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Riedberger Horn Seehofer lädt Skischaukel-Gegner zu zweitem Treffen ein

Nach dem heutigen Treffen zwischen Ministerpräsident Horst Seehofer und der Bürgerinitiative "Freundeskreis Riedberger Horn" wurde ein zweites Treffen noch vor Weihnachten vereinbart. Auf Seehofers Wunsch sollen dann auch örtliche Landtagsabgeordnete in die Staatskanzlei kommen. Von Arne Wilsdorf und Sebastian Kraft

Von: Arne Wilsdorf, Sebastian Kraft

Stand: 24.10.2017

Der "Freundeskreis Riedberger Horn" in der Staatskanzlei (von links nach rechts: Martin Simon, Katharina Simon, Barbara Schäffeler, Peter Nessen) | Bild: Arne Willsdorff/BR

Eineinhalb Stunden lang diskutierten heute Nachmittag vier Skischaukelgegner mit dem Bayerischen Regierungs-Chef über die Stimmung in der allgäuer Bevölkerung jenseits der betroffenen Gemeinden und alternative Wintertourismuskonzepte.

Und zwar in "guter Atmosphäre", wohl auch, weil niemand in Parteien oder Umweltverbänden organisiert sei, so Martin Simon, Sprecher der Initiative, zum Bayerischen Rundfunk. Er begrüßte Seehofers Angebot weiter im Gespräch zu bleiben ausdrücklich und hofft jetzt auf "eine für alle gesichtswahrende Lösung ohne Skischaukel.

Worum es bei dem Streit geht

Sanfter Tourismus oder ein alpines Wettrüsten wie in Österreich - darum geht es im Kern beim Streit ums Riedberger Horn. Ein Verbindungslift soll aus zwei Skigebieten eine Skischaukel machen, dafür müsste allerdings die hochsensible Alpenschutzzone C bebaut werdent. Naturschutz gegen Entwicklungsmöglichkeit für abgelegene Dörfer, darum ging es auch heute beim Gespräch der Gegner mit Seehofer, die nach dem Treffen zufrieden sind.

"Es gibt ein Beteiligungsverfahren, auch mit Verbänden, das heißt, da gibt es nochmal Zeitraum, das wird erst nächstes Jahr zuende geführt und dann wird auch ein Gesetz draus, nach unserem Verständnis, und wir werden jetzt in dieser Zeit den Dialog fortsetzen."

Peter Nessen, Landwirt aus Niedersonthofen

Zweites Treffen vereinbart

Mit Seehofer sei ein weiterer Termin mit Politikern aus der Region vereinbart worden, um über Möglichkeiten eines Kompromisses zu sprechen. Die Staatskanzlei und Horst Seehofer äußern sich heute nicht, auch nicht zu diesen neuen möglichen Verfahrensfragen. Am 9. November soll das Riedberger Horn noch einmal Thema im Bayerischen Landtag sein.


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