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Studieren in Nördlingen Den Master gibt’s im Nachbarort

Nicht nur die Abschlüsse Bachelor und Master, auch viele Studiengänge klingen heute englisch und neu. Viel hat sich in der Studienlandschaft getan und dazu gehört auch regionales Studieren. In Memmingen und Nördlingen machen die Studenten ihren Abschluss in Systems Engineering.

Stand: 01.12.2016

Regionales Studium in Nördlingen | Bild: BR/ Judith Zacher

Unter der Überschrift "Digital und Regional" läuft das Studium am Technologiezentrum Nördlingen. Es geht aus einer Initiative der Hochschulen in Bayerisch-Schwaben hervor und soll die Studenten vor allem auf die Industrie 4.0 vorbereiten. Und dabei ist auch das Studium selbst digital und online.

Vorlesung wird nach Memmingen übertragen

Die Vorlesung wird per Video nach Memmingen übertragen.

So schreibt der Lehrbeauftragte Rudolf Schneid etwa von Haus aus auf ein sogenanntes White Board – eine digitale Tafel – und seine Studenten sitzen nicht nur vor ihm im Ries. Die Lehrveranstaltung, die Schneid in Nördlingen hält, wird gleichzeitig per Video in einen Saal in Memmingen übertragen.

Der Grund dafür ist einfach: Die Studenten arbeiten bereits, teilweise schon seit Jahren, in einem Betrieb in der Region. Zusätzlich haben sie sich jetzt für das Studium entschieden. Zwei Tage pro Woche sind sie in den Unterrichtsräumen in Nördlingen und Memmingen. An den anderen Tagen und am Wochenende eignen sie sich den eigentlichen Stoff selbst an – übers Internet.

"Die kriegen Texte und sie kriegen kleinere Aufgaben, die sie auch selber überprüfen können. Sie können das eingeben und dann checken."

  Rudolf Schneid, Lehrbeauftragter

Viele Studenten haben schon Berufserfahrung

Im Vergleich zu den Studenten an der Uni Augsburg sind die Studenten in Nördlingen meistens älter. Bei vielen ist die Schulzeit schon lange her, sie haben bereits gearbeitet, Berufserfahrung gesammelt oder einen Meister gemacht. Dementsprechend müssen sich viele erst wieder ans Lernen gewöhnen.

Vor allem das Programmieren fällt vielen schwer. Doch für ihr Semesterprojekt müssen sie genau das können. Professor Nik Klever hat vorgegeben, dass die Studenten am Ende eine schiefe Ebene mit einer Lichtschranke versehen und die Daten am PC auswerten.

Arbeiten mit Robotern

Vieles müssen sich die Studenten hier selbst beibringen.

Und genau da kommt schon der Begriff Industrie 4.0 mit ins Spiel. Denn fast überall im Studium wird der PC eingebunden. Dabei werden Elektrotechnik, Mechatronik, Maschinenbau und Informatik miteinander verbunden. Sitzen die Grundlagen, dürfen die Studenten in den späteren Semestern ihr Wissen dann auch an Robotern testen.

Gold wert für die Arbeitgeber

Im Fall des regionalen Studiums reicht es aber nicht, dass die Studenten begeistert sind. Organisatorin Doris Rieder musste vor Studienbeginn auch die Unternehmen gewinnen, denn die müssen zwei Tage pro Woche auf ihre Mitarbeiter verzichten. Christian Stelzmüller von der Personalabteilung der Firma BSH Hausgeräte in Dillingen tut das gerne. Die Alternative wäre nämlich, dass Mitarbeiter für das Studium die Firma ganz verlassen.

"Dann ist das für den Zeitraum von circa drei Jahren, wenn jemand Teilzeit nimmt, deutlich besser, als wenn der Mitarbeiter uns verlassen muss und wir auch nicht wissen ob – wenn er wiederkommt – wir genau zur richtigen Zeit die passende Stelle zur Verfügung haben. Deswegen ist so eine Einrichtung, die das regional anbietet, für uns Gold wert."

Christian Stelzmüller, Personalabteilung der Firma BSH Hausgeräte

Gleiches gilt auch für die Studenten – denn die können jetzt quasi um die Ecke ihren Abschluss machen.

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