Das Feuer brach gegen 7.00 Uhr (23.1.) im zweiten Obergeschoss eines Hauses am Schrannenplatz aus.
Großbrand in Memmingen Fassade von Altstadthaus eingestürzt
Die Bilanz des Großbrands in der Memminger Altstadt ist verheerend: Die Fassade des abgebrannten Altstadthauses ist am Donnerstag eingestürzt. Auf der Suche nach der Brandursache ist man aber ein gutes Stück weiter.
Am Donnerstag haben die Einsatzkräfte die westliche Außenmauer auf einer Breite von vier Metern aufgerissen: Mit Baggern holten sie den ganzen Tag über verkohlte Balken, Bretter und Inventar aus dem abgebrannten Altstadthaus. Immer wieder flammten Glutnester auf. In Hohlräumen, Fehlböden und Zwischendecken konnten sich trotz der vorangegangenen 17 Stunden Löscharbeiten immer wieder Flammen entwickeln.
Plötzlich gab die Fassade nach
Nach Auskunft von Thomas Schuhmaier, der für Sicherheit zuständige Referent bei der Stadt Memmingen, haben die Einsatzkräfte bis zuletzt versucht, die Fassade mit dem attraktiven Schweifgiebel zu retten. Am Nachmittag wurde zusätzlich noch ein Statiker hinzugezogen und ein Bagger an der Außenfassade positioniert. Der sollte mit seinem Ausleger die Fassade in Höhe des zweiten Obergeschosses abstützen. Doch während ein anderer Bagger verkohlte Balken aus dem Brandschutt zog, neigte sich die Fassade plötzlich und fiel langsam nach innen auf den Brandschutt.
Brand entstand auf dem Sofa
Einem Brandermittler der Polizei ist es inzwischen gelungen, die sogenannte Brandausbruchstelle zu ermitteln: Es ist das Sofa eines Mieters im zweiten Stock. Die Nachforschungen der Kripo Memmingen dauern noch an. Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass der entstandene Sachschaden weit über die ersten Schätzungen von rund einer Million Euro hinausgeht.
Alle Bewohner in Sicherheit
Stichwort "Fehlböden"
Fehlböden sind mit unterschiedlichem Material gefüllt - meist mit Stroh und Papier. So kann sich ein Feuer unbemerkt ausbreiten, weil es anfangs keine offenen Flammen gibt. Zum Löschen muss die Feuerwehr Decken und Böden erst öffnen, was die Arbeiten erschwert und verzögert.
Das Feuer war am Mittwochmorgen (23.1.) gegen 7.00 Uhr im zweiten Stock eines denkmalgeschützten Hauses am Memminger Schrannenplatz ausgebrochen. Die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dachstuhl. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot von über 100 Kräften im Einsatz. Während sie nach Glutnestern in den Fehlböden des alten Gebäudes suchten, flammte der Brand im oberen Bereich des Dachstuhls immer wieder auf. Die Löscharbeiten dauerten über 17 Stunden. Über der südlichen Altstadt lag dichter Qualm.
Drei Bewohner mussten mit Drehleitern evakuiert werden. Ein 39-jähriger Mann erlitt Brandverletzungen, ein 26- und eine 79-Jährige, die Mutter des Hauseigentümers, erlitten leichte Rauchvergiftungen. Alle haben das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.
Überall Wasser und Qualm
Den Feuerwehren aus Memmingen und Umgebung gelang es nicht, ein Übergreifen der Flammen zu verhindern: Über Fehlböden breiteten sie sich auf das südlich angebaute Nachbarhaus aus. Auch dieses Gebäude brannte aus. Um Löschen zu können, mussten die Einsatzkräfte sogar im nächsten Altstadthaus - ebenfalls ohne Brandmauern - die Deckenböden im ersten Obergeschoss aufreißen. Auch dieses Haus wurde durch Wasser und Qualm erheblich beschädigt.

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