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Weder in der Hand noch auf dem Dach Der Spatz wird immer seltener

Zum Weltspatzentag am 20. März warnt der Landesbund für Vogelschutz: Der Spatz ist in Bayern stark bedroht. Vor allem in Großstädten und Stadtzentren ist er - anders als beispielsweise die Ringeltaube - kaum noch zu finden.

Von: Tina Wenzel

Stand: 19.03.2017

Haussperling auf einem Ast | Bild: picture-alliance/dpa/McPHOTO/M. Wulf

Der Haussperling findet in bayerischen Städten immer weniger Brutmöglichkeiten und Nahrung für die Jungvogelaufzucht, erklärt Lorena Heilmaier vom Projekt "Der Spatz als Botschafter der Natur" des Landesbunds für Vogelschutz (LBV). Seit 2016 steht der Spatz in Bayern sogar auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Brutvögel.

Population nimmt rasant ab

Hausspatzen auf einem Dach

In Bayreuth zum Beispiel sind mehr als ein Drittel weniger Spatzen als noch vor einem Jahr zu beobachten. Das zeigen erste Erhebungen des LBV. Vor allem mangelt es dem Spatz an geeigneten Nistplätzen. Als sogenannter Gebäudebrüter ist er auf Nischen und Hohlräume an Häusern angewiesen. Durch energetische Bauweisen und Fassadendämmungen bleibe für den Haussperling kaum noch Platz, mahnt Heilmaier. Auch bei der Nahrungssuche für die Jungvögel wird es schwieriger. Spatzen sind auf ein reiches Insektenangebot angewiesen. Doch in den städtischen Grünanlagen und Gärten sind immer weniger Insekten anzutreffen. Englischer Rasen und exotische Ziergehölze seien für die bayerischen Insekten nicht ansprechend, so die LBV-Spatzenexpertin.

Seit Jahrtausenden ein Freund des Menschen

Der Weltspatzentag wurde 2010 von der indischen Naturschutzorganisation "Nature Forever Society" ins Leben gerufen, da trotz des großen Verbreitungsgebiets der Spatzenbestand in vielen Ländern der Welt rückläufig ist. Dabei ist der Spatz eng mit den Menschen verbunden. Schon vor Jahrtausenden hat er sich dem Menschen angeschlossen und lebt seitdem in unserer Nähe.


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