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Jobabbau bei Siemens Staatsregierung bittet zum Krisengespräch

Mit einem Spitzentreffen will die bayerische Staatsregierung ausloten, wie sich der geplante Stellenabbau bei Siemens noch abfedern lässt. Der Konzern will bayernweit rund 2.000 Jobs streichen.

Von: Stephan Lina

Stand: 16.03.2016

Für den frühen Nachmittag hat Ministerpräsident Horst Seehofer Politiker, Arbeitsmarkt-Experten und Siemens-Vertreter in die Staatskanzlei geladen. Die Staatsregierung wird außerdem von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Sozialministerin Emilia Müller vertreten. Dazu kommen Landräte und Bürgermeister aus den Regionen, die vom geplanten Stellenabbau bei Siemens betroffen sind. Sie sprechen mit dem Leiter der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit und Siemens-Managern über mögliche Perspektiven.

Freistaat will Betroffenen helfen

Dass der Konzern von seinen Abbau-Plänen abrückt, gilt als unwahrscheinlich. Dies hatte Ministerin Aigner schon nach einem ersten Treffen mit dem zuständigen Divisionschef von Siemens durchklingen lassen. Nun geht es darum, Alternativen durchzudiskutieren. Für die besonders betroffenen Standorte kündigte die Staatsregierung gestern einen Aktionsplan an. Ministerpräsident Seehofer will zum Beispiel Siemens dazu bewegen, Ersatzarbeitsplätze in das niederbayerische  Ruhstorf zu bringen, wo rund 700 Jobs auf der Kippe stehen. In Nürnberg will Siemens 750 Arbeitsplätze streichen oder verlagern, in Bad Neustadt an der Saale 350 und in Erlangen 150.

Bad Neustadts Bürgermeister und Landrat sind zuversichtlich

Er fahre mit einem guten Gefühl nach Hause, sagte der Bad Neustädter Bürgermeister Bruno Altrichter (Freie Wähler) nach dem Gespräch mit Vertretern von Siemens und der bayerischen Staatsregierung in der bayerischen Staatskanzlei in München. Ihren eigenen Aussagen zufolge hätten Altrichter und Rhön-Grabfeld-Landrat Thomas Habermann (CSU) klar gemacht, dass der Siemens-Standort Bad Neustadt nach der Ankündigung, dass 370 von 2.300 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, eine Entwicklungsperspektive brauche. Beide äußerten den Wunsch, dass Siemens in Bad Neustadt wieder zukunftsfähige Arbeitsplätze ansiedelt. Die Kommunalpolitiker hatten das Gefühl, dass sie von Siemens verstanden worden sind. Habermann ist sogar optimistisch, dass die wegfallenden Arbeitsplätze langfristig durch zukunftsfähige Arbeitsplätze kompensiert werden könnten. Habermann fordert eine weitere Verzahnung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in der Region Main-Rhön in den Bereichen Metall, Elektro und Gesundheit.


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Flo, Donnerstag, 17.März, 06:36 Uhr

3. Wo bleibt die Wahrheit

Hallo liebes BR Team,
warum berichtet Ihr nicht die Wahrheit über den Stellenabbau in Ruhstorf, unsere Stellen werden nicht abgebaut, sondern VERLAGERT.
D.h. unser Werk wird geschlossen und in Tschechien entstehen die neuen Jobs. Wir Steuerzahler, arbeiten uns den Buckel ab, und unsere Steuergelder, werden auch für Subventionen für die EU genutzt. Jetzt haben wir die Quittung dafür erhalten, Wir können nicht mit dem Lohnniveau in Tschechien mithalten, wie soll man da seine Familien ernähren? In dieser Region sieht düster aus, Firma Hatz steht zum Verkauf, ZF Passau solls auch nicht gut ausschauen. Wo sollen all die Leute Arbeit finden?
Deutschland schafft die Industrie ab. Die Industrie, die Deutschland groß gemacht hat. Warum geht es uns gut? Weil wir hart dafür gearbeitet haben. Wir finden es schade, dass die mediale Welt wieder mal so tut als "Ach wieder mal Stellenabbau". Gewinn wurde gemacht. Nur Kaeser wars ned genug.
Berichtet endlich mal die Wahrheit. Danke Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Das Leihschwein, Mittwoch, 16.März, 13:22 Uhr

2. Für Ministerin gilt der Spruch,hast du als Unternehmer 30 Arbeitsplätze die

bedroht sind, dann belästige mich damit nicht, wen interessiert das schon, werden in Konzernen wie Siemens Arbeitsplätze bedroht, alle Mitarbeiter in der IGM organisiert, dann unternehmen Minister alles um ihnen helfen. Jeder Arbeitnehmer/in sollte in Zukunft aussschließlich in Konzernen/ÖD arbeiten, die mit besten Verbindungen ins Kanzleramt/Staatskanzleien dienen können,denn egal wie überflüssig ihr Arbeitsplatz ist er wird mit Steuergelder in verschiedenen Formen erhalten. Entweder durch Altersteilzeit, Frühverrentung, Transfergesellschaften.

Kurzes Gedächtnis, Mittwoch, 16.März, 09:47 Uhr

1. Glasindustrie

Hat sich die Regierung für den Erhalt der Glasstandorte im Bayrischen Wald eigentlich ebenso engagiert oder sind Standorte wie Riedlhütte, Frauenau, Spiegelau wahltaktisch nicht so relevant?