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Kraxeln in Kaufbeuren Senioren lassen Nachwuchs alt aussehen

Rentner sind heute oft fitter als mancher Jugendlicher, wie zum Beispiel die Seniorenklettergruppe des Alpenvereins Kaufbeuren. Mindestalter: 60. Und die Kletterfans lassen in der Halle manch Jüngeren buchstäblich alt aussehen.

Von: Rupert Waldmüller

Stand: 23.02.2017

Herbert Löhle ist 72. Die Seniorenklettergruppe am Montagvormittag ist seit Langem ein fester Termin in seinem Kalender.

"Ich bin eh immer in die Berge gegangen und habe Klettersteige gemacht. Und das macht so viel Spaß in so einer Gruppe."

Herbert Löhle, 72

An der neun Meter hohen Kletterwand kraxeln die Senioren des Kaufbeurer Alpenvereins erstaunlich schnell empor. Herbert Löhle traut sich sogar an den so genannten Rentnerschreck: Scheinbar mühelos klettert er die Tour an der Wand hoch bis zur Decke und dann auch noch das letzte Stück kopfüber, bis er in der Mitte des Kletterturms hängt. Die Bewunderung der anderen ist ihm sicher - und ein gutes Training sowieso. Löhle findet, nicht nur die Beweglichkeit wird gefördert,auch die Muskeln werden wieder straffer.

"Das ist einfach besser als Fitness."

Herbert Löhle

Rosemarie Piesche ist mit 69 zum Klettern gekommen. Aus Spaß hat sie sich damals einfach an der Kletterwand ausprobiert und sofort Blut geleckt. Zum 70. gab's dann die Kletterausrüstung. Heute ist sie 75 und klettert noch immer leidenschaftlich gern. Ans Aufhören denkt sie noch lange nicht.

Ein Sport mit Suchtpotential

Ulrich Beer gehört mit 69 Jahren zu den Jüngsten in der Seniorenklettergruppe. Das Klettern tut ihm einfach gut, sagt er. Und wer glaubt, der Ehrgeiz verfliegt mit der Zeit, der irrt:

"Das ist ja auch eine Herausforderung gerade für Senioren: Der eine hat einen Fünfer geschafft, also schaffe ich einen Fünf Plus. Oder der hat einen Sechser geschafft, schaffe ich sechs Plus und so weiter."

Ulrich Beer, 69

Nach der Anstrengung folgt die Belohnung

Im Sommer klettern die Senioren selbstverständlich auch draußen an der 16 Meter hohen Außenanlage. Und nach zwei Stunden kräftzehrenden Kletterns gibt's jedes Mal eine ordentliche Brotzeit.

  • BR-Korrespondent Rupert Waldmüller | Bild: BR Rupert Waldmüller

    Rupert Waldmüller ist seit 2008 BR-Korrespondent im Allgäu. Schwerpunkte sind der Landkreis Ostallgäu, Kaufbeuren und Kempten.


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