weitere Einzelheiten teilte der Polizeisprecher mit Rücksicht auf die weiteren Ermittlungen zunächst nicht mit, sprach aber von einer bedeutsamen Festnahme.

Auf dem Weg nach Frankreich?

Hafengegend von Dover

Von Dover aus fahren die Fähren über den Kanal ins französische Calais. Gut möglich, dass sich der Festgenommene auf diese Weise aus Großbritannien absetzen wollte. Seit der vergangenen Nacht gilt im ganzen Land die höchste Sicherheitswarnstufe „kritisch“.  

"Eine weitere Attacke könnte bevorstehen."

Theresa May, Britische  Premierministerin

IS kündigt weitere Taten an

Im Internet hatte sich der sogenannte Islamische Staat zu dem Anschlag bekannt und weitere Taten angekündigt.

Die höchste Sicherheitswarnstufe war zuletzt nach dem Anschlag auf das Ariana Grande-Konzert in der Manchester Arena im Mai verhängt worden, bei dem 23 Menschen starben. Später war diese Sicherheitsstufe  aber wieder gesenkt worden.

Soldaten entlasten Polizisten

Die höchste Sicherheitsstufe bedeutet , dass jetzt etwa tausend Soldaten eingesetzt werden, um Plätze und Gebäude zu schützen und die Polizei zu entlasten. Scotland-Sprecher Mark Rowley erklärte, dadurch könnten mehr Polizisten bei der Jagd nach dem oder den Tätern eingesetzt werden.

U-Bahn fährt wieder

Nach dem Anschlag in Parsons Green

Die Polizei hat ihre Präsenz auf den Bahnhöfen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln verstärkt. Die U-Bahn-Station Parsons Green, wo sich der Anschlag ereignete, ist wieder geöffnet. Busse und Bahnen fahren wieder wie gewohnt.

Knapp an der Katastrophe vorbei

Experten erklärten, die Londoner hätten noch Glück im Unglück gehabt: Der Sprengsatz habe nur gebrannt, sei aber nicht detoniert.

"Wir hatten Glück, dass es nicht funktioniert hat."

  Chip Chapman, ehemaliger Chef der britischen Terrorabwehr

Lokalderby findet trotzdem statt

Premierministerin Theresa May rief die Briten auf, wachsam zu sein, aber ihr Leben weiter so wie gewohnt zu führen. Der Fußballclub FC Chelsea hat sein Stadion, dass neben der U-Bahn-Station Parsons Green liegt, heute geschlossen. Der Fanshop bleibt zu, es gibt auch keine Stadionführungen. Das Prestige-Duell gegen den Londoner Rivalen Arsenal soll morgen aber stattfinden. Der Club hat die Fans aufgerufen, eine Stunde früher zum Stadion zu kommen – wegen der erhöhten Sicherheitskontrollen.

Trumps Tweet sorgt für Ärger

Die britische Politik ist derweil immer noch verstimmt über den US-Präsidenten Donald Trump. Er hatte schon kurz nach dem Anschlag auf Twitter geschrieben, die Täter seien Scotland Yard bekannt gewesen.

"Es ist niemals eine gute Idee, laufende Ermittlungen zu kommentieren. Politiker sollten die Sicherheitskräfte nicht bei ihrer Arbeit stören. Das war sicherlich nicht der hilfreichste Tweet."

Ben Wallace, britischer Innenstaatssekretär


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