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Ultras hetzen Polizei fürchtet Fan-Krawalle beim Risiko-Spiel Augsburg gegen Löwen

Wenn am Sonntag die U23 des FC Augsburg gegen den TSV 1860 München in der WWK Arena spielt, ist die Polizei in höchster Alarmbereitschaft: Seit Tagen heizen Ultra-Fans auf beiden Seiten die Stimmung auch mit Plakaten und Schmierereien an.

Von: Günther Rehm

Stand: 13.10.2017

"Wir rechnen durchaus mit bis zu 8.000 Löwen-Fans", sagt Michael Jakob, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben/Nord, und setzt diese Zahl in Relation: "Wir hatten zum Beispiel beim Heimspiel gegen Dortmund in der Ersten Bundesliga knapp unter 4.000 Gäste-Fans. Lediglich beim Leipzig-Spiel waren es 600. Das zeigt schon, von welcher Kategorie wir hier sprechen."

"Für uns ist dieses Regionalligaspiel wie eine Erstligapartie."

Michael Jakob, Sprecher des Polizeipräsidium Schwaben/Nord, im BR-Interview

Fanblöcke getrennt

Aus Sicherheitsgründen ist das Spiel aus dem Rosenaustadion in die WWK Arena verlegt worden. Der FCA geht von mindestens 20.000 Zuschauern aus; alle Dauerkartenbesitzer wurden eingeladen. Im Stadion werden die Fanblöcke streng getrennt.

Aus Erfahrung wissen alle Verantwortlichen, dass sich die Hardcore-Fans nicht grün sind. "Wir hatten bereits in der Vergangenheit bei dem ein oder anderen Spiel – auch im Jugendbereich, im Amateurbereich – Scharmützel, wo die Polizei tätig werden musste", sagt Jakob und fügt hinzu. "Ein Phänomen, das im Fußball weit verbreitet ist."

Appelle von Oberbürgermeister und Trainer

Sowohl Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl als auch FCA II-Trainer Dominik Reinhardt haben am Freitag an die Fans appelliert, sich fair und friedlich zu verhalten:

"Fußball ist ein sportliches Ereignis, darauf sollten sich alle konzentrieren, sowohl die Mannschaften als auch die Fans. Wer randaliert, der missbraucht den Fußball und den guten Geist, der hinter dem Fußball steckt."

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl

"Mein Ziel und das Ziel vom FCA ist es, ein schönes Fußballspiel zu bieten. Die Rahmenbedingungen sind geschaffen, und ich hoffe, dass alles friedlich abläuft."

Dominik Reinhardt, Trainer der Amateure des FCA

Plakate rufen indirekt zu Gewalt auf

Anti-Löwen-Plakate in Augsburg.

Augsburger Ultras haben in der Stadt Plakate aufgehängt, auf denen ein schreiendes Baby, das eine Windel mit Löwen-Logo trägt, zu sehen ist – darüber steht: "Löwenfans kann man kleinreden oder groß bekämpfen". Selbst für Polizeimann Jakob ist das neu:

"Der aggressive Grundton, der Inhalt dieser Plakate – das beobachten wir mit Sorge, zumal wir es im bisherigen Verlauf der Ersten Liga so nicht gewohnt waren von den Fans der Ultra-Szene."

Polizeisprecher Michael Jakob

Die Ultras hätten sich bislang "durchaus ruhig, angemessen und auch kooperativ verhalten", lobt Jakob. Aufgrund der "Kernbotschaft" der Plakate werde die Polizei aber die Zahl der Einsatzkräfte aufstocken.

Anzeigetafel im Rosenaustadion mit "TSV" beschmiert

Auch Löwen-Anhänger haben schon ihre Spuren in der Stadt hinterlassen: Die Anzeigetafel im Rosenaustadion ist dutzendfach mit "TSV" in blauer und schwarzer Farbe beschmiert worden. Die Polizei ermittelt und vermutet, dass der oder die Täter zum Lager der 60er-Fans gehört.

Keine Tageskasse, aber Stadionlinie

Weil die Partie (Anpfiff 15 Uhr) bereits ausverkauft ist, wird es keine Tageskasse geben, wie der Verein am Donnerstag mitteilte. Wie bei Bundesligaspielen fährt die Stadionlinie der Stadtwerke zwischen Hauptbahnhof und Fußballarena – ab zwei Stunden vor dem Spiel und bis zwei Stunden danach. Die Eintrittskarten gelten als Ticket.


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Stöhr, Freitag, 13.Oktober, 13:59 Uhr

4. Ultras

Es ist mir als FCA - Mitglied unverständlich, dass der DFB aber auch mein Verein nichts gegen die Ultras unternimmt: Ultras sind Extremisten, Krawallmacher und haben mit echten Fans nichts zu tun, ein Fan freut sich über ein gutes, schönes Spiel seiner Mannschaft und unterstützt diese.
mfg

Leila, Freitag, 13.Oktober, 09:50 Uhr

3. Was man auch noch erwähnen könnte...

...ist, dass innerhalb der Löwen-Fanclubs geschlossen dazu aufgerufen wird, sich nicht provozieren zu lassen, sich in Augsburg anständig zu benehmen und die Situation nicht eskalieren zu lassen! Die Aggressionen gingen und gehen praktisch ausschließlich und deutlich von Seiten Augsburger Fans aus. Schade, dass hier alle "Beteiligten" über einen Kamm geschert werden.
Hoffentlich behält der Großteil der "Fans" am Sonntag einen kühlen Kopf und lassen es nicht zu Ausschreitungen kommen, das kann man als echter Fußball-Fan doch echt nicht brauchen.

Blechmann13, Freitag, 13.Oktober, 09:16 Uhr

2. Daran sieht man wieder....

...das Deutschland anscheinend keine größeren Probleme hat als den den Fussball.
Traurig aber wahr...

Die sollten die Vereine/Betreiber/Fan's für die Polizeieinsätze und sonstige entstehenden Kosten zahlen lassen, dann würde sich ein Teil der Probleme sicher schon im Vorfeld von ganz alleine lösen....

Aber halt, dass läuft der einlullenden deutschen Politik von "Brot und Spiele" zuwider, und kann daher nicht geändert werden...

mfg

Bernhard, Freitag, 13.Oktober, 08:53 Uhr

1. Es ist doch immer wieder schön, wie "fair" der Sport ist.

Und all das zahlen die Steuerzahler.
Ich bin überzeugt, dass deutlich mehr Sicherheitskräfte durch den Fussball gebunden sind, als durch die Zuwanderung.