54

Seehofer bei Putin Mission Moskau

Ministerpräsident Seehofer hat in Moskau dafür geworben, die westlichen Sanktionen gegen Russland zu lockern. Beim Gespräch mit Präsident Putin plädierte er für einen Schulterschluss mit dem Kreml angesichts der vielen Krisen weltweit.

Von: Nikolaus Neumaier

Stand: 03.02.2016

Das Treffen fand in Putins Residenz vor den Toren Moskaus statt. "Wir wollen mit ehrlichem Herzen unseren Beitrag leisten, dass wir in schwierigem politischem Umfeld wieder ein Stück Vertrauen und Normalität herstellen", sagte der CSU-Vorsitzende. "Daran wollen wir mitwirken." Putin erwiderte: "Die Probleme von heute betreffen uns alle." Er dankte für Seehofers Besuch und betonte: "Wir wissen um Ihre Haltung, Ihren Willen, viel für eine Normalisierung zu tun."

"Man muss Realpolitik betreiben und so wie ohne die Russen eine Lösung der Probleme mit dem Iran nicht möglich gewesen wäre, so geht es bei allen großen Konfliktherden auf dieser Erde. Insbesondere in Syrien."

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)

Im Interesse Bayerns

Schon auf dem Flug nach Moskau hatte Seehofer die Folgen der Sanktionen auch für Bayern beklagt und Moskaus Rolle bei der Lösung von Krisen hervorgehoben. Der CSU-Chef lobte gegenüber den mitreisenden Journalisten das russische Eingreifen in Syrien und das Engagement bei der Lösung der Iran-Krise.

"Ich war immer skeptisch gegenüber Sanktionen. Wir müssen jetzt sehen wie realistisch man wieder davon wegkommt. In Schritten oder in einem Schritt. Darüber werden wir reden, wie der Putin das beurteilt."

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)

"Keine Nebenaußenpolitik"

Der CSU-Chef betonte erneut, dass die Reise nichts mit Nebenaußenpolitik oder Konkurrenz zu Kanzlerin Merkel zu tun habe. Unmittelbar nach seiner Landung in Moskau fuhr Seehofer zur Residenz des russischen Präsidenten in Nowo-Ogarjowo. Dort traf er am Nachmittag mit Putin zu einem Meinungsaustausch zusammen. An dem Gespräch nahm auch der frühere bayerische Ministerpräsident Stoiber teil, der mit Putin befreundet ist. Als Gastgeschenk im Gepäck hat die bayerische Delegation eine Bronzestatue der Bavaria.

Wagenknecht verteidigt Seehofer

Ungewohnte Unterstützung erfährt Seehofer von der Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag.

"Ich finde, man muss Gesprächsfäden haben, gerade ein Land wie Russland, das direkt an die EU angrenzt, wo wir aus Sicherheitsgründen meines Erachtens engere Beziehungen bräuchten. Ich hätte mir gewünscht, dass es aus der Bundesregierung jemand machen würde."

Sahra Wagenknecht in der radioWelt im Bayerischen Rundfunk

Die Reise von Außenminister Steinmeier nach Saudi-Arabien hält Wagenknecht dagegen für ein falsches Signal. Riad sei ein Land, wo Menschen verfolgt, eingekerkert, ausgepeitscht und auch geköpft würden sowie ein Hauptantreiber des Kriegs in Syrien.


54

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Maria, Mittwoch, 03.Februar, 22:26 Uhr

3. Seehofer/Wagenknecht

Man ist richtig froh, dass wir mit Politikern wie Seehofer und Wagenknecht noch einige wenige Politiker haben, die noch ein paar Gehirnzellen in ihrem Kopf verwalten. Ich finde das supermutig von Seehofer, dass er trotz der geballten Medienfront diese Reise unternimmt, und sich um gute Beziehungen zu Moskau bemüht. Dieses Hochstilisieren Putins zum "bösen Mann", das von vielen Seiten (z. B. der Zeitung mit 4 Buchstaben) betrieben wird, ist doch lächerlich und das glauben immer weniger Menschen. Und auch vor Wagenknecht meinen Respekt, die nicht so sehr auf Parteigrenzen schaut, sondern der es um die Sache geht.

LiFe, Mittwoch, 03.Februar, 21:54 Uhr

2. Wagenknecht

Liebe Frau Wagenknecht, sie haben so recht, aber sie werden nichts daran ändern. In 50 Jahren, in 100 Jahren in 200 Jahren wird es bleiben wie es ist.

Karl Frankenstein, Mittwoch, 03.Februar, 21:51 Uhr

1. Seehofer bei Putin

Putin lacht sich doch schlapp über Bayern, über Deutschland. Man verhängt Sanktionen und will den ''Russischen Bären'' auf die Knie zwingen. Nun kommt ein Politiker aus der ''Zweiten Reihe'' daher gekrochen und will auf einmal ''Gute Geschäfte'' mit Putin machen. Geht`s noch peinlicher? Wohl kaum. Hisst die ''Weiße Fahne'', es ist soweit.

  • Antwort von Gahlheimer, Mittwoch, 03.Februar, 23:15 Uhr

    Putin lacht sich nicht schlapp über Bayern, jedoch eher über die Bundesregierung. Seehofer ist ein Mann mit Weitsicht. Derartige Konntakte wurden bereits zu Zeiten des "kalten Krieges" von Bayerischen Ministerpräsitenden getätigt, und geschadet hatte es nicht.
    Was sollte mich kümmern, welche Konntakte ein Bayerischer Ministerpräsitend pflegt, solange die Bundesregierung nicht mehr weis, was sie tut, und das Land ins Abseits treibt.
    Schön, dass man sowas noch kommentieren darf.


  • Antwort von Gerald, Donnerstag, 04.Februar, 08:50 Uhr

    Sie schreiben, daß Herr Seehofer ein Politiker aus der "Zweiten Reihe" ist! Machen Sie den Herrn Seehofer nicht besser als er ist! Für mich ist er ein Politiker aus der "Dritten Reihe"! Herr Seehofer ist nämlich ein Mitglied der CSU! Da die CSU nur in Bayern antritt, ist Sie für mich doch nur eine Provinz-Partei!