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Teure Ballungszentren Günstigere Mieten durch mehr Wohnungen

Die Mieten steigen, auch in den Großstädten Bayerns. Finanzminister Söder (CSU) kündigte an, neben einer möglichen Kappungsgrenze bei Mieterhöhungen, durch neue steuerliche Anreize die Bautätigkeit zu stimulieren.

Stand: 29.01.2013

Was das Thema Mietpreise betrifft, sagte Söder, es sei eine sogenannte Kappungsgrenze im Gespräch. "Somit könnten künftig die Länder selbst entscheiden, Mietpreiserhöhungen nicht in Höhe von 20 Prozent durchzusetzen, sondern deutlich drunter", so Söder. "Wir würden das sehr begrüßen." Sich alleine darauf zu konzentrieren, sei aber deutlich zu kurz gedacht. "Die beste Möglichkeit, die Mietpreise dauerhaft zu senken, ist durch Investitionen neuen Wohnraum zu schaffen." Daher wolle er die Initiative - "Wohnraum plus" - starten mit dem Ziel, mehr Investitionen in den Mietwohnungsbau zu bekommen und die Bautätigkeit zu stimulieren.

"Wir wollen die degressive Abschreibung für Mietwohnungsneubauten in Verdichtungsräumen ab 2014 wieder einführen. Bislang gibt es da bundesweit nur eine lineare Abschreibung von zwei Prozent. Bereits in den ersten 10 Jahren sollen so 40 Prozent Abschreibungsvolumen steuerlich geltend gemacht werden können - das ist eine Verdopplung gegenüber jetzt."

Markus Söder (CSU), bayerischer Finanzminister

Wohnungen sollen wieder gutes Investment sein

Hintergrund

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In den letzten Jahren seien Wohnungen kein gutes Investment gewesen, sagte Söder. Doch das soll sich nun wieder ändern. "Durch die degressive Abschreibung wird es einen wahren Boom am Wohnungsmarkt geben," prognostizierte Söder.

Bereits Mitte Januar hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) angekündigt, sich im Februar intensiv mit Wohnungsknappheit und Mieten in den Ballungsräumen zu beschäftigen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte zuletzt eine Erhöhung des Wohngeldes um mindestens zehn Prozent. "Fakt ist, dass die Mieten einschließlich der Energiekosten seit 2009, der letzten Erhöhung des Wohngeldes, erheblich gestiegen sind und im Jahr 2013 voraussichtlich weiter steigen werden", so Herrmann zur Nachrichtenagentur dpa. Auch die bayerische SPD trommelt für bezahlbare Mieten und will den sozialen Wohnungsbau wieder ankurbeln. Dafür sollen die Länder stärker aktiv werden.

Steigerung von 45 Prozent

Das Thema drängt. In Städten wie München sind die Mieten in manchen Stadtteilen für Normalverdiener bereits unbezahlbar. Gerade Familien und Menschen mit geringem Einkommen haben Probleme, eine günstige Wohnung zu finden. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hat bestätigt, dass das Mietpreisniveau in der Landeshauptstadt deutlich stärker als das verfügbare Einkommen steigt. Die Mieten stiegen im Zeitraum von 1995 bis 2012 um rund 45 Prozent, so der IVD.

München toppt alles

Momentan zahlt ein Mieter für eine Bestandswohnung in München 13,30 Euro pro Quadratmeter. Auch Bayerns zweitgrößte Stadt Nürnberg verzeichnet einen Anstieg an Einwohnern, weshalb auch die Nachfrage nach Mietwohnungen angezogen hat. Der Wohnungsmarkt in anderen bayerischen Städten wie Kempten, Passau und Rosenheim ist ebenfalls angespannt.

Der Mieterbund ist alarmiert: "Wir müssen in den Ballungszentren und Universitätsstädten bei Neuverträgen mit Mietpreissteigerungen von durchschnittlich 10 Prozent rechnen", so die Prognose von Verbandsdirektor Lukas Siebenkotten für 2013. Bei laufenden Mietverträgen dürfte das Plus im Durchschnitt bei 2 bis 3 Prozent liegen.


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DirkL, Dienstag, 29.Januar, 23:51 Uhr

2. Land Bayern und Stadt München hat kein Interesse an niedrigen Mieten

Die Politik hat kein Interesse an günstigen Mietwohnungen.
Vergleichen wir mal München (Mieten 12,30) mit Nürnberg (7,10). In München wird für Neuvermietungen 5,20 mehr bezahlt. Bei 700k Wohnungen und der Annahme, dass eine Durchschnittswohnung 60qm beträgt, nehmen Vermieter in München pro Monat 220 Mio EUR mehr ein. Bei einem Steuersatz von 40% erhält der Staat 87 Mio höhere Steuereinnahmen (pro Monat). Dazu kommen noch die hohen Einnahmen durch Grunderwerbssteuer (München leztes Jahr mehr als 100Mio).... Warum, frage ich, sollte der Staat dafür sorgen, dass in München die Mieten fallen?

Es wird prognostiziert, dass in den nächsten 10 Jahren 150.000 Menschen nach München ziehen werden. Das entspricht einen Bevölkerungszuwachs von über 10%. um das abzufangen müßten in München zirka 100.000 neuer Wohnungen enstehen, zusätzlich neuer Verkehrsinfrastuktur, neuen Schulen,... Ich glaube nicht, dass die bayrische und die münchner Politik willens und in der Lage sind, das zu stemmen.

Stattdessen pendeln hunderttausende jeden Tag von zum Teil Nürnberg nach München. Liebe Grüner Stadtrat: Habt Ihr mal die CO2 Bilanz der Zwangspendler berechnet?

Gerhard, Dienstag, 29.Januar, 17:17 Uhr

1. Mietpreisentwicklung

Die aktuellen Mietpreissteigerungen in den Ballungszentren kommen für die Politik so überraschend wie der Winter für die Autofahrer, die beim ersten Schnee noch mit Sommerreifen unterwegs sind. Dabei hatten wir alles schon einmal! Mitte der 90er Jahre, als Folge der Wiedervereinigung, wurden den Investoren planlos zig Milliarden an Steuergeldern hinterhergetragen. Als der Zwang zum Sparen immer größer wurde zog sich der Staat fast gänzlich vom Wohnungsbau zurück. Investoren wie Eigennutzern waren gleichermaßen betroffen. Auf den Hinweis zahlreicher Experten, dass man die leerstehenden Plattenbauten in den neuen Bundesländern nicht mit dem fehlenden bezahlbaren Wohnraum in den Ballungszentren aufrechnen darf folgten meist nur beschwichtigende Ausreden.
In der Wohnungswirtschaft wird schon seit Jahren spekuliert wann der Druck auf die Politik groß genug sein wird sich wieder mehr für den Wohnungsbau zu engagieren. Sicherlich auch aufgrund der kommenden Wahlen scheint die Politik nun gewillt wieder mehr Mittel für den Wohnungsbau bereitzustellen. Doch liebe Entscheidungsträger - es gibt nicht nur Großunvestoren, die mit den geplanten Förderungen ihre Renditen aufbessern. Denkt bitte auch an den Durchschnittsverdiener und an die Familien mit Kindern. Denen sollte man für die eigengenutzte Immobilie unbedingt wieder die Eigenheimzulage gewähren, die bei günstigeren Immobilien auf dem Land sicherlich geringer ausfallen könnte wie für die teuren Bauten in den Ballungszentren. Ein mehr an eigengenutzten Immobilien entlastet den Mietwohnungsmarkt.