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Gesetzliche Krankenkassen Versicherten drohen höhere Beiträge

Gut verdienende Arbeitnehmer müssen ab kommendem Jahr etwas höhere Sozialabgaben zahlen. Aber auch auf alle anderen dürften steigende Beiträge bei der gesetzlichen Krankenversicherung zukommen.

Von: Achim Wendler

Stand: 14.10.2015

 Ein Stethoskop liegt auf Geldscheinen | Bild: colourbox.com

Die Deutschen verdienen mehr - also sollen sie auch mehr für ihre Sozialversicherung bezahlen: Das Kabinett hat die Beitragsbemessungsgrenzen angehoben. Was man jenseits dieser Grenze verdient, dafür muss man keine Beiträge mehr zahlen. Auswirken wird sich das für Gutverdiener.

Ein Beispiel: Die Bemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung liegt derzeit 4.125 Euro pro Monat - wer das oder mehr verdient, zahlt durchschnittlich gut 338 Euro Krankenversicherung. Künftig liegt die Bemessungsgrenze 112 Euro höher. Damit steigt der durchschnittliche Höchstbeitrag zur Krankenversicherung um neun Euro; durchschnittlich deshalb, weil jede Kasse selbst entscheidet, wie viel Beitrag sie verlangt. Ähnlich ist es bei der Renten- und der Arbeitslosenversicherung: Die Bemessungsgrenzen steigen.

Krankenkassenbeiträge dürften um 0,2 Prozent steigen

Die Krankenversicherung dürfte allerdings noch teurer werden, und zwar für alle, nicht nur für Gutverdiener. Denn: Die Krankenkassen brauchen Geld, ihre Ausgaben dürften nächstes Jahr ein paar Milliarden über den Einnahmen liegen - darum werden sie wohl die Beiträge erhöhen: Um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte, wie der sogenannte "Schätzerkreis“ beim Bundesversicherungsamt jetzt ausgerechnet hat. Das hieße für jemanden mit 4000 Euro Gehalt: acht Euro mehr für die Krankenversicherung.

Dieser Anstieg wird über den sogenannten Zusatzbeitrag finanziert, den die Arbeitnehmer allein schultern müssen. Dieser liegt dann künftig bei durchschnittlich 1,1 Prozent. Den allgemeinen Beitrag von 14,6 Prozent teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte. Hintergrund ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen seit 1. Januar wieder über einen Teil der Beiträge selbst bestimmen können. Dazu wurde der bisherige allgemeine Beitrag um 0,9 Punkte auf 14,6 Prozent gesenkt. Auf diesem Niveau ist es den Kassen dann möglich, einen Zusatzbeitrag zu erheben, je nach eigener Kassenlage.


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Flo, Mittwoch, 14.Oktober, 18:08 Uhr

2. Es wird sich auch noch in naher Zukunft signifikant bemerkbar machen

dass mit den Flüchtlingen wesentlich mehr Leistungen von einer Anzahl von gleichbleibenden Beitragszahlern in Anspruch genommen werden.
Der Betrag wird in Bälde nochmal erhöht werden müssen.

  • Antwort von Robert, Mittwoch, 14.Oktober, 21:02 Uhr

    Ich stimme Ihnen vollends zu! Eines verwundert mich jedoch sehr bei der Kommentarfunktion beim Bayerischen Rundfunk, bei Themen, etwas abseits vom "Flüchtlingsgeschen" wird diese freigeschalten. Betrifft es jedoch Themen, die unmittelbar damit zu tun haben, gibt es keine Möglichkeit sich zu artikulieren, bzw. sie wird nach einigen sehr wenigen Kommentaren wieder entfernt. Mich stimmt dies Nachdenklich! Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
    Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

Tommy, Mittwoch, 14.Oktober, 16:21 Uhr

1.

Weg mit den Beitragsbemessungsgrenzen! Es gibt keine vernüftige Erklärung, warum jemand, der z. B. 4.000 EUR verdient genauso viel einzahlen muss, wie jemand mit z. B. 10.000 EUR.

  • Antwort von Wahlbürger, Mittwoch, 14.Oktober, 21:18 Uhr

    … es gibt aber auch keinen Grund, warum ein Alleinstehender dasselbe bezahlen soll wie ein Familienvater mit Ehefrau und 10 rotznasigen Sprößlingen.

    Deshalb: Weg mit der vom Schreckensduo Schmidt/Seehofer verordneten Zwangsversicherung für alle und hin zur personenorientierten Privatversicherung! Aber so eine Forderung paßt nicht in die DDR 2.0 der Mutti Merkel und ihres Gruselkabinetts. Leider. Und meine Forderung wird den Protest der hier im BR-Forum breit vertretenen Kommunistenriege hervorrufen, Ihren Protest sicher auch.