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Naturpark Nagelfluhkette Unterwegs mit Naturpark-Rangern

Ranger kennen viele aus Filmen: Verwegene Naturhüter, die in Nationalparks durch die Savanne reiten. Neuerdings gibt’s solche Ranger auch im Allgäu – nicht auf Pferden, sondern eher auf Skiern, Schneeschuhen oder in Bergstiefeln. Im Naturpark Nagelfluhkette sollen sie zum Erhalt der Kulturlandschaft beitragen.

Von: Viktoria Wagensommer und Matthias Lauer

Stand: 20.03.2017

Seit Anfang des Jahres sind die Naturpark-Ranger im Naturpark Nagelfluhkette im Amt.

Vom Förster zum Ranger

Einer der beiden Ranger ist Florian Heinl. Der 24-Jährige ist in Obermaiselstein aufgewachsen und hat eine Ausbildung zum Forstwirt gemacht. Sein zwei Jahre älterer Naturpark-Ranger-Kollege, Max Löther aus Immenstadt, ist Förster. Ein Beruf mit Naturschwerpunkt war Voraussetzung für den Job und dass man gut mit Menschen umgehen kann. Denn die Ranger sollen mit den Bergsportlern auf lockere Weise ins Gespräch kommen:

"Wir laufen nicht herum und verteilen Strafzettel oder stellen irgendwelche Verbote auf. Uns ist viel wichtiger, dass wir den Leuten erklären, warum sie vielleicht eine geschützte Pflanze nicht pflücken sollten: Ziel ist es, dass Leute das selber erkennen und sagen: Ja, das macht Sinn, dass die Pflanze nicht gepflückt wird."

Max Löther, Naturpark-Ranger

Bei der Krokusblüte auf dem Hündle zum Beispiel sind die beiden Naturpark-Ranger unterwegs. Insgesamt verbringen die Ranger etwa achtzig Prozent ihrer Arbeitszeit draußen - vor allem da, wo viele Bergsportler sind. Denn sie sollen die Freizeitnutzung kartieren:

"Das heißt konkret, dass die Routen eingezeichnet werden, wo Leute auf- und absteigen, also zu Fuß, mit Schneeschuhen oder Skiern. Auf der Basis können wir uns dann hinterher überlegen, wo man Schilder aufstellen kann."

Florian Heinl, Naturpark-Ranger

Rehe und Birkhühner sollen ihre Ruhe haben

Die Schilder sollen den Bergsportlern beispielsweise Ruhezonen fürs Wild zeigen. Als die zwei Naturpark-Ranger mit ihren Skiern ins Tal fahren, kommen sie an so einem Wildschongebiet vorbei. Sie bremsen kurz ab und suchen nach Spuren von Bergsportlern, weil hier die Gefahr besteht, dass beim Aufstieg Birkhühner gestört werden.

Traumjob für Naturliebhaber

Die beiden Naturpark-Ranger sind glücklich, dass sie aus rund 170 Bewerbern ausgewählt worden sind. Den Großteil des Projekts zahlt die EU. Ihre Stellen sind auf drei Jahre befristet, aber sie wollen gern noch länger so weiter machen:

"Uns gefällt unser Job super. Ziel ist es natürlich das ein Leben lang zu machen. Wir glauben auch, dass es wichtig ist für die Region, weil der Druck auf die Berge zunimmt."

Max Löther, Naturpark-Ranger

Um vorzusorgen, sind die beiden oft mit Schülern unterwegs. Außerdem bieten sie im Sommer kostenlose Führungen an. Wer will kann die beiden also auch persönlich kennenlernen.


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websaurier, Mittwoch, 22.März, 08:41 Uhr

1. "Ranger" ? Was soll das...


Hat sich denn keine deutsche Bezeichnung finden lassen?
Brauchen wir unbedingt einen "Ranger" ?
Nein, aber offensichtlich sind wir nicht "Manns genug", um selbstbewusst auf billige "Ami-Titel" zu verzichten...