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Augsburger Medizinfakultät eröffnet Seehofer: Startschuss für "Jahrhundertprojekt"

Ministerpräsident Seehofer hat in Augsburg den Startschuss für die neue Medizinfakultät gegeben. Bei der Gründungsfeier in der Universität betonte der CSU-Chef, dass die Stadt durch die Uni-Klinik künftig in einer anderen Liga spiele: im Wissenschaftsbetrieb, in der medizinischen Versorgung, bei Wachstum und Beschäftigung.

Stand: 02.12.2016

Die Fakultät, deren Gründung Seehofer im Jahr 2009 versprochen hatte, sei ein "Jahrhundertprojekt", sagte der Ministerpräsident. Nach Seehofers Festrede diskutierte Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) bei einem Experten-Podiumsgespräch über die Perspektiven der neuen Augsburger Universitätsmedizin.

Protest gegen Seehofers Asylpolitik

Abseits der Gründungsveranstaltung versammelte sich der sozialistisch-demokratische Studierendenverband (SDS). Etwa 20 junge Männer und Frauen nahmen an der Veranstaltung auf dem Europaplatz auf dem Campus teil. Ihr Protest richtete sich laut Polizei gegen die Asylpolitik von Ministerpräsident Seehofer.

Die Veranstaltung im Hörsaal wurde durch die Demo nach Angaben der Polizei nicht gestört. Einzelne Demonstranten erhielten jedoch einen Platzverweis.

Universität "stolz" auf Lehrkonzept

Die Universität Augsburg vollziehe mit der Errichtung einer Medizinischen Fakultät den bedeutendsten Ausbauschritt der letzten Jahrzehnte, sagte Universitätspräsidentin Sabine Doering-Manteuffel:

"Wir sind stolz auf unser vom Wissenschaftsrat einstimmig angenommenes Forschungs- und Lehrkonzept, das mit den innovativen, hochaktuellen und zukunftsweisenden Schwerpunkten Umweltmedizin und Medizininformatik der Universität Augsburg weiter den Weg in die Spitzenforschung ebnen wird."

Universitätspräsidentin Sabine Doering-Manteuffel

Der Oberbürgermeister

Kurt Gribl

Auch Augsburgs OB Kurt Gribl sieht die hohe Bedeutung der künftigen Uniklinik für Augsburg. Er nannte die neue Klinik mit dem geplanten Medizincampus "ein strukturpolitisches Signal allererster Güte". Für die Stadt, so Gribl vorab zum BR, seien damit "enorme wirtschaftliche wie städtebauliche Impulse verbunden." Der Aufbau der Universitätsmedizin sichere langfristig die medizinische Versorgung von rund zwei Millionen Menschen in der Region auf allerhöchstem Niveau.

Der Landrat

Landrat Martin Sailer hofft dabei auch auf einen wirtschaftlichen Aufschwung für die gesamte Region. "Die Aufwertung zur Uniklinik bringt viele positive Auswirkungen mit sich, die weit über die Grenzen des Klinikums selbst zu spüren sein werden", sagt er.

Landrat Martin Sailer

Aus Sicht des Landrats verbessert sich "für Patienten die medizinische Versorgung, die Wissenschaft erhält ein neues Forschungszentrum und durch den wirtschaftlichen Aufschwung, der damit einhergeht, entstehen in der Region viele neue Arbeitsplätze". Er freue sich sehr, dass nun wirklich realisiert werden könne, was Oberbürgermeister Kurt Gribl und er 2008 versprochen haben: das Klinikum Augsburg in eine sichere Zukunft zu führen, so der Landrat.  

Am Augsburger Klinikum sind derzeit mehr als 5.300 Mitarbeiter beschäftigt, jährlich werden an die 260.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Mit dem Ausbau zur Uniklinik sollen dann rund 100 Medizinprofessoren und 1.000 Mitarbeiter in Augsburg etwa 1.500 Medizinstudenten ausbilden.

Wann geht's los?

Die ersten Studierenden sollen im Wintersemester 2019/20 an den Start gehen. Geplant ist unter anderem ein humanmedizinischer Studiengang sowie Forschung in den Schwerpunktfeldern Medizininformatik und Umweltmedizin. Rund um das bisherige Klinikum im Stadtteil Kriegshaber, derzeit ein Krankenhaus der Maximalversorgung, soll ein knapp 14 Hektar großer Medizincampus entstehen, mit Hörsälen, Betriebsgebäuden und Wohnheimen. Die geplanten Investitionskosten des Freistaats für die Uniklinik belaufen sich auf rund 750 Millionen Euro.


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Barbara, Freitag, 02.Dezember, 14:12 Uhr

1. Hundert Medizin-Professoren in A ugsburg?

Und was ist, wenn es keine Kranken mehr gibt? Sind dann alle Ärzte arbeitslos?

  • Antwort von Christoph Arnowski, Freitag, 02.Dezember, 18:00 Uhr

    @Barbara: Wie kommen Sie auf die Idee, dass es in einer immer älter werden Gesellschaft keine Krankheiten mehr gibt? Im Ernst: die Professoren sollen ja nicht nur im Uni-Klinkum behandeln, sondern auch forschen und bis zu 1500 Medizinstudenten ausbilden. Dann gibt es natürlich jedes Jahr neue Ärzte, aber ich fürchte, wir alle werden diese mehr oder weniger brauchen.