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Unausgegorenes Bahn-Angebot Ulm-Augsburg-München: Kaum jemand reserviert im Fugger-Express einen Sitzplatz

Stehen im Zug bedeutet für viele Bahn-Pendler Stress. Immerhin: Auf der Strecke Ulm-Augsburg-München könnten sich Zugpendler im Fugger-Express seit kurzem einen Sitzplatz reservieren, nur tun sie es nicht.

Stand: 15.11.2017

Fugger-Express | Bild: BR/Lorenz Storch

Pendler, die den Fugger-Express nutzen, müssen wegen voller Züge oft stehen. Deshalb hätten sich die Fahrgäste ein Reservierungsangebot, das es nun gibt, explizit gewünscht, sagt die Bahn. Nach Recherchen des BR-Studios Schwaben werden die Reservierungen aber bisher kaum genutzt. So haben nur rund 100 Menschen in den ersten zwei Monaten einen Sitzplatz im Fugger-Express reserviert. Gemessen an der Zahl der Fahrgäste ist das ein verschwindend geringer Prozentsatz, nämlich nur 0,001 Prozent der Bahnreisenden im Fugger-Express.

Reservierungssystem fehlerhaft?

Kritik am neuen Reservierungssystem kommt vom Fahrgastverband Pro Bahn. Das Reservierungssystem sei nicht ausgereift. Ein reservierter Platz gelte in allen Wagen. Damit sei unklar, welcher Platz tatsächlich reserviert ist, bemängelt der Verband und befürchtet zunehmend Streitereien im Berufsverkehr. Die Bahn möchte aber am neuen Reservierungsangebot festhalten. Und mit dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember noch einmal darauf aufmerksam machen.

40 Euro kostet die Platz-Reservierung im Jahresabo, einmalig einen Euro. Dabei gibt es Tickets für Einzelfahrten aktuell nur am Automaten und am Service-Schalter, nicht in der App oder online.


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