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Nitratbelastung im Grundwasser Gemeinsam mit den Landwirten zum Erfolg

Zu hohe Nitratwerte im Grundwasser sind in Deutschland ein Problem. Geht es nach der EU, soll Deutschland in Zukunft dafür zahlen. Dabei gibt es auch erfolgreiche Projekte, die gegen die Belastung kämpfen – zum Beispiel von der Bayerischen Rieswasserversorgung in Nördlingen.

Von: Judith Zacher

Stand: 29.11.2016

Ein Schild, das auf ein Wasserschutzgebiet hinweist (Symbol). | Bild: pa/dpa/Harry Melchert

Bei Kirchhaslach im Unterallgäu, bei Wehringen im Kreis Augsburg, im Landkreis Dillingen und im Ries – überall dort gibt es Probleme mit Nitrat im Grundwasser. Die Bayerische Rieswasserversorgung hat deshalb schon vor fast 30 Jahren angefangen, das Problem anzugehen. Seitdem gibt es für die Landwirte Anreize, ihre Felder grundwasserschonend zu bewirtschaften.

Fast alle Landwirte machen mit

120 und damit fast alle Landwirte in den drei Wasserschutzgebieten Steinheim, Blindheim und Schwenningen nehmen inzwischen an dem Programm teil. Und das mit Erfolg: Während der Nitratwert im Gebiet vor 27 Jahren noch bei 24 lag, ist er heute auf 14 gesunken. Damit liegt der Wert weit unter dem Grenzwert von 50 und genau das ist das Ziel des Projekts.

Nur soviel Dünger, wie die Pflanze braucht

Simon Wetschenbacher aus Schwennenbach ist einer der teilnehmenden Landwirte. Er baut Winterweizen, Zuckerrüben, Raps und Silomais auf vier Hektar Ackerfläche an. Im Wasserschutzgebiet muss er zwar bestimmte Vorgaben beachten, was Pflanzenschutzmittel und Dünger angeht – ganz ohne geht es aber nicht.

Für Wetschenbacher liegt die Kunst darin, genau so viel zu düngen, wie die jeweilige Pflanze braucht. Denn wenn die Pflanze gut wächst, zieht sie die Nährstoffe – und damit auch das Nitrat – aus dem Boden heraus. Dann kommt kaum etwas ins Trinkwasser. Außerdem ist es laut Wetschenbacher wichtig, zum richtigen Zeitpunkt zu düngen und besser öfter wenig als alles auf einmal.

"Wenn ich jetzt eine hohe Gabe auf einmal gebe und es kommt sehr viel Niederschlag, dann kann sein, dass sehr viel nach unten durch geht. Und wenn ich das jetzt auf vier Mal mache, ist die Gefahr bei weitem nicht so groß."

Simon Wetschenbacher, Landwirt aus Schwennenbach

Landwirte entscheiden selbst über Vorgehen

Auch ein lockerer Boden und Zwischenfrüchte sorgen dafür, dass mehr Nitrat aus dem Boden gezogen wird. Grundsätzlich ist es beim Projekt der Rieswasserversorgung aber den Landwirten selbst vorbehalten, wie sie ihre Nitratwerte niedrig halten.

Je weniger Nitrat, desto mehr Geld gibt es

Wenn sie das schaffen, tun sie sich auch selbst etwas Gutes. Denn je niedriger der Nitratwert im Boden, desto höher sind die Ausgleichszahlungen erklärt Christoph Lautner, Leiter der Bayerischen Rieswasserversorgung.

"Wir nehmen in den Wasserschutzgebieten Bodenproben, bezogen auf den Nitrat-Stickstoffgehalt im Boden nach Ende der Vegetationsperiode. Der Landwirt, der einen durchschnittlichen Wert hat, bekommt 200 Euro je Hektar ausbezahlt, der schlechter ist, bekommt eben etwas weniger – bis zu null. Der etwas besser wirtschaftet bekommt bis zu 300 Euro pro Hektar ausbezahlt."

Christoph Lautner, Leiter der Bayerischen Rieswasserversorgung

Insgesamt zahlt die Bayerische Rieswasserversorgung so etwa 110.000 Euro im Jahr an die Landwirte aus. So verspricht das Projekt Erfolg, ohne zu Lasten der Landwirte zu gehen.   


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