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Silvester in Zeiten des Terrors So feiert die Welt ins neue Jahr

Samoa, Australien oder Japan sind schon im Jahr 2016. Die Metropolen der Welt feiern, aber auch die Angst vor Terrorangriffen ist spürbar. Im US-Bundesstaat New York wurden angeblich Anschlagspläne vereitelt.

Von: Alexia Späth

Stand: 31.12.2015

Als Erste auf dem Globus konnten die Bewohner von Samoa und den Line-Inseln (Kiribati) das neue Jahr begrüßen. Andere sind erst viele Stunden nach uns dran. Ein Überblick:

Zeitzonen weltweit

11.00 Uhr Apia (Samoa)
12.00 Uhr Auckland (Neusseeland)
14.00 Uhr Sydney (Australien)
16.00 Uhr Tokio (Japan)
17.00 Uhr Peking (China)
22.00 Uhr Moskau (Russland)
00.00 Uhr Berlin (Deutschland)
Am nächsten Tag:
01.00 Uhr London (Großbritannien)
03.00 Uhr Rio de Janeiro (Brasilien)
06.00 Uhr New York (USA)
09.00 Uhr Los Angeles (USA)
11.00 Uhr Honolulu (Hawaii, USA)

Berlin: Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt hat sich Deutschlands größte Silvesterparty zunächst langsamer gefüllt als im vergangenen Jahr. Auf der zwei Kilometer langen Festmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule waren am späten Nachmittag etwas weniger Besucher unterwegs, wie eine Sprecherin des Veranstalters sagte. Es gebe noch viel Platz. Bis zum späten Abend werden Hunderttausende Besucher aus aller Welt erwartet.

Nach den Anschlägen in Paris wurden die Sicherheitsvorkehrungen für die Feier in der deutschen Hauptstadt in diesem Jahr verschärft. 600 Ordner wollten für Sicherheit sorgen. Rund um das Gelände sollten mehr Polizisten unterwegs sein: 900 statt 750 wie im vergangenen Jahr. Großen Taschen und Rucksäcke dürfen nicht auf das Gelände mitgebracht werden. An den sechs Zugängen standen Abfallcontainer für die Taschen bereit. Vereinzelt gab es Rangeleien, weil Besucher versuchten, dennoch mit Rucksäcken auf die Festmeile zu gelangen. Wie in den vergangenen Jahren gilt dort auch ein Böllerverbot.

Paris: Offizielles Feuerwerk abgesagt

In Frankreich herrscht seit den Anschlägen vom 13. November Ausnahmezustand. Nun sollen landesweit rund 60.000 Polizisten und Militärs die Nacht des Jahreswechsel absichern. Das offizielle Feuerwerk in Paris ist abgesagt. Private Böller und Raketen sind dort zu Silvester ohnehin immer verboten. Die Bereiche um Champs-Élysées und Eiffelturm sind in der Neujahrsnacht stets weiträumig abgesperrt und kontrolliert. In diesem Jahr soll alles eher ruhig und nüchtern werden. Passend dazu ist die Meldung, wonach deutlich weniger Touristen in der Stadt der Liebe registriert wurden als sonst zu Silvester.

Brüssel: Feier abgesagt, sechs weitere Festnahmen

Aus Sorge vor möglichen Anschlägen sind in Brüssel das Silvesterfeuerwerk und öffentliche Feierlichkeiten abgesagt worden. Im Zusammenhang mit den laut Sicherheitsbehörden für die Silvesternacht geplanten islamistischen Anschlägen wurden am Vormittag sechs weitere Verdächtige festgenommen, unter anderem im als Problemstadtteil apostrophierten Molenbeek. Die Ermittlungen drehen sich um die "Kamikaze-Riders". Die Untersuchungshaft für zwei Anfang der Woche festgenommene Anführer der muslimischen Motorrad-Gang wurde derweil bis mindestens Ende Januar verlängert.

Rund um den Place de Brouckère war derweil eine Vielzahl von Technikern bis weit in den Nachmittag damit beschäftigt, Bühnen-, Musik- und Lichtanlagen für das traditionelle Silvesterspektakel auf dem zentralen Platz der belgischen und EU-Metropole wieder abzubauen. Die Absage der Feierlichkeiten hatte Bürgermeister Yvan Mayeur am Mittwochabend verkündet: "Das Risiko ist uns zu groß, dass doch noch etwas passieren kann." (Autor: Malte Pieper)

Rom: Kein Feuerwerk wegen Luftverschmutzung

In den italienischen Metropolen Rom und Mailand ist das Abschießen von Silvesterfeuerwerk wegen der anhaltend hohen Luftverschmutzung in diesem Jahr untersagt. In anderen Kommunen wurden entsprechende Verbote außerdem mit dem Schutz von Tieren begründet. Mangels Wind und Niederschlägen ächzen Rom und Mailand seit Wochen unter hohen Feinstaub- und Stickoxid-Belastungen. Auch Verkehrsbeschränkungen waren bereits erlassen worden.

London: Polizei und Metalldetektoren

Im Zentrum Londons sind laut Polizei rund 3.000 Polizisten auf den Straßen. Ausdrücklich heißt es aber von den Behörden: "Unsere Pläne sind reine Vorsichtsmaßnahmen und nicht die Folge irgendwelcher konkreter Geheimdienstinformationen."

Wer das große Feuerwerk am London Eye aus der Nähe betrachten will, braucht ein Ticket.

New York: Terroranschlag vereitelt?

In New York sollen etwa 6.000 Polizisten im Einsatz sein, außerdem Hubschrauber, zusätzliche Überwachungskameras und Detektoren für chemische und nukleare Stoffe. Am Times Square werden wieder eine Million Besucher zur größten Neujahrsparty der USA erwartet. Wer dabei sein will, muss allerdings einiges in Kauf nehmen: Der Platz wurde schon am Nachmittag gesperrt, Alkohol ist verboten und Feuerwerk ebenso.

US-Ermittler haben eigenen Angaben zufolge einen für Silvester im Bundesstaat New York geplanten Terroranschlag vereitelt. Ein 25-Jähriger habe die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) inspirierte Attacke auf ein Restaurant und eine Bar geplant, teilte das Justizministerium am Donnerstag mit. Der Mann habe der Bundespolizei FBI gesagt, er plane für die Silvesternacht einen Anschlag auf eine Bar in Rochester im Staat New York. Damit wolle er beweisen, dass er es wert sei, sich dem IS in Syrien anzuschließen. Dem Mann drohen wegen Unterstützung des IS bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar (230.000 Euro). Der Mann aus Rochester, nach eigenen Angaben ein muslimischer Konvertit, soll sich mit einem mutmaßlichen IS-Mitglied über seinen Wunsch ausgetauscht haben, dem IS beizutreten.

Moskau: Roter Platz gesperrt

Der Rote Platz in Moskau bleibt erstmals überhaupt für die traditionelle Silvesterfeier gesperrt. Jeder, der sich zu dem Platz begebe, um auf den Anbruch des neuen Jahres zu warten, werde von der Polizei fortgeschickt. Ab Mitternacht findet dort eine Fernsehe-Liveshow statt - so lautet die offizielle Begründung. Zugang gebe es nur mit speziellen Eintrittskarten.

Mexiko-Stadt: Rote Unterwäsche und Koffer

Wesentlich entspannter feiert der Rest der Welt - ohne Terrorwarnung und großen Sicherheitsvorkehrungen: In Mexikos Hauptstadt und anderen Städten wie Regionen des Landes gibt es als Neujahrsgeschenk rote oder gelbe Unterwäsche. Diese muss den ganzen Neujahrstag getragen werden, die roten versprechen Glück in der Liebe und die gelben bringen den Geldsegen nach Hause.

Um die Chance auf eine Reise  zu erhöhen, rennen die Mexikaner um Mitternacht mit einem gepackten Koffer rund um den Häuserblock.

Sydney: Spektakuläres Feuerwerk im Hafen

In australischen Sydney haben um 14.00 Uhr unserer Zeit schätzungsweise rund 1,6 Millionen bei der traditionellen Party im Hafen das neue Jahr ausgelassen begrüßt. Die Harbour Bridge neben der Oper, beides Wahrzeichen der Metropole des fünften Kontinents, verwandelte sich in einen vielfarbigen Wasserfall aus Lichtern. Für das 20-minütige Feuerwerk gab die Stadt umgerechnet 4,7 Millionen Euro aus.

Tokio: Feiern mit der Familie

Japan ist das Traumland für Silvester-Party-Muffel. Das Neujahr feiern die Japaner ruhig und religiös-traditionell. Es gibt weder große Partys noch Feuerwerk. Die letzten Stunden des alten Jahres verbringen viele Leute mit ihren Familien, um so das neue Jahr gemeinsam zu begrüßen. Ein Schrein- oder Tempelbesuch gegen Mitternacht ist obligatorisch.

Traditionellerweise werden dort um Punkt 12 die Tempelglocken in 108 Klängen geläutet, was die Menschen nach altem Glauben von den 108 weltlichen Sünden befreien soll. Die dreitägigen Ferien bis zum 3. Januar gelten als die Wichtigsten des ganzen Jahres.

Singapur: 8.000 Raketen in vier Minuten

Die Sicherheitskräfte waren zahlreich, Straßen waren im großen Stil abgesperrt, für die Fußgänger wurden Einbahnregelungen eingeführt - die Organisatoren rechneten mit über 300.000 Menschen auf den Straßen. Auf der größten schwimmenden Bühne der Welt, dem "The Float at Marina Bay", traten lokale Popgrößen und Adam Sandler auf. Kurz nach Mitternacht wurden in vier Minuten 8.000 Raketen gezündet.

Johannesburg: Grillparty und Karneval

In Südafrika wird Silvester im Freien gefeiert - schließlich ist da gerade Hochsommer. An den Stränden von Durban und Port Elizabeth finden Musikfestivals statt. Auf öffentlichen Plätzen werden große Partys organisiert. Wer lieber mit Familie und Freunden unter sich bleibt, trifft sich zu einer Garten- und Pool-Party. Dort wird kiloweise Fleisch und Buro-Wurst konsumiert. In Kapstadt und Johannesburg finden Straßenkarnevals statt.

Apia: Samoa machte den Anfang

Lange bevor in Deutschland um Mitternacht die Feuerwerksraketen in den Himmel geschossen werden, begann das Jahr 2015 im Zentralpazifik - und zwar 13 Stunden vorher.


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wm, Donnerstag, 31.Dezember, 12:31 Uhr

2. Ein neues Jahr...

....voller Kriege,Gewaltherrschaft,Mißgunst,Geldgier muß nicht unbedingt mit Pauken und Trompeten begrüßt werden.

Barbara, Donnerstag, 31.Dezember, 12:08 Uhr

1. Wie feiern Christen den Beginn des Neuen Jahres?

In allen Münchner Kirchen ist am Neujahrstag Anbetung!
Auch der BR sollte sich in der Wortwahl mäßigen:
Auf B5aktuell wurde nämlich gesagt, daß an Silvester "in München die Hölle" los sei.
"Sage mir, wie du sprichst, und ich sage dir, wer du bist!!
An den Worten erkennt man den Menschen UND den BR!

  • Antwort von wm, Donnerstag, 31.Dezember, 17:51 Uhr

    @Barbara ,die Hl.

    Die Barbara wird an Sylvester nicht etwa zuviel Meßwein getrunken haben1

    Die Wortstellung -Wir feiern Christen.....- läßt das vermuten!

    Bitte,schließen Sie alle "Ungläubigen" und bevorzugt den BR in den christlichen Fürbitten am Neujahrstag ein!

  • Antwort von Wolf, Donnerstag, 31.Dezember, 18:11 Uhr

    Sie haben recht, an seinen Worten und Taten erkennt man die bigotten und scheinheiligen Pharisäer!