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Einigung der Koalition Studiengebühren werden abgeschafft

Die Studiengebühren in Bayern werden zum Wintersemester 2013/2014 abgeschafft. Die schwarz-gelbe Koalition hat damit ihren monatelangen Streit über die Abschaffung der Beiträge endgültig beigelegt.

Stand: 24.02.2013

Die Studiengebühren werden durch einen Beschluss des Landtags abgeschafft. Damit kann die CSU im Parlament unabhängig von der FDP für die sofortige Abschaffung der Gebühren stimmen, ohne dass der Bruch der Koalition droht.

Der Koalitionsbeschluss

Abstimmung

Die Abstimmung im Landtag über die Abschaffung der Studiengebühren wird freigegeben. Damit kann die CSU unabhängig von der FDP für das sofortige Aus stimmen, ohne dass der Bruch der Koalition droht.

Neues Gesetz

In einem Bildungsfinanzierungsgesetz wird geregelt, dass den Hochschulen die wegbrechenden Einnahmen komplett erstattet werden. 219 Millionen Euro werden dafür im Doppelhaushalt 2013/14 bereitgestellt.

Beruf

Für angehende Meister soll es von September 2013 an einen «Meisterbonus» in Höhe von 1000 Euro pro Kursteilnehmer geben. Und angehende Altenpfleger, Kinderpfleger und Erzieher sollen künftig nirgendwo mehr Schulgeld bezahlen müssen. Kostenpunkt: 52 Millionen Euro im Doppelhaushalt.

Kleinkinder

Für dieFrühkindelich Bildung werden 150 Millionen Euro bereitgestellt: 125 Millionen für eine "Qualitätsoffensive" in Vorschule und Grundschule sowie 25 Millionen Euro, um damit die Gebühren im zweiten Kindergartenjahr um 50 Euro zu senken.

Ausgleich für Unis

Die Hochschulen sollen einen vollständigen finanziellen Ausgleich bekommen. In einem Bildungsfinanzierungsgesetz werden der Ausgleich für die Hochschulen und eine stärkere Förderung der frühkindlichen Bildung geregelt. Die Parteien vereinbarten zudem eine zusätzliche Schuldentilgung in Höhe von 480 Millionen Euro. Seehofer betonte, die finanzpolitische Solidität des Freistaats habe oberste Priorität. Die Koalition habe sehr sachorientiert verhandelt und sehr gute Lösungen gefunden. Er sei zufrieden. Auch Bayerns FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bezeichnete das Treffen als sehr konstruktiv. Ihre Partei könne angesichts des erzielten Ergebnisses auf die Forderung nach einem Volksentscheid zur Zukunft der Studiengebühren verzichten.

Das Verhandlungsergebnis vom Samstag muss noch vom Landesparteitag der FDP in einer Woche gebilligt werden. Erst danach ist ein möglicher Bruch der bayerischen Koalition endgültig vom Tisch. Leutheusser-Schnarrenberger zeigte sich sehr zuversichtlich, dass die Basis den Kompromiss mitträgt. Die Kosten für das gesamte Bildungspaket dürften in dreistelliger Millionenhöhe liegen.

Die Finanzierung bleibt unklar

Strittig war zwischen den beiden Koalitionspartnern lange, wie das Paket finanziert werden soll. FDP-Fraktionschef Thomas Hacker hatte am Mittwoch gefordert, das Bildungspaket über Einsparungen quer durch alle Ressorts zu finanzieren. CSU-Fraktionschef Georg Schmid hingegen erklärte, die Frage von Umschichtungen im Haushalt stelle sich aktuell nicht. Man könne auf "vorhandene Mittel" zurückgreifen.

An dem Treffen in der Staatskanzlei nahmen für die CSU neben Ministerpräsident Horst Seehofer auch Fraktionschef Georg Schmid und Finanzminister Markus Söder teil. Für die FDP waren Landeschefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Fraktionschef Hacker in der Staatskanzlei dabei.

Abschaffung nach langem Streit

Kritik an der Entscheidung

SPD-Spitzenkandidat Christian Ude zeigte sich mit der Einigung grundsätzlich zufrieden, meinte aber, "dass das Bündnis von CSU und FDP am Ende ist". Er sprach von "Geldgeschenken" und "Erpressung". Auch SPD-Fraktionschef Rinderspacher sprach von Wahlgeschenken und erklärte, CSU und FDP seien die Antwort schuldig geblieben, was der Kompromiss koste. Die Jungen Liberalen (JuLis) hatten bis zuletzt versucht, die Parteispitze am Umfallen zu hindern. Es sei nicht tragbar, einen Kompromiss mit zusätzlichen Mitteln zu finanzieren, so die JuLis. Zudem dürfe die Koalition "keine Angst vor einem demokratischen Volksentscheid haben", sagte der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Matthias Fischbach. Den angedrohten Koalitionsbruch der CSU bräuchte die FDP nicht zu fürchten.


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Micha, Montag, 25.Februar, 13:58 Uhr

29.

Warum soll die Allgemeinheit bzw.ich jemanden die Ausbildung bezahlen?
Wenn jemand Jurist werden will, was interessiert mich das!
Wir haben 150 tsd. Juristen aber nur 15 tsd. Bäckermeister.Der Bäckermeister muss seine Ausbildung selber bezahlen.Ich brauche überhaupt keine Akademiker.

Christel, Montag, 25.Februar, 11:50 Uhr

28. Kostenlos

Hallo,

ich bin über den Link von tagesschau.de hierher gelangt. Dort wirbt man für diesen Artikel mit der Schlagzeile "Studieren in Bayern künftig wieder kostenlos". Der Redakteur, der sich dies ausdachte, hat wohl selbst nicht studiert. Natürlich werden trotzdem noch Semesterbeiträge und Beiträge zum Semesterticket fällig, mal ganz abgesehen von den Lebenshaltungskosten und den Kosten für das erfolgreiche Absolvieren des Studienganges. Oder haben Sie versucht, ein Studium OHNE Laptop etc. zu überstehen?

Diese Schlagzeile ist billige Stimmungsmache á la Bild: die Studenten können sich auf Kosten der Steuerzahler ein schönes Leben machen. Willkommen am Stammtisch.

Moe, Sonntag, 24.Februar, 19:10 Uhr

27. Schön, aber leider

ändert das nichts am Grundproblem. Kaum ein Kind aus einer sogenannten Arbeiterfamilie geht an die Uni. Übrigens ein deutsches Problem, wird immer wieder von der OECD bemängelt.

Das liegt nicht allein an der Schule, nicht allein an den Eltern und nicht allein an den Medien usw. Aber klar ist, dass in Deutschland wesentlich weniger Menschen entsprechend ihren Begabungen ausgebildet werden, als anderswo.

Das ist schade, denn damit tun die Menschen später Dinge die ihnen weniger Spaß machen, weniger liegen und die sie schlechter können, als möglich wäre.