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Sensation in Augsburg Blatt aus einer Gutenberg-Bibel entdeckt

Wissenschaftler sind begeistert: Ein Blatt einer Gutenberg-Bibel, dem ersten größeren gedruckten Buch mit beweglichen Lettern, ist in der Staats-und Stadtbibliothek Augsburg aufgetaucht. Das farbige Pergament-Blatt blieb lange Zeit unbeachtet.

Stand: 21.09.2017

Blatt aus Gutenberg-Bibel | Bild: Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Das lag daran, dass das wertvolle Relikt zweckentfremdet worden war. So wurde es bis zu seiner Entdeckung als Einband eines Druckes des frühen 17. Jahrhunderts wiederverwendet. Es zeigt den Beginn der Apokalypse mit der Darstellung des Evangelisten Johannes, der lange als Autor dieses Bibelbuches angesehen wurde.

Fragment gehört zu einer unbekannten Gutenberg-Bibel

Der Buchschmuck in Deckfarben und Gold kann einem Buchmaleratelier, der sogenannten „Pfauenwerkstatt“, zugeschrieben werden. Vermutlich hat der böhmische Gründer dieser Werkstatt, der „Illuminator der Berliner Gutenbergbibel“, die Miniatur gemalt. Das Augsburger Fragment gehört somit zu einer in der Forschung unbekannten dritten in dieser Werkstatt ausgemalten Gutenberg-Bibel. Außerdem ist sicher, dass das Blatt aus keinem der bisher überlieferten Pergamentexemplare stammt. Es lässt sich auch keiner der Gruppen der bekannten Pergamentfragmente der Gutenberg-Bibel zuordnen.

Ab 19. Oktober in einer Ausstellung zu sehen

Wann die ursprüngliche Bibel, von der bisher nur das jetzt von Diplom-Bibliothekar Wolfgang Mayer aufgefundene Fragment bekannt ist, für Buchbindezwecke zerlegt wurde, ist unbekannt. In der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg werden nun insgesamt zwei Pergamentfragmente von zwei verschiedenen Gutenberg-Bibel-Exemplaren beherbergt. Beide werden in der Ausstellung „Gold und Bücher lieb ich sehr …“ ab 19. Oktober 2017 zu sehen sein.


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Barbara, Freitag, 22.September, 14:18 Uhr

5. Eine der ältesten Bibel-Übersetzungen ist die sog. "Vulgata".

Geschrieben vom Hl. Hieronymus im 1. Jahrhundert nach Christus im Hl. Land.

Wolfgang, Donnerstag, 21.September, 20:40 Uhr

4. Forschung an alten Bibeln? Welcher gesellschaftlicher Nutzen?

Die Entwicklung der Textfassungen ist bekannt, ebenso die damalige Saz- und Drucktechnik.

Auch gibt es viele erhaltene und auch gut reproduzierte Beispiele für Satz, Druck und farbliche Ausgestaltung. Welcher gesellschaftlich wirksamer udn rentierlicher Erkenntnissgewinn ergibt sich aus 10 Jahre Arbeit eines Forscher der sich damit beschäftigt, dessen "Forschungsarbeitsplatz" mit Sekretariat, Technik, Material, Handwerker und Räumen 250 000€/jahr kostet?

Leonia, Donnerstag, 21.September, 19:49 Uhr

3. Einzelblatt oder Teil eines Bandes

Es wäre interessant zu wissen, weshalb man glaubt, es müsse sich um ein Blatt eines zerlegten Bandes gehandelt haben. Könnten nicht auch ausgemalte Einzelblätter (bzw. Doppelblätter) übrig geblieben sein, die aus irgendwelchen Gründen nicht in einem Bibelband Verwendung fanden?

Barbara, Donnerstag, 21.September, 19:44 Uhr

2. Na also, endlich:

"Wer suchet, der findet!"

websaurier, Donnerstag, 21.September, 15:50 Uhr

1. Bitte nicht verwechseln...


...mit den bekannten "Guttenberg"-Nachdrucken !!!