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Otter im Augsburger Zoo Schlittern statt Schlottern

Otterschlittern im Augsburger Zoo: Die kleinen,verspielten Tiere vergnügen sich auf den Eisflächen, während andere lieber in ihren Häusern bleiben. Doch während das Winterwetter den Ottern viel Spaß bringt, bedeutet es für den Zoo vor allem Probleme.

Von: Alex Brutscher

Stand: 26.01.2017

Tiere hört man in diesen Tagen kaum im Augsburger Zoo. Nur wenige tummeln sich in den Außenbereichen. Die Braunbären gönnen sich ihre Winterruhe, die Elefanten und Nashörner kommen nur zwischendurch mal raus und die Löwen und Tiger bleiben lieber gleich drinnen.

Otter genießen die Minusgrade

Der zugefrorene See auf ihrer Anlage stört die Otter nicht.

Auch die Wasserhähne draußen bleiben zu und die Fütterungen finden meistens im Warmen statt. Die heimischen Tiere stört die Kälte dagegen gar nicht. Im Gegenteil: Die Otter genießen die Minusgrade in vollen Zügen.

"Das find ich ganz toll, das habe ich zum ersten Mal so gesehen! Denn wenn man sonst kommt, schlafen sie drinnen oder sie liegen in ihrer Einstiegshöhle. Da sieht man sie nicht hinterm Stein. So verspielt habe ich sie schon lang nicht mehr gesehen."

Besucherin im Augsburger Zoo         

"Wenn man jetzt so an die Kälte denkt, ist es schon toll, was die haben, was wir nicht haben. Die reiben sich da auf dem Eis, die fühlen sich wohl, die tauchen ab und wir denken uns immer: Oh ist das kalt!"

Besucherin im Augsburger Zoo

Kosten für den Zoo steigen im Winter

Ihr Pelz schützt die Otter vor Kälte.

Die Kälte ist wahrscheinlich auch der Grund, warum man im Moment nur sehr wenigen Besuchern im Zoo begegnet. Für den Tierpark ist das gerade jetzt sehr problematisch. Denn die geringen Einnahmen durch Gäste kommen zu einer Zeit, in der die Kosten für Strom und Heizung besonders hoch sind.

Hinzu kommt, dass Obst und Gemüse aus Südeuropa gerade deutlich teurer ist. Denn auch dort ist es im Moment sehr kalt, die Ernte häufig durch Frost zerstört. Der niedrige Ertrag treibt die Preise in die Höhe.

"Es ist eine sehr schlechte Zeit für den Zoo. Wir leben von den Reserven, die wir Gott sei Dank durch das sehr gute letzte Jahr angespart haben, aber das ist ja nur der Anfang. Februar kann ja auch nochmal durchaus kalt sein. Momentan kann ich jeden einzelnen Besucher per Handschlag am Eingang begrüßen."

Barbara Jantschke, Zoodirektorin

Mit guter Vorbereitung dem Winter trotzen

Die Besucher, die es trotz Kälte in den Zoo zieht, sind laut Jantschke Dauerkartenbesitzer. Die kämen immer. Und haben jetzt einen Vorteil im Gegensatz zu wärmeren Zeiten: "Man hat viel Platz, weil wenig los ist. Man kann alles in Ruhe anschauen, ohne Stress. Wenn man sich entsprechend darauf vorbereitet, dann geht’s eigentlich gut", freut sich ein Besucher.


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Michael D., Freitag, 27.Januar, 14:30 Uhr

1. Hier ist der Staat in der Pflicht, mehr zu tun!

Ja, das ist schon klar, aber man wird, wenn man sich nichts draus macht, nicht in den Zoo gehen, um ein gutes Werk zu tun. Vielleicht sollte man halt nicht nur für Flüchtlinge Spendensendungen machen im Öffentlich-Rechtlichen, sondern im Winterhalbjahr eine für Zoos. Denn es klingt durchaus logisch, dass im Winter wegen des Heizens Mehrkosten entstehen und wegen weniger Besucher Verluste eingefahren werden. Trotzdem - der Staat gibt doch für Fremde Unsummen aus, da muss er eben Druck kriegen, um für die eigenen Bedürftigen mehr Geld locker zu machen. Letztendlich kommt der Bürger sich mittlerweile vor, als wäre er ein Goldesel. So gern man mal hilft - jedes Jahr bleibt weniger übrig vom Erarbeiteten.