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Bleibt er länger als geplant? Seehofers Anti-Söder-Strategie

Eigentlich wollte Horst Seehofer in anderthalb Jahren den CSU-Vorsitz abgeben. Doch laut einem Bericht des "Spiegel" denkt er darüber nach, ein zusätzliches Jahr dranzuhängen - um so einen schnellen Aufstieg von Finanzminister Markus Söder zu verhindern. Ein Parteisprecher dementiert im BR den Bericht.

Stand: 05.03.2016

Ministerpräsident Horst Seehofer und Finanzminister Markus Söder | Bild: picture-alliance/dpa

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer erwägt nach einem "Spiegel"-Bericht, bis 2018 CSU-Vorsitzender zu bleiben. Unter Berufung auf Parteikreise berichtete das Nachrichtenmagazin, der bis 2017 gewählte CSU-Vorsitzende denke daran, sich möglicherweise vom Parteitag Ende dieses Jahres außerplanmäßig noch einmal für zwei Jahre im Amt bestätigen zu lassen.

Ein Sprecher dementiert

Sollte sich diese Meldung bestätigen oder Seehofer sogar sein Ansinnen in Kürze öffentlich machen, könnte der Machtkampf zwischen Seehofer und Söder eskalieren. Doch soweit ist es noch lange nicht. Ein Sprecher der CSU hat den Bericht schon dementiert. Im Bayerischen Rundfunk sprach er von "reiner Spekulation".

Noch keine offizielle Entscheidung

Ende November hatte Seehofer bei seiner Wiederwahl beim Parteitag in München einen Dämpfer erhalten. Mit 87,2 Prozent musste er sein bislang schlechtestes Ergebnis einstecken. Der 66 Jahre alte Seehofer ist seit 2008 CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident. Das Amt als Regierungschef will er mit der Landtagswahl 2018 abgeben. Das hat er mehrfach angekündigt und zudem deutlich gemacht, dass er Ministerpräsidentenamt und CSU-Vorsitz in eine Hand legen will.

Entsprechend würde es nach dieser Logik keinen Sinn ergeben, sollte sich Seehofer auf dem regulären Parteitag 2017 noch einmal für zwei Jahre als Parteichef wählen lassen. Bei einer Wahl Ende diesen Jahres jedoch könnte er das Amt als Regierungs- und als Parteichef fast gleichzeitig aufgeben.

Nach dem Bericht des Spiegel soll eine endgültige Entscheidung über den Plan aber erst fallen, wenn der weitere Verlauf der Flüchtlingskrise absehbar sei. Sollte der Streit mit der CDU um die richtige Flüchtlingspolitik weiter eskalieren, sei Seehofer entschlossen, bis 2018 Parteichef zu bleiben. Finanzminister Söder gilt als derzeit aussichtsreichster Kandidat im Rennen um die Nachfolge Seehofers. Zuletzt hatte sich das Verhältnis der beiden stark eingetrübt.


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Clausewitz von der Isar, Sonntag, 06.März, 16:39 Uhr

5. Militärsprache ohne Bedeutung

STRATEGIE !
Wisst Ihr eigentlich, was dss ist?

Garantiert nicht, ein Jahr dranzuhaengen.
Wenn man das an der Isar schon als "Strategie" feiert, dann wissen die nicht, mit Begriffen und ihren Inhalten umzugehen.

Gerald, Sonntag, 06.März, 09:35 Uhr

4. Keine Rede wert!

Außerhalb von Bayern interessiert sich soundso kein Mensch, ob Herr Seehofer,Herr Söder oder ein anderer Typ CSU-Vorsitzender ist! Reines Ablenkungsmanöver! Mehr nicht! Keine Rede wert! Reine Show-Veranstaltung!...............!!!...............!!!

Werner, Sonntag, 06.März, 09:26 Uhr

3. Spiegelhörig

So, so. Der Spiegel glaubt irgendwas aus der CSU zu vernehmen (der Spiegel ist ja auch so CSU-nah ...) und der BR läuft wie ein Dackel hinterher. Ich hätte Euch mehr Eigenständigkeit zugetraut. Was wisst Ihr denn? Schließlich seid Ihr in München und nicht in Hamburg beheimatet. So aber ist das eine leicht zu durchschauende Spiegel-Nummer, die der CSU politisch schaden soll und der BR setzt sich da unkritisch mit drauf. Gratulation zu dieser journalistischen Höchstleistung!

Anmerkung der Redaktion: Wir haben das Thema erst veröffentlicht, nachdem die CSU Stellung genommen hatte - mit einem Dementi! Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

kill., Sonntag, 06.März, 08:58 Uhr

2. Seehofer

Auf die Aussagen von Herrn Seehofer kann man nichts geben. Denn er sagt heute so und Morgen so. Ein Bundeskanzler Herr Adenauer sagte" was soll mein Gerede von Gestern".

Max Maurer, Sonntag, 06.März, 07:06 Uhr

1. Seehofers Anti-Söder-Strategie

Seehofers Anti-Söder-Strategie ? Strategie ? Das ist doch nur Ablenkung von den vielen Problemen und Skandale. Es wird nur über die Nachfolge diskutiert. Alles andere tritt in den Hintergrund. Das durchschaut doch jedes Kind. Man kann nur hoffen, dass das durchschaut wird.

  • Antwort von seeder, Sonntag, 06.März, 08:22 Uhr

    1. sollte man nicht an das Gras glauben. das der Spiegel wachsen hört und 2. Skandälchen ja, aber Probleme haben die, die diese Vorschläge ignorieren und dann doch als richtig erkennen müssen.