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Flughafen München Zufriedenheit bei den Startbahngegnern

Der designierte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will einem Zeitungsbericht nach erst nach der Landtagswahl über die dritte Startbahn entscheiden. Die Startbahngegner sprechen von einem Etappensieg. Sie wollen allerdings mehr.

Von: Birgit Grundner

Stand: 14.02.2018

Protest in Attaching gegen eine dritte Startbahn auf dem Flughafen München | Bild: BR/Max Hofstetter

Das Aktionsbündnis „aufgemUCKt“ und das Münchner Bündnis gegen die dritte Startbahn werten es als Erfolg der jahrelangen gemeinsamen Widerstandsarbeit "mit starken Argumenten“, dass der Ausbau zumindest erst einmal auf Eis gelegt werde.

Startbahngegner verlangen mehr

Nun müsse der nächste Schritt folgen, und die Ausbaupläne müssten logischerweise endgültig beerdigt werden, so die Forderung. Die Betroffenen in der Region bräuchten endlich Planungssicherheit und nicht nur wahltaktische Spielchen.

"Der neue Pilot muss seinen ersten Startvorgang mit einer Vollbremsung abbrechen."

Umweltpolitischer Sprecher der Landtagsgrünen, Christian Magerl.

Er fordert nun auch die Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses: Ohne diesen formalen Akt werde es Söder nicht gelingen, das Thema dritte Startbahn aus dem Wahlkampf herauszuhalten.

"Mit halben Sachen geben wir uns nicht zufrieden."

Umweltpolitischer Sprecher der Landtagsgrünen, Christian Magerl

Auch für Christian Hierneis, Vorsitzenden des Bund Naturschutz in Stadt und Landkreis München, sind die wahren Hintergründe von Söders Vorgehen "mehr als offensichtlich“. Es gehe nicht um irgendwelchen neuen Wege der Entscheidungsfindung.

"Es geht ausschließlich darum, dass eine Befürwortung der dritten Startbahn oder gar eine Entscheidung für die dritte Startbahn durch die Staatsregierung im Jahr der Landtagswahl der CSU bei der Landtagswahl noch herbere Verluste einbringen würde, als sie es sowieso schon befürchtet."

Vorsitzender des Bund Naturschutz in Stadt und Landkreis München, Christian Hierneis

Söder verschiebt offenbar Entscheidung

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" will der designierte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das Thema aus dem Wahlkampf heraushalten und aus strategischen Gründen erst einmal auf Eis legen. Es gebe keinen Zeitdruck, sagte er nach Angaben der Zeitung bei einem Treffen mit CSU-Politikern.

Als Ziel für eine Fertigstellung der dritten Start- und Landebahn peile Söder nun das Jahr 2025 an, hieß es. Erst 2021 müsste so mit dem Bau begonnen werden. Söder wollte den Bericht auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks indes nicht bestätigen.

Neue Linie in der CSU

Söder gilt als klarer Befürworter des Flughafen-Ausbaus. Die Landtags-CSU hatte eigentlich auf eine schnelle Umsetzung der zusätzlichen Startbahn gedrängt. Dem Bericht zufolge trägt aber nicht nur die Landtagsfraktion nun Söders Pläne mit, auch CSU-Kommunalpolitiker unterstützten die neue Linie. Dabei soll nicht über nur die dritte Startbahn geredet werden, sondern auch über die Verkehrsanbindung des Flughafens, über ein Konzept für die Anwohner sowie darüber, ob der Bund und die Stadt München ihre Flughafen-Anteile behalten wollen.


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Kommentare

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Karin, Mittwoch, 14.Februar, 15:42 Uhr

7. Die Zahlen rechtfertigen keinen Ausbau

Das Thema im Wahlkampf hält Söder wohl für zu unangenehm. Bitte liebe Startbahngegner aktiv bleiben und das Thema im Landtagswahlkampf hoch halten. Dass die Menschen in der Region derzeit schon zuviel Lärm und Dreck ertragen, die Lungenkrebsrate höher als anderswo ist , ist traurig genug. Lobbypolitik der CSU ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Bürger abwählen.

  • Antwort von Squareman, Mittwoch, 14.Februar, 17:24 Uhr

    Seit wann zählen fur die CSU und Soeder Zahlen? Fakten zählen und die werden, wenn kein Wunder geschieht, auch geschaffen. Das Wunder wäre wenn die CSU nicht stärkste Partei würde.

Wolf, Mittwoch, 14.Februar, 15:26 Uhr

6. Wahlfeiglinge verschweigen die Tatsachen

Wer Söder wählt wählt die Startbahn,die Skischaukel,Glyphosat,das 1000000. Industtriegebiet, das Steuerparadies und das üblich-dümliche mir san mir der cSU. Und wer die Alternative wählt hat das gleiche in braun und noch grusiger.

  • Antwort von Squareman, Mittwoch, 14.Februar, 17:20 Uhr

    Da tun sie jetzt aber dem Aiwanger und den FW unrecht, ich mag den Verein zwar auch nicht, aber braun sind die (noch?) nicht.

Erich, Mittwoch, 14.Februar, 15:16 Uhr

5. Startbahngegner zufrieden????

Was soll das für ein Quatsch sein?

Söder verschiebt die Entscheidung nach der Wahl!!!
Was dann kommt, dürfte doch selbst dem grössten Kasper klar sein!

Die Startbahn wird kommen und die Startbahngegner haben dann kein Druckmittel mehr!

Unglaublich ist für mich auch die Berichterstattung des BR zu dem Thema....
Verantwortliche, unabhängige Journalisten würden Söder auf die Füsse treten, weil er nicht vor der Wahl seine wahren Absichten kund tut!

Selim, Mittwoch, 14.Februar, 14:19 Uhr

4. die Erhöhung der Meeresspiegel wird viel schneller und schlimmer ausfallen, als

von Wissenschaftlern vorausgesagt.
Da muß man doch schier in den Flieger umsteigen, damit man keine nassen Füße kriegt.
Ich glaube, wer hier die dritte Startbahn durchdrückt, wird als Oberbulle ewig von den Industiellen und Billigurlaubsfliegern gefeiert.

Helmut, Mittwoch, 14.Februar, 13:04 Uhr

3. Wahlkampf

Im Wahlkampf geht es also nicht mehr um Themen wie die dritte Startbahn, sondern nur noch um Machterhalt und große Sprüche ?
Wozu wählen wir eigentlich noch ?
Will Herr Söder die zuletzt gestiegene Wahlbeteiligung wieder zurückfahren ? In der Hoffnung, daß die AfD-Wähler wieder frustriert zu Hause bleiben ?
Ich fürchte, das funktioniert nicht.
Wer sich wählen lassen will sollte eigentlich klar sagen, was er will.

  • Antwort von Squareman, Mittwoch, 14.Februar, 14:14 Uhr

    Soeders Standpunkt zur 3. Startbahn ist eigentlich klar, er will sie unbedingt. Er will sie nur aus dem Wahlkampf heraushalten um dann nach der Wahl Fakten zu schaffen. Soeder ist da ganz hart, für seine Interessen wird notfalls auch ein Naturschutzgebiet geopfert.