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Sicherheit an Silvester Mehr Polizei im Einsatz

An Silvester gilt auch in Deutschland ein abstraktes Terrorrisiko, so Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). Deshalb schützen mehr Polizisten die deutschen Silvesterpartys. In Brüssel herrscht Terrorwarnstufe zwei, dort fällt das Silvesterfeuerwerk aus. Auch deutsche Bürger sind in Sorge.

Stand: 30.12.2015

Polizisten im Einsatz | Bild: picture-alliance/dpa

Deutschlands größte Silvesterparty in Berlin wird heuer mit rund 900 Polizisten gesichert - das sind 150 Beamte mehr als im Vorjahr. Sie sollen auch verhindern, dass die Feiernden über die Zäune klettern oder Gegenstände hineinschmuggeln. Deshalb herrscht zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule ein Rucksack- und Kofferverbot. Mehrere Hunderttausend Menschen werden erwartet.

"Wir haben es in Europa unverändert mit einer hohen abstrakten, auch ernst zu nehmenden, Gefährdungslage zu tun."

Berlins Innensenator Frank Henkel, CDU

Es gebe aber keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung. In anderen deutschen Städten trifft die Polizei keine außergewöhnlichen Vorkehrungen, weil es hier keine organisierten Großveranstaltungen gibt. In München sind immerhin mehr Beamte im Einsatz. Die Gewerkschaft der Polizei fordert, dass die Polizei konkrete Betrungsverbote an islamistische Gefährder ausspricht. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte der Bild-Zeitung, dass Betretungsverbote sich eher für Sportveranstaltungen anbieten, um Hooligans auszusperren.

"Ob es Sinn macht, potenziellen terroristischen Gefährdern anzukündigen, dass man sie genau im Blick hat, muss anhand des jeweiligen Einzelfalls beurteilt werden."

Bayerischer Innenminster Joachim Herrmann, CSU

Umfrage: Bevölkerung hat Sorge vor Anschlägen

Zwei Drittel der Bundesbürger rechnen 2016 mit einem Anschlag der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) auf deutschem Boden - nur 17 Prozent glauben nicht daran. Das besagt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Tatsächlich haben heuer weniger Menschen die Weihnachtsmärkte besucht. Bisher ist Deutschland von größeren islamistischen Terroranschlägen verschont geblieben. Am 13. November waren bei einem Anschlag des IS in Paris 130 Menschen getötet worden. Als Reaktion darauf beteiligt sich Deutschland nun an den Luftangriffen gegen den IS in Syrien und im Irak.

Kein Silvesterfeuerwerk in Brüssel

Unterdessen bereitet sich Brüssel mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen auf die Silvesternacht vor. Das Feuerwerk in der belgischen Hauptstadt fällt wegen Terrordrohungen aus. Das sagte Bürgermeister Yvan Mayeur am Mittwochabend. "Es ist besser, wenn wir keine Risiken eingehen", so Mayeur. Die Lage werde weiter geprüft. Premierminister Charles Michel sagte, er halte die Entscheidung in der gegenwärtigen "unsicheren Situation" für gerechtfertigt. Die Behörden hatten Anschlagspläne für die Silvesternacht aufgedeckt und zwei Männer in Haft genommen. Waffen und Sprengstoff wurden nach bisherigen Angaben der Staatsanwaltschaft aber nicht gefunden. Auch einen Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris sieht die Brüsseler Staatsanwaltschaft bisher nicht.

Wegen der Terrordrohungen herrscht in Brüssel die zweithöchste von vier Terrorwarnstufen. Laut Staatsanwaltschaft habe es Attentatspläne für mehrere symbolträchtige Orte in Brüssel gegeben. Ein Ziel ist offenbar auch die Polizei selbst. Die Polizei in Brüssel verschärft nun ihre Sicherheitsvorkehrungen. Vor den Kommissariaten sollen Bewaffnete stehen. Zudem sollen die Beamten etwa nicht mehr allein auf Streife gehen, sondern in Teams von zwei Personen, von denen mindestens eine bewaffnet sein muss.


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