Siemens-Hauptversammlung Aktionäre schauen in die Röhre
Die Anleger sind enttäuscht von den Quartalszahlen des Elektro-Riesen. Die Siemens-Aktie hat gut ein Prozent verloren und gehört damit mittlerweile zu den schwächsten Werten im Dax.
Siemens ist mit einem Gewinnrückgang ins neues Geschäftsjahr gestartet. Vorstandschef Peter Löscher kündigte außerdem eine schwierige Wegstrecke ein. Gleichzeitig bekräftigte er die strategischen Ziele: Seine volle Aufmerksamkeit richte der Vorstand jetzt auf das Sparprogramm, mit dem Siemens nächstes Jahr beim Profit wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz kommen will. Mit Stellenabbau und Einsparungen von sechs Milliarden Euro will Löscher die Gewinnmarge bis 2014 von 9,5 wieder auf 12 Prozent erhöhen. Das Programm kostete im ersten Quartal lediglich 50 Millionen Euro, bis September sollen aber weitere 950 Millionen Euro Belastung dazukommen.
Sorgenkind Osram
Die Hauptversammlung sollte am Nachmittag über die Abspaltung der Lichtsparte und die Ausgabe von gut 80 Prozent der Osram-Aktien an die Siemens-Aktionäre abstimmen. Das Unternehmen soll voraussichtlich ab Sommer an der Börse gelistet werden. In der Solarsparte brannten weitere Abschreibungen sogar ein Loch von 150 Millionen Euro in die Bilanz. Hier seien weitere Belastungen im Jahresverlauf nicht auszuschließen, sagte Finanzchef Joe Kaeser.
Magere Gewinne
Im ersten Quartal des Siemens-Geschäftsjahres von Oktober bis Dezember fiel der Gewinn um 12 Prozent auf 1,214 Milliarden Euro. Der Umsatz legte dank eines noch guten Auftragspolsters zwar leicht auf 18,1 Milliarden Euro zu. Aber erneut drückten Sonderbelastungen das Ergebnis. Die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn kostete Siemens 116 Millionen Euro.
Turbinen treiben die Bilanz in die Höhe
Sehr gut und hoch profitabel lief das Geschäft mit Gasturbinen sowie in der Medizintechnik, wo jetzt die Früchte eines früheren Umbauprogramms geerntet werden. Diese beiden Zweige allein machten jeweils gut eine halbe Milliarde Euro Gewinn. Das Industriegeschäft litt dagegen darunter, dass viele Unternehmen Investitionen auf Eis gelegt haben. Hier sei eher ein Trend nach unten zu erwarten, sagte Kaeser. China werde frühestens ab Sommer wieder eine Hilfe sein. Der Auftragseingang lag erstmals seit drei Quartalen wieder über dem Umsatz, blieb allerdings hinter dem Vorjahresquartal zurück.

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