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Tarifkampf 5000 Teilnehmer bei Warnstreiks der IG Metall

Die IG Metall hält den Druck auf die Arbeitgeber aufrecht, am Freitag wurden in ganz Schwaben Betriebe bestreikt. Die Gewerkschaft spricht von 5000 Streikteilnehmern, unter anderem in Mindelheim, Immenstadt, Pfronten, Memmingen und Füssen. Die nächste Verhandlungsrunde steht am Montag an.

Stand: 12.01.2018

Streik bei Premium Aerotec in Augsburg, IG Metall | Bild: BR

Tausende Beschäftigte der schwäbischen Metall- und Elektroindustrie haben sich an den Streiks beteiligt. Schwerpunkt war das Allgäu, unter anderem bei Grob in Mindelheim, Bosch in Immenstadt, Deckel Maho in Pfronten, Goldhofer in Memmingen, und PMG in Füssen legten viele Beschäftigte die Arbeit nieder, ebenso bei Bosch Rexroth in Elchingen, sowie Agco und Liebherr. Die Gewerkschaft spricht von 5000 Streikteilnehmern in neun Betrieben.

Beschäftigte fordern mehr Flexibilität

Betroffen von den Warnstreiks waren unter anderem AGCO Fendt in Marktoberdorf, Bosch in Blaichach, GROB in Mindelheim, Voith Turbo in Sonthofen, Deckel Maho in Pfronten, Liebherr Verzahntechnik in Kempten, Liebherr Lindenberg sowie Goldhofer in Memmingen. Ganz oben auf der Liste der Forderungen steht dabei mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten.

"Die Mitarbeiter in der Metallindustrie haben in der Mitgliederbefragung gezeigt, dass es dringend notwendig ist, tarifvertraglich etwas in Bezug auf Arbeitszeit zu machen. Und das zeigt sich denke ich auch an der Teilnahme, denn die Menschen wollen den Arbeitgebern einfach zeigen: Flexibilisierung kann nicht nur in eine Richtung gehen, sondern das muss auch zum Wohle der Beschäftigten sein."

Dietmar Jansen, Geschäftsführer der IG Metall Allgäu

IG Metall will sechs Prozent mehr Lohn

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie die Möglichkeit, ihre Arbeitszweit für zwei Jahre befristet auf 28 Stunden in der Woche zu reduzieren. Beschäftigte mit Kindern, die Angehörige pflegen oder unter besonders belastenden Bedingungen arbeiten, sollen einen Lohnausgleich erhalten. Außerdem fordert die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Lohn.

Weitere Aktionen bereits in Planung

Bereits am Dienstag und Mittwoch hatten mehrere tausend Arbeitnehmer in Schwaben gestreikt. Betroffen waren davon etwa MAN Diesel & Turbo, Ledvance und Premium Aerotec in Augsburg und der Automobilzulieferer PMG in Füssen. Die Gewerkschaftsmitglieder stellen sich aber bereits auf weitere Warnstreiks nach der nächsten Verhandlungsrunde ein.

"Wir werden im Allgäu keine weiteren Aktionen übers Wochenende machen. Ich hoffe, dass wir dann am Montag endlich mal ein vernünftiges Angebot kriegen von den Arbeitgebern und keine Forderungen. Vielleicht nähern wir uns ja. Ich befürchte aber, dass es nicht soweit kommt und wir planen schon die nächsten größeren Aktionen für Ende nächster und Anfang übernächster Woche."

 Dietmar Jansen, Geschäftsführer der IG Metall Allgäu

Am Montag treffen sich die Tarifparteien zur dritten Verhandlungsrunde.


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