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SPD-Sonderparteitag in Berlin 100 Prozent für Martin Schulz

Martin Schulz ist auf dem SPD-Sonderparteitag per Akklamation auch offiziell als Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten nominiert worden. Unmittelbar zuvor hatten die Delegierten in Berlin Schulz mit dem Rekordergebnis von 100 Prozent zum neuen Parteichef gewählt.

Von: Claudia Steiner

Stand: 19.03.2017

Schulz erhielt damit das beste Wahlergebnis eines SPD-Chefs der Nachkriegszeit. Vor seiner Wahl an die Spitze der Sozialdemokraten hatte sich Schulz zuversichtlich mit Blick auf die Bundestagswahl im September gezeigt. "Die SPD ist wieder da, wir sind wieder da. Das ist eine gute Nachricht für die Menschen im Lande", sagte Schulz in seiner Rede.

Seit der Nominierung von Schulz durch den SPD-Vorstand Ende Januar haben sich die Umfragewerte der Partei deutlich verbessert. Die Sozialdemokraten liegen inzwischen wieder auf Augenhöhe mit der Union oberhalb von 30 Prozent. Den mehr als 13.000 Neumitgliedern, die der Partei in den vergangenen Wochen beigetreten sind, sagte Schulz: "Euer Enthusiasmus steckt uns alle an."

Rekordergebnis

100 Prozent der Stimmen hat in der Nachkriegszeit noch nie ein Parteivorsitzender der SPD erhalten. Bisher war Kurt Schumacher mit 99,71 Prozent im Jahr 1948 Rekordhalter. Alle 605 gültigen Stimmen wurden für Schulz abgegeben. Merkel war im Dezember mit nur 89,5 Prozent als CDU-Vorsitzende wiedergewählt worden.

Reaktionen zu Schulz-Ergebnissen

Grüne

"Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit Dir für ein weltoffenes und solidarisches Deutschland in einem vereinten Europa einzustehen. Nichts weniger steht zur Zeit auf dem Spiel und da ist uns das Gemeinsame näher als das Trennende."

Katrin Göring-Eckhardt und Cem Özdemir, Spitzenkandidaten der Grünen

CDU

"Wenn man mit Honeckers Erben eine Regierung bilden will, sind Wahlergebnisse mit 100% schon einmal eine gute Grundlage."

Sven Schulze, Generalsekretär der CDU in Sachsen-Anhalt und Europaabgeordneter

FDP

"Die Mittelschicht hat von Herrn Schulz nichts zu erwarten außer der alten, linken Leier."

Christian Lindner, FDP-Chef

Wahlprogramm erst im Sommer

Schulz bat die Partei um Verständnis, dass er konkretere Inhalte des Wahlprogramms erst im Sommer präsentieren will.

"Aber eines kann ich jetzt schon vorwegnehmen: Bei unserem Programm wird es um Gerechtigkeit, um Respekt und um Würde gehen."

Martin Schulz

So kündigte Schulz zum Beispiel an, dass die SPD mit einer vom Staat finanziell geförderten Familienarbeitszeit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern wolle. Zudem warnte er vor dem "Wahlkampfschlager" Steuersenkung. Vorgestellt werde das in zweijähriger Arbeit entstandene Regierungsprogramm dann Ende Juni bei einem weiteren Parteitag in Dortmund. Scharfe Kritik äußerte Schulz zudem an der AfD. Die AfD sei keine Alternative für Deutschland: "Nein, das ist eine Schande für die Bundesrepublik."

Schulz würdigt Gabriel

Schulz würdigte auch den scheidenden SPD-Chef Gabriel, der seinen Verzicht auf Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur erklärt hatte. Den eigenen Ehrgeiz zurückzustellen sei "eine große politische, vor allen Dingen eine große menschliche Leistung, die zeigt, was für ein besonderer Charakter du bist", sagte er an Gabriel gerichtet. Gabriel sagte, für ihn persönlich gebe es keinen Grund zur Melancholie. "Es ist toll, dieses Amt auszuüben, wenn ich auch als Protestant die Worte von Franz Müntefering nicht ganz nachvollziehen kann, dass es das schönste Amt nach dem des Papstes ist." Gabriel glaubt, es "dürfte der fröhlichste und optimistischste Übergang zu einem neuen Parteivorsitzenden sein, den unsere Partei in den letzten Jahrzehnten erlebt hat".


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Wagner N., Montag, 20.März, 06:17 Uhr

31. Einhundert Prozent

Seit jeher und das gilt auch heute noch: EIN DUMMES VOLK LÄSST SICH VIEL LEICHTER REGIEREN ! !
Soll heißen, dass der Großteil der Bevölkerung absichtlich keine Chance zu Bildung und Wissen hat, und das Verblöde- TV (sehr viel die Privaten) tragen gerne dazu bei.
Da könnt ihr jetzt Germany, Italien, USA und andere Staaten nehmen, da nimmt sich keiner was. 06:17

Onkel, Sonntag, 19.März, 21:08 Uhr

30. Schulz

Wir nähern uns immer mehr der ehemaligen DDR. Schulz übertrifft jetzt schon Honecker, der hatte immer nur um die 99,6%.

  • Antwort von Sozi, Sonntag, 19.März, 22:20 Uhr

    Jetzt reicht es mir mit der DDR !
    Was ist hier nur mit den Usern los ?
    Das grenzt ja schon an Paranoia.
    Bekommt ihr von der Wirklichkeit gar nichts mehr mit ?
    Wo lebt ihr, in einem abgeschlossenen Raum ?
    Bloß weil die SPD einmalig 100 % erreicht.
    Habt ihr alle die Vergangenheit vergessen, den ganzen Hick Hack, den es bei
    der SPD immer gegeben hat.
    Was geht bei euch nur ab ?

Udo Pablitschko, Sonntag, 19.März, 20:55 Uhr

29. Gerechtigkeit 100%ig ? Mit Schulz ? Ja, gar NIE NICHT !

"Umsteuern" und Steuergerechtigkeit, angekündigt von "Leuten" die doch selbst schon -berufsmäßig- von der Steuer-UN-GERECHTIGKEIT profitieren,
WIE SOLL DAS DENN GEHEN ???? DAS WIRD NIE NIX !!!

Das würde -"biblisch"- betrachtet ja heißen: DEN TEUFEL MIT BELZEBUB austreiben !

Obwohl - der Schulz hat ja nix zu befürchten: Sein Freund Schröder wird ihm -wenns mit der "KANZLER-SEILSCHAFT SCHIEF GEHT"-, bestimmt einen lukrativen Posten als Putins Gasverkäufer vermitteln können (GUTE FREUNDE KANN NIEMAND TRENNEN .....)

Und, "LIEBE ZIEMLICH MACHT-LOSE WÄHLER" immer daran denken: WER HAT EUCH VERRATEN? EX-KANZLER SCHRÖDER, SEIN FREUND HARZ UND NOCH EIN PAAR ANDERE SOZIALDEMOKRATEN !

Udo Pablitschko, Sonntag, 19.März, 20:27 Uhr

28. Wer zuletzt lacht, lacht am besten ! 100%ig !


Gratulation, Frau Merkel zum vorzeitigen, "alternativlosen" Wahlsieg ! Den 100%-Schulz putzen Sie doch locker weg ! Dann können Sie die Talfahrt der deutschen Sozialsysteme munter weiter betreiben !

Elke , Sonntag, 19.März, 19:55 Uhr

27. Eine Frage an alle fleißigen Kommentarschreiber.

Wer kennt den Unterschied zwischen der SPD und dem Eifelturm in Paris?

Der Eifelturm in Paris hat die größten Nieten unten.

Das gilt leider nicht nur für die SPD.

  • Antwort von Beistand für Sorgenkind, Sonntag, 19.März, 20:11 Uhr

    @ Elke kümmern sie sich um die AFD.
    Die hat ihren Beistand bitter nötig.