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Lebende Rasenmäher Schafe grasen auf Augsburger Uni-Campus

Auf dem Campus der Augsburger Universität sind jetzt vier Schafe unterwegs. Sie sind Teil des Projekts "Weidestadt Augsburg" und sollen mithelfen, eigens angelegte Heideflächen zu erhalten.

Von: Barbara Leinfelder

Stand: 19.06.2017

Die Biotopflächen wurden auf dem Außengelände des Wissenschaftszentrums Umwelt (WZU) vor vier Jahren für die Studierenden angelegt. Sie lernen auf der sogenannten Uni-Heide zum Beispiel, die typischen Pflanzen der Lechheide zu bestimmen. Schafbock Träumer, die Schafe Paula und Schneeflöckchen und ein Lamm, Mutter ist Schneeflöckchen, sollen die eingezäunte Grünflache, rund 500 Quadratmeter, nun testweise abgrasen. Wenn die Beweidung erfolgreich ist, könnten die Flächen auch in Zukunft von Schafen "gepflegt" werden.

Die eingesetzten Schafe sind ostpreußische Skudden. Die Tiere machen keinen Lärm, verlieren kein Öl und seien auf Dauer die kostengünstige Lösung, um Grünflächen kurz zu halten, sagt Norbert Pantel vom Landschaftspflegeverband der Stadt. Der Verband hat in Augsburg schon verschiedene Beweidungsprojekte umgesetzt. Das Besondere hier jedoch, dass die Schafe zu den Menschen kommen und nicht umgekehrt.

"Das ist hier ein Test, solche kleinflächigen Weidungsprojekte zu initiieren. Wir haben ne ganze Reihe von kleinen Grünflächen quer über die Stadt verteilt, wo wir ne Menge Potenzial haben, um da mit Beweidung etwas zu machen - und eben Beweidung wieder in Augsburg zu etablieren."

Norbert Pantel vom Landschaftspflegeverband der Stadt

Mehr Licht und Raum für die wertvollen Heidepflanzen

Die Universität ist auf früheren Lechheiden erbaut, die durch jahrhundertelange Schafbeweidung entstanden sind. Von daher liege es nahe, das Schaf als Rasenmäher und als Studienobjekt wieder zurück auf den Campus zu bringen, so Ildiko Remenyi-Vogt von der CityFarm Augsburg, eine Art Mini-Bauernhof. Die Expertin für Umweltbildung betreut zusammen mit ihrem Mann Benjamin das Projekt. Die vier Schafe gehören zu einer circa 20-köpfigen Schaf- und Ziegenherde der CityFarm, die im Auftrag des Landschaftspflegeverbands auch schon im Norden der Stadt bei der Pflege eines Biotops am Gablinger Weg mithelfen.

"Achtung! Schafe bitte nicht füttern!" Gras haben die Schafe an der Augsburger Uni genug.

Auch während des Pressetermins lassen sich die Schafe die feinen Kräuter der Wiese schmecken. Die wurde vor einige Jahren mit Mähgut von den Lechheiden angelegt, mittlerweile wachsen viele seltene Pflanzen hier. Die Schafe werden einen guten Job machen, ist sich Remenyi-Vogt sicher, denn die Tiere fressen nur das, was weg muss. "In erster Linie bevorzugen sie Gräser. Das wollen wir ja auch, dass das Ganze ein bisschen ausgegrast wird, dass die besonderen Heidepflanzen mehr Licht und Raum haben, um zu wachsen. Kleepflanzen fressen sie auch sehr gerne", erläutert die Fachfrau den Speiseplan.

Und irgendwann eine große Herde?

Jens Soentgen, der Leiter des Wissenschaftszentrums Umwelt, freut sich über den tierischen Zuwachs, und die Tatsache, dass jetzt direkt vor seinem Büro Schafe unterwegs sind. "Wir haben eine Campuscat, also eine Katze, die für den Campus der Uni typisch ist. Jetzt haben wir Schafe. Unser Wunsch ist, das hier irgendwann eimal eine ganze Schafherde unterwegs ist."

Schaf-Infopoint

Lehramtsstudierende mit dem Fach Biologie sind in die Haltung der Schafe aktiv eingebunden und stehen mit ihrem bereits erworbenen Expertenwissen am Schaf-Infopoint für Fragen zur Verfügung. Dieser befindet sich am Dienstag, 20. Juni, von 10 bis 11.30 Uhr sowie von 14 bis 15.30 Uhr und am Mittwoch, 21. Juni, von 11.45 bis 13.15 Uhr sowie von 17.30 bis 19 Uhr vor dem Wissenschaftszentrum Umwelt (innocube, Universitätsstraße 1a).


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Selim, Montag, 19.Juni, 14:14 Uhr

1. tolle Idee

soweit ich weiß, hat mal eine Schafherde den Freisinger Domberg frei gehalten.
Da brauchen diese Tiere auch keine Angst vorm bösen Wolf zu haben.
Mäh