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Übergriffe an Silvester Herrmann kritisiert Defizite der Polizei

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hinterfragt den Polizeieinsatz in der Silvesternacht in Köln, spricht im Münchner Merkur von "Einsatzdefiziten": "Das verstärkt das Unsicherheitsgefühl, das sich bei vielen Mitbürgern bemerkbar macht."

Stand: 06.01.2016

Übergriffe in Köln an Silvester 2015 | Bild: picture-alliance/dpa

"Offenbar sind solche Übergriffe und Diebstähle seit Wochen wiederholt an diesem Platz vorgekommen. Wenn das so war: Wie hat die Polizei bisher darauf reagiert?" Man müsse sich fragen, "welchen Schutz hat sie gewährleistet? Was hat sie konkret unternommen? Warum wurden die Anzeigen der Opfer erst sehr spät gestellt?"

"Klar ist jedenfalls, dass das Ergebnis nicht ok war."

Joachim Herrmann

"Viele Bürger sehen Ängste bestätigt"

Der CSU-Politiker spricht von "gezielt geplanten Straftaten". Die sexuellen Übergriffe und der Beschuss mit Feuerwerkskörpern hätten teils dazu gedient, um potenzielle Opfer vor Diebstählen abzulenken. Herrmann sagte, es deute "viel darauf hin", dass unter den Tätern auch Flüchtlinge waren.

"Das verstärkt das Unsicherheitsgefühl, das sich bei vielen Mitbürgern bemerkbar macht. Sie haben die Sorge vor zusätzlichen Sicherheitsproblemen – von Terrorgefahren bis zu anderen Kriminalitätsformen aus dem Zuwandererkreis. Da sind manche unberechtigte Sorgen dabei. Aber durch massenhafte Vorfälle wie in Köln sehen sich viele Bürger in ihren Ängsten bestätigt."

Joachim Herrmann

Insgesamt sieht Herrmann jedoch keine überdurchschnittlichen Kriminalitätsrisiken bei Flüchtlingen. In Bayern sei die große Mehrheit der Asylbewerber nicht stärker straffällig als der Durchschnitt der Bevölkerung.

"Wir verfolgen das sehr aufmerksam, weil sich die Herkunft der Flüchtlinge von Monat zu Monat weiter verändert", so Herrmann.

Wichtig ist laut Innenminister "dass wir zu jedem Zeitpunkt deutlich machen, welche Spielregeln in unserem Land gelten. Daran hat sich jeder zu halten. Das muss unmissverständlich durchgesetzt werden".


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