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Soziale Netzwerke Instagram: Software sagt Depression voraus

Dunkle Fotos, schwarz-weiß Motive, kaum Gesichter: Eine Depression lässt sich auf Instagram erkennen, das haben nun zwei Harvard-Forscher nachgewiesen. Das Bilder-Netzwerk könnte so die Früherkennung erleichtern.

Von: Christian Schiffer

Stand: 10.08.2017

Depressionen und social Media | Bild: picture-alliance/dpa

Die beiden Forscher haben eine Bilder-Erkennungs-Software geschrieben, die in 70 Prozent aller Fälle in der Lage ist, typische Merkmale einer Depression zu erkennen. Das Programm basiert auf den Erkenntnissen, die die Forscher in einer dreijährigen Studie gesammelt hatten. Demnach benutzen Menschen, die an einer depressiven Erkrankung leiden, Instagram anders als Gesunde.

Dunkel und schwarz-weiß

Der am häufigste verwendete Instagram-Filter bei Depressiven ist „Inkwell“ – und der macht aus einem farbenfrohen Bild eine schwarz-weiß Aufnahme. Wer an eine Depression leidet, postet generell dunklere Bilder, diese zeigen zudem seltener Menschen, außerdem posten Depressive insgesamt mehr auf Instagram als Menschen, die nicht unter der Krankheit leiden. Die Forscher erhoffen sich, dass ihre Erkenntnisse dazu beitragen, dass eine Depressionen in Zukunft frühzeitiger erkannt werden können.

Sensible Daten

Dass soziale Netzwerke Rückschlüsse auf psychische Erkrankungen ermöglichen, ist nicht neu. Facebook zum Beispiel testet in den USA gerade ein Tool, das in der Lage sein soll anhand von Signalworten und bestimmten Mustern zu erkennen, ob jemand suizidgefährdet ist. Das Projekt ist aber auch umstritten, denn auf diese Weise könnte der Facebook-Konzern so auch Zugriff bekommen auf besonders sensible Gesundheitsdaten.  Ob das Tool irgendwann nach Deutschland kommt, ist nicht bekannt. 

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