6

Tag der Archive 2016 Mobilität im Wandel

Unter dem Motto "Mobilität im Wandel" nahmen überall in Deutschland mehr als 300 Archive am "Tag der Archive" teil. In Bayern präsentierten unter anderem die Staatsarchive in München, Amberg, Coburg und Würzburg ihre Schätze - und auch der BR.

Von: Alex Brutscher

Stand: 06.03.2016

"Archive sind als Gedächtnis der Gesellschaft unverzichtbar", stellt das Bayerische Wissenschaftsministerium fest. Ihre Aufgabe sei es, originale und einmalige Zeugnisse menschlichen Lebens aufzubewahren, zu erschließen, bereitzustellen und so vor dem Vergessen zu sichern.

"Die Aufgaben der Archive haben sich in den jüngsten Jahren spürbar gewandelt. Neben die Rolle des Bewahrens und Archivierens sind die Öffentlichkeitsarbeit und historisch-politische Bildungsarbeit getreten. Auch die Landesgeschichts- und die Heimatforschung sind ohne leistungsfähige moderne Archive nicht denkbar."

Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle

Wichtiger Beitrag zur Sozial- und Alltagsgeschichte?

Schließlich, so das Ministerium weiter, sammelten Archive nicht nur wertvolle Quellen aus der bayerischen und deutschen Geschichte wie Kaiser-, Herzogs- und Königsurkunden, sondern auch Schriffttum und Dokumente zur Sozial- und Alltagsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA) möchte mit dem Tag der Archive die Aufmerksamkeit auf die gesellschaftlichen Funktionen der Archive lenken und dazu beitragen, dass diese stärker wahrgenommen werden. Hier eine Auswahl von Veranstaltungen in Bayerns Regionen:

Oberpfalz

Das Staatsarchiv Amberg präsentierte, am Samstag Quellen zu Kaiser Karl IV. und der Oberpfalz. In Regensburg lud das Spitalarchiv zu einem Tag der offenen Tür ein.

Oberbayern

"Erinnern und Entdecken" - das ist das Motto des Beitrags der Münchner Archive; insgesamt sind 24 von ihnen beteiligt. Das Staatsarchiv München zum Beispiel zeigte am Samstag eine Ausstellung zum Thema: "Am Rand der Geschichte. Münchner Bürger erzählen."

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv bot unter anderem Lese- und Interpretationshilfen für private Schriftstücke, die die Besucher mitbrachten.

Auch der Bayerische Rundfunk lud am Samstag ins BR-Hochhaus an der Arnulfstraße ein. Das Schwerpunktthema in diesem Jahr war die Mediendigitalisierung. Auf dem Programm standen Führungen durch Bildarchiv, Schallarchiv, Historisches Archiv, Notenarchiv und Führungen, die die Digitalisierung von Papier und Audiomaterial veranschaulichten. Würde man alles durchhören wollen, man wäre 35 Jahre 24 Stunden am Tag beschäftigt.

"Wir haben von unseren 350.000 Tonbändern inzwischen 310.000 digitalisiert - und jetzt werden wir das Fernseharchiv digitalisieren [...] Das bedeutet, dass wir den täglichen Input bewältigen müssen und noch rückwärts arbeiten müssen. Das ist ganz schön viel Stoff."

Klaus Weisenbach, Archivar beim BR

Oberfranken

Das Staatsarchiv Coburg bietet am Montag eine Feierabendführung an.

Mittelfranken

In Nürnberg stellte sich das Stadtarchiv vor. Besucher konnten sich zum Beispiel frühe Fotografien aus Nürnberg anschauen. Zudem gab es Führungen zu den Themen "Restaurierung und Bestandserhaltung" sowie "Von Karl IV. bis zur Städtepartnerschaft".

Schwaben

Das Stadtarchiv Memmingen erweitert seine Webseiten, um bedeutende Quellen aus der Memminger Stadtgeschichte der regionalen und überregionalen Forschung zur Verfügung zu stellen - darunter die Übertragung der Benninger Wunderhostie vor 800 Jahren, die Neuordnung und Erschließung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inkunabel- und Handschriftenabteilung sowie die Stammbücher der Memminger Meistersinger.

Unterfranken

Das Staatsarchiv Würzburg gewährte einen Einblick in die "Würzburger Stadtgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart" und gab Tipps für Recherchen von Grundstücks- und Bauplanfragen.


6

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Tommy, Samstag, 05.März, 09:26 Uhr

1.

"Wer sich nicht seiner Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen." (1905; George Santayana, 1863-1952, spanischer Philosoph)