Urteil in Augsburg Haft für früheren Media-Markt-Manager
Fünf Jahre und drei Monate Haft für den früheren Media-Markt Manager Michael Rook, so lautet das Urteil des Landgerichts Augsburg.
Mit dem Urteil blieb die Wirtschaftskammer des Augsburger Landgerichts leicht unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Rook fünf Jahre und neun Monate in Haft sehen wollte. Der 48-Jährige und ein ehemaliger Regionalmanager des Elektronikhändlers wurden nach Überzeugung der Kammer von einem ebenfalls angeklagten Unternehmer für Aufträge geschmiert. Der Ex-Regionalmanager muss wegen Bestechlichkeit für vier Jahre und neun Monate hinter Gitter. Rook hatte die Vorwürfe bis zum Schluss vehement bestritten.
Schmiergeld-Affäre
Bei dem Prozess ging es um eine millionenschwere Schmiergeld-Affäre: Die Angeklagten hatten sich für Auftragsvermittlungen bezahlen lassen. Rook sowie ein ehemaliger Regionalmanager des Elektronikhändlers haben dabei offenbar fünf Millionen Euro Bestechungsgeld kassiert. Im Gegenzug sollen die beiden dafür gesorgt haben, dass Aufträge in Höhe von 65 Millionen Euro an drei bestimmte Firmen vergeben werden, obwohl deren Konkurrenz bessere Angebote vorgelegt hatte.
"Habe gut von dem Geld gelebt"
Nach Ansicht von Rooks Verteidigern hatte ihr Mandant von dem Tun des Ex-Regionalmanagers nichts gewusst. Rook sagte in seinem Schlusswort: "Ich weise die Vorwürfe zurück, ich kann es nur als Lüge zurückweisen." Wenn er überhaupt einen Fehler gemacht habe, dann den, zu lange seinem Kollegen vertraut zu haben. Der ehemalige Regionalmanager hatte die Tat gestanden und dabei Rook beschuldigt. Er sagte aus, sie hätten das Geld unter sich aufgeteilt - und komplett ausgegeben. Er selbst habe "gut gelebt" damit: "Reisen, Hotels, Autos, Zweitwohnung". Rook habe ihm gesagt, dass er die Vorgänge nie zugeben werde.

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Mh66, Dienstag, 01.Januar, 11:11 Uhr
10. Richtig so
Das Urteil ist richtig. Was muss der kleine Media Markt Mitarbeiter denken, wenn sein Chef mit riesen Gehalt sich noch nebenher die Taschen voll macht. Das Verhalten solcher Vorgesetzter ist schon ekelhaft
Chris, Sonntag, 23.Dezember, 10:06 Uhr
9. Unrecht
Diese Entscheidung widerspricht der Unschuldsvermutung. Das Urteil muß von einer höheren Instanz einkassiert werden.
Guido, Samstag, 22.Dezember, 00:05 Uhr
8. Welche Unternehmen waren das wohl?
Ich finde, dass diese Strafe gar nicht mal so unangebracht ist. Ich nehme mal ziemlich stark an, dass eines der drei ungenannten Unternehmen ein sehr bekannter Hersteller von Mikroprozessoren ist, dessen Hauptkonkurent heute noch unter den Folgen leidet und erst kürzlich bekanntgab, ca. 20% der Belegschaft auf die Straße setzen zu müssen. Die Strafe in Höhe von EUR 1.06 Mrd, die 2009 von der EU verhängt wurde, ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen.
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