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Studie zu Datensammlung "Friss oder stirb" beim Kleingedruckten

Geht es um Gesundheit, Verkehrsanalysen und personalisierte Angebote, bietet Datenspeicherung viele Vorteile. Die Mehrheit der Deutschen sieht sie laut einer Studie des Vodafone-Instituts jedoch kritisch. Zu groß ist die Angst vor dem Verlust der Privatsphäre.

Von: Sebastian Hofmann

Stand: 18.01.2016

Server mit Netzkabel | Bild: picture-alliance/dpa

Als ständiger Begleiter beim Herunterladen von Apps und Programmen sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (kurz: AGB) vielen Verbrauchern ein Begriff und ein Dorn im Auge. Oft sind sie unübersichtlich geschrieben und mit allerlei Kleingedrucktem versehen. Es gibt keine Möglichkeit, nur einzelnen Punkten der AGB zuzustimmen. Bei vielen Nutzern sorgt das für Frust. Über 75 Prozent aller Deutschen fordert deshalb eine einfachere und klarere Sprache sowie kürzere und verständlichere AGB.

"Wir haben zur Zeit oft die Situation 'Friss oder Stirb': Entweder du stimmst den AGB voll zu oder du kannst den Dienst nicht nutzen. Du kannst nicht teilzustimmen, du kannst nichts ändern."

Frederik Richter, Vorstand Stiftung Datenschutz 

Mehrheitlich kritische Einstellung zur Datenspeicherung

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Big Data" des Vodafone-Instituts. In über acht europäischen Ländern haben die Forscher mehr als 8.000 Telefoninterviews geführt und die Teilnehmer befragt, unter welchen Umständen sie bereit wären, ihre Daten zu teilen. Dabei ging es um die Teilbereiche "Wissen", "Vertrauen", und  "Einstellung". Insgesamt kommt die Studie dabei zu einem negativen Fazit: Rund 62 Prozent der Deutschen sehen in der massenhaften Datensammlung mehr Nachteile als Vorteile.

Vertrauen in Institutionen bezüglich der Nutzung persönlicher Daten 

Was ist Big Data?

Der Begriff "Big Data" bezeichnet die massenhafte Sammlung persönlicher Daten. Unternehmen erstellen mit diesen Informationen individuelle Nutzungs- und Konsummuster und können ihr Angebot so speziell auf unterschiedliche Verbrauchergruppen zuschneiden.

Ob persönliche Daten weitergegeben werden, hängt vor allem davon ab, von wem und wofür die Daten verwendet werden: Fast die Hälfte der Deutschen vertraut hier vor allem Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern und Arztpraxen. Auffallend unsicher sind sie sich hingegen bei Telekommunikationsanbietern (mit nur 15 Prozent Zustimmung) und Versicherungsunternehmen (mit 18 Prozent Zustimmung). Auch das Vetrauen in den Staat ist gering: Weniger als 24 Prozent aller Befragten wissen genau, was die Regierung mit ihren Daten macht. Nur 19 Prozent der Deutschen würden dem Staat ihre personenbezogenen Daten ohne Bedenken geben.

Forderung nach Transparenz

"Um einen Dienst mit einem guten Bauchgefühl nutzen zu können, braucht es Vertrauen."

Frederik Richter, Vorstand Stiftung Datenschutz

Um Vertrauen zu schaffen und Kunden an die Unternehmen zu binden, braucht es mehr Einfachheit und Transparenz. In Zukunft könnten etwa personalisierte Datenspeicherungs-Apps für mehr Klarheit sorgen. Je nach Sicherheitseinstellung blockieren sie bestimmte Programme und schützen so die Privatsphäre des Nutzers.

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