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Seehofer geht in die Abwehrschlacht CSU-Chef bestreitet Mitverantwortung für schlechte Umfragewerte

Wenn CSU-Politiker in Berlin befragt werden, geht es um Jamaika. Aber die CSU und Horst Seehofer sind auch immer Thema. Jetzt bestreitet der Parteichef, verantwortlich zu sein für die schlechten Umfragewerte der CSU. Was bezweckt er?

Von: Achim Wendler

Stand: 10.11.2017

Horst Seehofer | Bild: Maurizio Gambarini/dpa

Gerade hat sich Angelika Niebler für Horst Seehofer ins Zeug geworfen. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende sagte in einem Interview mit der "Welt", Seehofer verhandele in Berlin "nicht für sich, sondern für die CSU". Deshalb appelliere sie an alle, den Parteichef zu unterstützen.

Das stimmt natürlich, Seehofer verhandelt in Berlin tatsächlich für die CSU. Aber "nicht für sich"? Wirklich kein bisschen? Das kann man bezweifeln. Die Jamaika-Gespräche sind Seehofers politische Lebensversicherung. Solange sie dauern, wird die CSU ihren Hauptdarsteller kaum von der Bühne nehmen. Und je mehr die CSU erreicht, desto größer Seehofers Erfolg. Mal angenommen, die anderen Parteien akzeptieren einen Obergrenzenrichtwert (oder etwas ähnliches) für Flüchtlinge, außerdem die volle Mütterrente und die PKW-Maut, und sie verzichten zugleich auf den Familiennachzug – Seehofer bliebe wohl CSU-Chef auf Lebenszeit.

CSU-Position wird in Berlin geschwächt

CSU-Chef Horst Seehofer auf dem Weg zu den Jamaika-Sondierungen

Da sich diese Erfolge aber nicht abzeichnen, muss er sich interner Kritiker erwehren, die eigentlich ja schon lange nicht mehr "intern" sind. Schon mehrfach hat Seehofer beklagt, dass alle, die ihn öffentlich infrage stellen, ihn und die CSU bei den Verhandlungen in Berlin schwächten.

Jetzt setzt er eins obendrauf: Zu den schlechten Umfragewerten seiner Partei sagt er, "die habe ich nicht zu verantworten". Bemerkenswert für einen Parteichef, zumal einen, der ansonsten Verantwortung nicht scheut.

Seehofer kämpft weiter um seine Rolle als CSU-Chef

Der Satz legt nahe: Seehofer ist nicht bereit, als Geschlagener abzutreten. Er kämpft um seine Rolle als CSU-Chef. Eine Rolle, die man gut in Berlin spielen kann.

Vom Amt des bayerischen Ministerpräsidenten dagegen scheint Horst Seehofer sich langsam zu verabschieden. Das zeigt ein anderer Satz, den er heute in Berlin sagte: Erst kämen die Sondierungen. "Dann kommt Bayern."


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Kommentare

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onkel, Samstag, 11.November, 19:19 Uhr

22. seehofer

Seehofer hat nichts zu verantworten, Merkel hat keine Fehler gemacht, man kanns nicht mehr hören, ja wer ist denn überhaupt verantwortlich für die Sicherheitslage in D. wenn nicht die Regierung. Rechtsfreie Stadtteile in Berlin, Frankfurt etc. Dafür ist natürlich niemand verantwortlich, wer außer der AfD hält sich denn noch ans Grundgesetz. Da steht nämlich was von Schaden vom deutschen Volk abwenden.

Wolfgang Kuhn, Samstag, 11.November, 17:05 Uhr

21. Zuerst ich, dann die Partei und dann das Land

Ich trete nicht wieder an; ich trete doch wieder an... Mit diesen und zahlreichen anderen Widersprüchen zeichnet sich Herr Seehofer seit Jahren aus. Mat hat den Eindruck, den 24.September haben er und Frau Merkel verdrängt. Anscheinend ist die neue Devise: Zuerst komme ich, dann die Partei und dann das Land. Allerdings unterscheidet Frau Merkel ein wichtiger Punkt von Herrn Seehofer: Sie hat die Medien voll im Griff. Frau Tina Hassel etwa bezeichnet Frau Merkel im ARD-ZDF-Mittagsmagazin als "Wahlsiegerin". Und spätestens seit dem Zusammentreten des neuen Bundestages müsste immer bei der Nennung der Funktion dieser Persönlichkeiten hinzu gefügt werden "geschäftsführend". Wo passiert das? Nicht zuletzt Frau Merkel tut so, als wäre sie schon längst wieder für weitere vier Jahre gewählt. Man sehe sich nur ihre wöchentliche Video-Botschaft an. Verfassungsrechtlich eine Zumutung.

  • Antwort von Zwiesel, Samstag, 11.November, 18:31 Uhr

    Vor Ihrer Ihrer Merkel-Beschimpfung sollten Sie einfach mal den Art. 69 des GG lesen.

Josef, Samstag, 11.November, 16:16 Uhr

20. MP Söder

kann mal einer sagen was sich kurzfristig oder langfristig mit Söder sich ändern wird ausser neuen Skilifte!

Erich , Samstag, 11.November, 13:09 Uhr

19. Wenn Jamaika unterschrieben wird,

kann sich die CSU in Bayern gleich auf ähnliches einstellen.

  • Antwort von Truderinger, Samstag, 11.November, 14:32 Uhr

    Erich, du schreibst genau dasselbe, wenn Jamaika nicht unterschrieben wird. Also was soll's! Die Machtergreifung 2021 ist vorprogrammiert, wir haben es verstanden und jetzt hör auf, die Leute zu langweilen!

Peter, Samstag, 11.November, 12:07 Uhr

18. CSU, Seehofer, Söder, Dobrindt etc.

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