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Neue Ära BR eröffnet neues Studio in Augsburg

Der Bayerische Rundfunk hat am Montag das neue BR-Studio Schwaben in Augsburg eröffnet. Aus dem vierten Stock des früheren Fuggerstadt-Centers wird nun trimedial berichtet, mit Hörfunk, Online- und Fernsehkollegen unter einem Dach.

Stand: 08.05.2017

Ein Besuch von Kanzlerin Angela Merkel bei Kuka wie vor zwei Jahren wird jetzt nicht mehr in München geplant, sondern direkt in Augsburg. Hier wird zum Beispiel entschieden, wer die Nachrichten auf B5 aktuell beliefert, wer einen Beitrag für die Rundschau macht und wer die BR24 App bestückt. Auch die Themen aus den Korrespondentenbüros in Günzburg, Donauwörth, Kempten und Lindau schlagen hier auf. Die Absprachen sollen künftig einfacher sein, das wünscht sich jedenfalls Redaktionsleiter Josef Böck.

Josef Böck, Leiter der Regionalredaktion Schwaben des Bayerischen Rundfunks | Bild: BR

"Ich hoffe, es wird stringenter, wir werden uns die ein oder andere Recherche sparen können, weil sie eben einer schon gemacht hat und die anderen informiert und ich glaube, das wird auch spürbar sein, dass die Qualität der Berichterstattung aus Schwaben sich dadurch natürlich nochmal ein Stück verbessert."

Josef Böck, Redaktionsleiter

Künftig wird diese Sendung direkt aus dem BR Studio Schwaben kommen. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl ist beeindruckt von den neuen Möglichkeiten:

Neues BR-Studio: Das sagen die Augsburger

"Mal nicht provinziell"

Ich finde es toll, dass es in Augsburg auch so ein Studio gibt, weil München zieht ja viel mehr an und die meisten Sachen sind ja in der Landeshauptstadt und es ist schön, dass Augsburg auch mal nicht nur so provinziell behandelt wird.

"Das ist sehr gut"

Gut oder vielleicht sogar sehr gut, weil man vor Ort einfach die Problematik näher beleuchten kann.

"Mehr Augsburger Szene"

Mich freuts, wenn Augsburg in der Richtung auch ein bissl ins Gespräch kommt, so fühlen wir uns manchmal so als Verlassene. Einfach weniger München zentrierte Berichterstattung, mehr auch die interessante örtliche Augsburger Szene.

"Nicht nur FCA"

Ich wünsche mir, dass auch über Augsburg berichtet wird, nicht nur über die Puppenkiste oder den FCA.

Jim Knopf und Raul Bobadilla haben Augsburg zwar deutschlandweit bekannt gemacht, aber die Stadt hat noch mehr zu bieten. Da ist sich Peter Saalfrank sicher. Er ist Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben und hofft, dass der BR noch mehr über die regionale Wirtschaft berichtet.

"Jetzt mal hier im Büro des Bayerischen Rundfunks die ein oder andere Fernsehaufnahme machen zu können oder auch auf technologischer Hinsicht, Internet et cetera aktiver zu sein, das sind Dinge, die werden uns noch näher zusammenbringen. Und dann wird es eine bessere Präsenz der Wirtschaftsthemen Schwabens im BR geben."

Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer IHK Schwaben

Los ging's mit ISDN

Mit dem neuen BR-Studio Schwaben will der Bayerische Rundfunk seine journalistischen Kräfte in der Region bündeln. Ziel ist es, Hörfunk, Fernsehen und die verschiedenen Angebote in der digitalen Welt zu synchronisieren, gemeinsam zu planen und zeitnah alle Ausspielwege zu bedienen.

Der BR betreibt seit 1992 Korrespondentenbüros im klassischen Sinn. Die ISDN-Technik ermöglichte es damals, Fahrtwege ins Studio zu vermeiden und per ISDN in sehr guter Qualität ins Funkhaus zu überspielen. Das erste derartige Studio entstand in Kempten. Noch im gleichen Jahr folgte Augsburg, dann kamen Lindau, Donauwörth und Günzburg dazu. In Augsburg war das Korrespondentenbüro bis 2003 in der Kongresshalle untergebracht, später am jetzigen Standort am Bahnhof.


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