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Prozess in Kempten Bankmitarbeiterin veruntreute hunderttausende Euro

Der Prozess machte vor gut einem Jahr Schlagzeilen: Eine Bankmitarbeiterin aus dem Ostallgäu hatte über Jahrzehnte ihre Kunden betrogen. Am Mittwoch muss sich das Landgericht Kempten erneut mit dem Fall befassen.

Stand: 05.12.2017

Außenaufnahme des Landgerichts Kempten | Bild: BR / Doris Bimmer

Zu drei Jahren und neun Monaten Haft hatte das Landgericht Kempten die Bankangestellte aus dem Ostallgäu Anfang Oktober 2016 verurteilt. Die Angeklagte hatte damals gestanden, dass sie ihre Kunden mit gefälschten Belegen und Überweisungen seit Mitte der 1980er Jahre betrogen hatte. Allein in dem Zeitraum, in dem die Straftaten noch nicht verjährt waren, ging es in dem Prozess um fast 800.000 Euro.

Angeklagte bekam in der Revision teilweise Recht

Doch die Angeklagte ging gegen das Urteil und die fast vierjährige Haftstrafe in Revision – und bekam teilweise Recht. Im Revisionsverfahren beanstandete der Bundesgerichtshof, dass das Urteil des Landgerichts in 65 der damals 228 verurteilten Fälle nicht ausreichend begründet war.

Damit der Prozess vor dem Landgericht Kempten aber nicht noch einmal komplett neu aufgerollt werden muss, stellte der BGH das Verfahren in diesen 65 Fällen ein. Das Landgericht muss nun auf Basis der verbleibenden 163 Untreue-Fälle eine neue Gesamtstrafe für die 64-Jährige festsetzen.


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