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Gesundheitswesen So soll die Bürgerversicherung funktionieren, wenn es nach der SPD geht

Die SPD will mit der Bürgerversicherung ein neues, besseres System der Krankenversicherung für alle Bürger einführen. Mit dieser Forderung geht die Partei in die Gespräche über eine große Koalition. Wie soll diese Bürgerversicherung funktionieren, die die SPD fordert?

Stand: 08.12.2017

Geldscheine, Krankenkassenkarten, Paragraphen mit Äskulapstab | Bild: colourbox.com, picture-alliance.de / Montage: BR

"Das Ende der Zweiklassenmedizin mit dem Ziel einer Bürgerversicherung" ist für Natascha Kohnen ein zentraler Punkt in den Verhandlungen mit der Union über eine Regierungsbildung. Die Menschen wollten Lösungen für ihre Probleme direkt im Leben, sagte die bayerische SPD-Landeschefin und frisch gewählte stellvertretende Bundesvorsitzende im Rundschau-Magazin des BR Fernsehens.

Gesetzliche und private Krankenversicherungen zusammenlegen

Aber was genau meint die SPD, wenn sie eine Bürgerversicherung fordert? Kurz gesagt möchte die SPD die Trennung von privater und die gesetzlicher Krankenversicherung aufheben. Die neue Krankenversicherung, die „Bürgerversicherung“, soll offen sein für alle Versicherte, auch für Beamte und Freiberufler.

Alle Versicherten bekommen nach der Vorstellung der SPD dieselben Leistungen bei besserer Qualität. Die Ärzte rechnen ihre Honorare nach einheitlichen Sätzen ab - anders als im derzeitigen System, in dem Ärzte bei Privatpatienten oft deutlich höhere Rechnungen stellen können.

Kritiker warnen vor Verschlechterung des Gesundheistwesens

CDU und CSU kritisieren, dass sich durch eine Bürgerversicherung das Gesundheitswesen verschlechtern würde, insbesondere dass die Beiträge für die Krankenversicherung steigen würden. Die Bundesärztekammer befürchtet, dass die Versorgung schlechter würde. Sowohl Union als auch Ärztekammer lehnen die Bürgerversicherung ab und wollen beim bisherigen Gesundheitssystem bleiben.


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