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Nostalgie am Weltradiotag Wertinger sendet auf alter BR-Frequenz

Am Samstag war Welttag des Radios. Dafür hatte sich das Radiomuseum in Wertingen (Lkr. Dillingen) etwas Besonderes ausgedacht: Ein eigener Ortssender ging mit der alten BR-Mittelwellenfrequenz um 14.00 Uhr erstmals auf Sendung.

Von: Joseph Weidl

Stand: 13.02.2016

Amateurfunker Bernd Schmid aus Wertingen im "Mittags in Schwaben"-Studio | Bild: Joseph Weidl / BR

Zu hören war die Sendung erstmals im nahen Umkreis des Museums, verantwortlich dafür ist der Amateurfunker Bernd Schmid. Er hat sich nicht nur um das Programm gekümmert, sondern sogar selbst den Radiosender gebaut - mit der guten alten Röhrentechnik, die immer noch ihren Dienst tut.

"Das ist meine Welt. Der Sender ist mit Röhrentechnik aufgebaut. Damit ist die Technik genau die gleiche wie die, die in dem alten Radio drin ist."

Bernd Schmid  

Senden mit der alten BR-Frequenz

Radio aus einer anderen Zeit

Der Sender besteht aus zwei Geräten, beide so klein, dass sie in Schmids Aktentasche passen. Für den Amateurfunker war es kein Problem, den Sender zu bauen. Schwieriger war es, die Erlaubnis zu bekommen, überhaupt senden zu dürfen. Nach vielen Monaten Bürokratie war es endlich geschafft. Der Ortssender Wertingen darf senden - auf der Frequenz 801 Kiloherz. Eine Frequenz mit besonderer Geschichte:

"Der Bayerische Rundfunk hat mit den anderen Rundfunkanstalten die Mittelwellensender abgeschaltet. Die Bundesnetzagentur hat dann einfach gesagt, dass ich die 801 Kilohertz kriegen soll."

Bernd Schmid  

Mit Herzblut und Leidenschaft

Der selbst gebaute Sender im Detail

Die Technik war also bereitgestellt - mit einer Frequenz, die eigentlich nur Glück bringen konnte. Fehlte nur noch eine erste Sendung. Und um die hat sich Schmid auch gekümmert - in echter Handarbeit. Er hat seine zwei Plattenspieler genommen und ein Mischpult. Die Anlage hat er auf der Wohnzimmercouch aufgebaut und sie mit seinem Computer verbunden, um die Musik zu digitalisieren.

Momentan reicht die Signalstärke nur für einen Umkreis von etwa 200 Metern. Aber an der Technik und der Genehmigung für ein größeres Sendegebiet arbeitet der Radio-Fan bereits. Doch schon jetzt hat er bewiesen: Radio zu machen, ist gar nicht so schwer, wenn man mit Herzblut und Leidenschaft dabei ist.


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