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Firmensitz bei Augsburg Vorwurf Tierquälerei: McDonald's zeigt Schlachthof an

Tierquälerei im Schlachthof? Auf Filmaufnahmen von Tierschützern ist zu sehen, wie sich Rinder noch beim Ausbluten bewegen. Das bringt auch McDonald's in Zugzwang. Die Fastfood-Kette wird von dem Schlachthof beliefert.

Von: Andreas Herz

Stand: 15.02.2018

Symbolbild: Rinder im Schlachthof | Bild: picture-alliance/dpa

Mit versteckter Kamera haben die Tierschützer im Schlachthof des Unternehmens OSI gefilmt – auf den Aufnahmen sei zu sehen, wie sich Rinder beim Einstich in den Hals und beim Ausbluten bewegen. Ein Hinweis auf "verheerende Zustände", so der Tierschutz-Verein Soko Tierschutz, der die Aufnahmen gemacht hat.

200 Rinder pro Tag

Auch McDonalds wurde von der Firma OSI mit Europa-Sitz im schwäbischen Gersthofen bei Augsburg beliefert. Die Fastfood-Kette spricht von nicht akzeptablen, gravierenden Verfehlungen. In dem Schlachthof im baden-württembergischen Tauberbischofsheim werden täglich rund 200 Rinder geschlachtet. Schon 2015 wurden dort Mängel entdeckt. Nun wurde der Betrieb bis auf Weiteres geschlossen. Vom Veterinäramt gesichtete Überwachungsvideos hätten Anlass zum sofortigen Handeln gegeben, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamts.

Missstände in Bayern

In Bayern hatte es in den letzten Jahren immer wieder gravierende Missstände in Schlachtbetrieben gegeben, wie etwa Recherchen des BR-Magazins Report München zeigten. Die Behörden reagierten darauf mit der Ankündigung verschärfter Kontrollen.

Im konkreten Fall haben McDonald's und Tierrechtsaktivisten nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Verantwortliche eines Schlachthofs des Nahrungsmittelkonzerns gestellt. Es gehe um den Verdacht auf Verstoß gegen den Tierschutz, teilten das Unternehmen und der Verein Soko Tierschutz mit. Es ist nicht das erste Mal, dass bei Zuliefer-Betrieben von McDonald's Probleme zu Tage treten.

Das sagt das Unternehmen

Die OSI-Zentrale in Gersthofen will die Vorwürfe nun untersuchen. Der Geschäftsführer der OSI Europe Foodworks, Erik Schöttl, erklärte gegenüber "Stern TV": "Wir haben Hinweise auf eine exzessive Elektrotreiber-Nutzung und unangemessene Treiber-Platzierung. Außerdem haben wir Fälle gesehen, bei denen der generelle Umgang von Mitarbeitern mit Tieren entweder nicht angemessen oder ineffektiv war."


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Michael D., Donnerstag, 15.Februar, 13:55 Uhr

7. Unsägliche Spirale!

Schächten ist aber doch seit etlichen Jahren wieder erlaubt in Deutschland, oder? Ehrlich, ich kriege soooooooo einen Hals, was mit den armen Tieren so angestellt wird, ehe sie ausgelitten haben! Da dreht sich jedem Tierfreund der Magen um! Wie aber geht es denn in diesen Großbetrieben zu? Dort geht es nur um Profit. Und die Leute kriegen ja heutzutage auch nicht mehr genug, wollen alle billig, billiger, möglichst nur noch zum Schnäppchenpreis einkaufen. Ich lese die Werbung nie von Aldi oder Netto - da kriegt man doch gleich einen Ekel bei den Niedrigangeboten von Gehacktem! Die Handelsketten drücken die Preise - die sind eigentlich die Hauptschuldigen! Die Schlachtbetriebe sind denen doch ausgeliefert.

Tierwohl, Donnerstag, 15.Februar, 11:42 Uhr

6. Schuld ist fast NUR der Verbraucher!

Das ganze Leben ist für viele Nutztiere eine Qual, da ist der grausame Tod nur noch der Höhepunkt einer Leidenskette.
Dafür gibt es viele Gründe, aber sind wir dioch ehrlich, nur wenige würde noch Fleisch essen, wenn sie das Tier selbst schlachten müssten!
Einige Jahrzehnte habe ich null Fleischprodukte bzw. Fleisch gegessen, aktuelle esse ich ein bis zwei Mal im Monat Lamm vom Biohof.
Und die Folge meiner Haltung erlebe ich besonders in Bayern immer noch deutlich, besonders wenn ich mit Kunden aus Bayern speisen gehe. Immer wieder wird mein Essverhalten zum Thema gemacht, teils belächelt, teils als Spinnerrei verurteilt. Ich sei halt kein echter Bayer, denn der braucht Fleisch!
Und genau diese Haltung ermöglicht es einer Branchen, die in Teilen höchst krimminell ist, mit allem was vor ihr vors Messer kommt skrupellos umzugehen.
Und wer beim Fastfoodanbieter kauft, der macht sich über das Leben allgemein und über die Umwelt ohnehin selten tiefgreifende Gedanken.

  • Antwort von thorie, Donnerstag, 15.Februar, 11:54 Uhr

    "....Und genau diese Haltung ermöglicht es einer Branchen, die in Teilen höchst krimminell ist, mit allem was vor ihr vors Messer kommt skrupellos umzugehen...."
    falsch !
    nur dass fleisch gegessen wird, ist an nichtsachgerechter schlachtung nicht schuld!

Holger Mu., Donnerstag, 15.Februar, 11:18 Uhr

5. Was hier tatsächlich passiert ist

"Tierschützer" haben Aufnahmen gemacht und eine Kampagne gestartet in der MC Donalds angeprangert wurde.Die public relations Abteilung von MCD hat reagiert um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Das Landratsamt hat ebenfalls reagiert um sich nicht sagen zu lassen Sie hätte nichts getan. Ob in diesem Betrieb Fehlverhalten grundsätzlich üblich war und geduldet wurde oder ob dort nur eventuell eine oder mehrere Hilfskräfte sich unangemessen verhalten haben ist uns allen vollkommen unbekannt. Das aber immer wieder der Eindruck durch die Medien erweckt wird, daß in einem Land mit den strengsten Tierschutzgesetzten der Welt Tierqualerei in der Viehwirtschaft irgendwie üblich und alltäglich ist, ist schon perfide.

  • Antwort von B. Sachse, Donnerstag, 15.Februar, 14:16 Uhr

    Letztendlich gehen die Tierschützer nicht darum, überall aufzuklären. Schließlich ist das Schächten von Tieren nie ein Thema bei denen. Obwohl es seit Jahren hier wieder praktiziert wird, da ja Muslime es so haben wollen. Die Tierschützer haben hier zwar "den Daumen drauf gehalten", aber halt auch nur hier, weil es sich wohl um einen ansässigen Schlachtbetrieb handelt. Es ist wirklich schrecklich, wie man immer noch, im 21ten Jahrhundert, mit Tieren umgeht. Im konkreten Fall ist übel gehandelt worden. Ob immer, oder generell - keine Ahnung. Auf jeden Fall ist der Druck der Handelsketten auf Schlachtbetriebe ein Faktor, der auch mitspielt. Als Verbraucher bezahlt man den Preis, der ausgeschildert ist. Durch das zu billige Anbieten wird ja leider immer mehr Fleisch gekauft. Wenn man so hört, wie da gewüstet wird - jeden Tag gibt es bei manchen Mitbürgern Fleisch und Wurst, das regt mich maßlos auf! Wir kaufen beim Privatfleischer, nur Sonntag gibt es einen Braten, wie auch wenig Wurst.

  • Antwort von EUROPASTOLZ, Donnerstag, 15.Februar, 14:22 Uhr

    ...oder es grenzt an völlige Naivität zu glauben, dass nur in diesem Schlachthof und nur währen dieser Aufnahmen der Soko Tierschutz solch tierquälerische Praxis angewendet würde.

    Tiere könnnen sich nicht wehren und wenn der Akkord drückt, ist es ein Leichtes, Menschen dazu zu bringen, alles zu vergessen, wenn sie dadurch nur mehr Geld verdienen können. Und als Kollege in einer solchen Truppe werden Sie sich kaum gegen die anderen durchsetzen können, wenn Sie den Tierschutz einfordern.

    Nebenbei - Schlachthof und Tierschutz sind zwei sich diametral widersprechende Begriffe. Es geht hier lediglich um etwas weniger Tierquälerei - sonst nix.

    Wenn Sie Tiere wirklich schützen wollen, hört die Verfütterung von tierischem Esse völlig auf. Nicht nur einen Veggieday, sondern derer 7 in der Woche sind dann nötig.

    Tierschutz ist Machbar, Herr Nachbar!

Alexander K., Donnerstag, 15.Februar, 09:39 Uhr

4. Ich bin da ganz und gar ...

... bei Das Leihschwein, der es auf den Punkt gebracht hat:

denn dieses ganze Gequatsche hat doch überhaut keine Wirkung.

Frank, Donnerstag, 15.Februar, 09:25 Uhr

3. barbarische Zustände in Deutschland

es macht mich sprachlos, wenn ich über die Zustände nachdenke. Ich empfinde tiefe Verachtung gegenüber den "CEO's" sowie den Verantwortlichen dieser Drecks-Firmen, welche nun plötzlich empört Strafanzeige gestellt haben. Für mich ist das nichts anderes als Heuchlerei. Ich unterstelle Mal, dass diese Leute sehr gut um die unsäglichen Zustände bescheid wussten... aber so lange es "gut Geld bringt..." Ein Chef, der nicht weiß was in seinem Betrieb läuft, ist kein Chef und als Führungskraft nicht geeignet. Ich wünsche für die Zukunft dieser Leuten alles denkbar Schlechte. Zwischen den Ohren haben diese miesen Typen nur Geldscheine - sonst nix. McDonalds ist auch mitverantwortlich - für "die" gibt's von mir künftig keinen Euro mehr.