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Inhaftierte Journalistin Vater darf Meșale Tolu besuchen

Nach zehn Tagen Untersuchungshaft hat der Vater der in der Türkei inhaftierten deutschen Übersetzerin Mesale Tolu seine Tochter erstmals im Istanbuler Gefängnis besucht.

Stand: 15.05.2017

Gefängniszelle (Symbolfoto) | Bild: pa/dpa

Er habe eine knappe Dreiviertelstunde mit ihr sprechen können und ihr den zweieinhalbjährigen Sohn übergeben, der von nun an bei seiner Mutter im Frauengefängnis bleiben soll, sagte Ali Riza Tolu der Deutschen-Presse Agentur am Montag. Anti-Terror-Einheiten waren am 30. April in die Istanbuler Wohnung von Meșale Tolu eingedrungen und hatten die 33-Jährige vor den Augen ihres Sohnes festgenommen.

Mit dem Kind im Gefängnis

Nach Angaben seiner Tochter übte die Polizei "psychischen Druck" aus. Sie hätten ihr vorgeworfen, sie sei eine deutsche Agentin". Die Polizei habe den Sohn einfach zu fremden Nachbarn gebracht, bevor er unter die Obhut von Verwandten gekommen sei. Am 5. Mai wurde Haftbefehl erlassen, seitdem sitzt Meșale Tolu im Frauengefängnis im Istanbuler Stadtteil Bakirköy. Ihr wird laut Haftbefehl vorgeworfen, Mitglied der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) zu sein, die in der Türkei als Terrororganisation gilt. Tolu arbeitete für die linksgerichtete Nachrichtenagentur Etha.

Tolu ist deutsche Staatsbürgerin

Ihrem Vater sagte sie: "Ich bin Übersetzerin und Journalistin, aber sie versuchen mir eine Schuld anzulasten." Die Bundesregierung hatte am Freitag Zugang zu Meșale Tolu gefordert, die deutsche Staatsbürgerin ist. Ihr Vater sagt, er stehe in enger Verbindung mit den deutschen Behörden.


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