21

Vorwurf Steuerhinterziehung Sparkassen beraten über Zukunft Fahrenschons

Die Regionalchefs der Sparkassenverbände beraten heute in Hannover ohne ihren Präsidenten Georg Fahrenschon über dessen Nachfolge. Die Wiederwahl des früheren bayerischen Finanzministers wurde wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung abgesagt.

Von: Felix Lincke

Stand: 14.11.2017

ARCHIV - Der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, spricht am 27.10.2016 während einer Festveranstaltung zum 25jährigen Bestehen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes in Potsdam (Brandenburg). (zu "Vorwurf der Steuerhinterziehung gegen Sparkassenpräsident Fahrenschon" vom 07.11.207) Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/Ralf Hirschberger

Offiziell will der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) seinem Präsidenten Georg Fahrenschon Zeit geben, sich gegen die Steuervorwürfe der Münchener Staatsanwaltschaft zu verteidigen. Seine Amtszeit geht noch bis Mai 2018. Doch die Regionalverbände der Sparkassen wollen so lange nicht warten. Da viele von ihnen den ehemaligen CSU-Minister Fahrenschon als mutmaßlichen Steuersünder für nicht mehr tragbar halten, streben sie eine schnellere Ablösung an.

DSGV-Vize Thomas Mang könnte als Sparkassenchef von Niedersachsen den Verband zunächst als Übergangspräsident führen. Möglich wäre auch ein neuer Quereinsteiger aus der Politik, dessen Posten aber erst nach dem Ende der Verhandlungen für eine Regierungskoalition in Berlin besetzt werden könnte.

"Riesendummheit", aber keine Steuerhinterziehung

Der frühere bayerische Finanzminister Fahrenschon dachte bisher nicht an Rücktritt. Er räumte aber ein, seine Steuererklärungen für 2012 bis 2014 verspätet beim Finanzamt abgegeben zu haben, und sprach von einer "Riesendummheit". Es geht um Nebeneinkünfte, die er als Sparkassenpräsident zunächst nicht angegeben hatte, weshalb eine Strafzahlung fällig wurde.


21

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Gerald Kley, Dienstag, 14.November, 12:57 Uhr

1. vom Strafttäter zum Steuersünder-die Macht der Sprache

Steuervergehen werden strafrechtlich geahndet. Die oft zu bemerkende Verharmlosung dieses Umstandes in der medialen und damit öffentlichen Darstellung beginnt schon mit der moralischen Abstufung zum ,,Steuersünder''! Soll so eine mildernde Betrachtungsweise bis hin zum stillen Einvernehmen aller Steuerhinterzieher erreicht werden? Die Aussage ist doch, daß jeder, der seine steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bis in den Graubereich zum Ungesetzlichen ausdehnen möchte, Verständnis der Allgemeinheit erwarten darf?! Die Erfolgreichsten beim Volkssport Steuervermeiden zählen sich auch noch selbst zur Elite. Zynismus pur. Auf der Strecke bleiben Integrität, Vorbildwirkung und ein verbindliches Miteinander. Strauss, Kohl, Schäuble, Kanter sind in diesem Zusammenhang bekannte Namen. Ob Partei, Firma oder privat. Alles kommt auf dieser schiefen Ebene ins Rutschen. Der Bürger reibt sich die verwundert bis angewidert seine Augen.