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HRE-Prozess geht weiter Ex-Chef der Hypo Real Estate weist Anklage scharf zurück

Im Strafprozess wegen Bilanzfälschung geht der angeklagte frühere Chef der Skandalbank Hypo Real Estate (HRE) zum Gegenangriff über. "Die HRE ist von außen zerstört worden", sagte der ehemalige Banker Georg Funke vor dem Landgericht München.

Von: Rigobert Kaiser

Stand: 21.03.2017

Der ehemalige HRE-Bankchef Georg Funke sitzt am 20.03.2017 in München (Bayern) auf seinem Platz auf der Anklagebank des Landgerichts München I. Die Staatsanwaltschaft wirft Funke vor, Bilanzen der Bank Hypo Real Estate (HRE) in der Krise 2008/09 geschönt zu haben.  | Bild: picture alliance / Peter Kneffel/dpa

"Fakt ist, dass die HRE-Gruppe, wenn sie nicht von außen beschädigt worden wäre, die Liquiditätskrise überstanden hätte."

Ehemaliger Banker Georg Funke

Die im Jahr 2008 zusammengebrochene Immobilienbank habe sich bis zuletzt nicht in einer Notlage befunden, sagte Funke. Der frühere Vorstandschef wehrte sich damit gegen den Anklagevorwurf, er habe die Lage der HRE vor dem Zusammenbruch zu positiv dargestellt. Die Anklageschrift enthalte sachliche Fehler. Der heute 61-Jährige äußerte sich damit erstmals seit vielen Jahren wieder öffentlich zur Pleite der HRE.

"Geordnete Abwicklung"

Die Münchner Immobilienbank war im Jahr 2008 in der Finanzkrise zusammengebrochen und vom Staat mit Milliardenhilfen gerettet worden. Der damalige Finanzminister Peer Steinbrück sprach seinerzeit von einer "geordneten Abwicklung". Funkes Verteidiger Wolfgang Kreuzer vertritt laut Reuters die Ansicht, die staatliche Rettung sei inszeniert worden, um das Vertrauen in das Bankensystem zu stärken. Funke ging zu Beginn seiner Erklärung nicht auf die Rolle des SPD-Politikers ein. Die Staatsanwaltschaft wirft Funke und seinem mitangeklagten früheren Finanzchef Markus Fell Bilanzfälschung vor. Sie hätten die desaströse Lage der Bank vertuscht. Fell hat den Vorwurf bereits zum Prozessauftakt am Montag zurückgewiesen.

Vorwurf der Bilanzmanipulation

Im Strafverfahren vor dem Landgericht München geht es laut Anklage der Staatsanwaltschaft um die Jahresbilanz 2007 und die Halbjahresbilanz 2008, die von Funke und seinem damaligen Finanzvorstand Fell manipuliert worden sein sollen. Im Fall einer Verurteilung drohen bis zu drei Jahre Haft.


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Udo Pablitschko, Dienstag, 21.März, 08:06 Uhr

1. So a Pech, ´s Geld is´"wech" ! "Herr Schulz" bitte handeln !


Funke und Konsorten in den Knast ? Ja gar nie nicht ! Die wollten doch nur spielen. Statt Global-Player GLOBAL-DEPPEN halt !
Und überhaupt: Schuld ist ja der STEINBRÜCK ! "A Saupreiss hoit wieda, der hot doch de total g´sunde HRE kaputt g´redt ! Der g´hört sofort ei´kast´lt" !!!