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Natur gegen Wasserkraft Naturdenkmal Eisenbreche: Prozess um Kraftwerksbau im Allgäu

Der seit Jahren schwelende Streit um ein geplantes Wasserkraftwerk im Allgäuer Naturschutzgebiet Eisenbreche soll demnächst vor dem Verwaltungsgericht in Augsburg entschieden werden. Das Gericht urteilt über die Klage von zwei Umweltschutzverbänden.

Von: Andrea Trübenbacher

Stand: 14.11.2017

Prozess am Verwaltungsgericht Augsburg | Bild: BR/Scheule, Christoph

Vor dem Verwaltungsgericht in Augsburg wird über das geplante Wasserkraftwerk Älpele bei Bad Hindelang verhandelt. Der Bund Naturschutz und der Landesbund für Vogelschutz klagen gegen die Genehmigung durch den Oberallgäuer Landrat Anton Klotz.

Umweltfreundliche Energie?

Rund 3.000 Haushalte soll das Wasserkraftwerk einmal mit Strom versorgen. Dafür wird eine fünf Meter hohe Staumauer, ein Kraftwerkshaus und eine über einen Kilometer lange verrohrte Ausleitung gebaut – mitten im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen.

Bund Naturschutz kritisiert den Landrat

Umweltschützer kämpfen schon seit Jahren gegen den Bau. Der Vorsitzende des Bund Naturschutz, Hubert Weiger, erklärte, die Ostrach sei in diesem Bereich einer der letzten Alpenwildflüsse und Lebensraum für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten. Der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz sieht dagegen mit dem Wasserkraftwerk die Möglichkeit, die Energiewende voranzubringen. Er hat das Kraftwerk trotz des rechtlicher Schwierigkeiten genehmigt. Jetzt muss das Verwaltungsgericht in Augsburg entscheiden, ob diese Genehmigung in Ordnung war.

Naturdenkmal Eisenbreche

Das Areal ist mehrfach geschützt, als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet, als Vogelschutzgebiet und als Landschaftsschutzgebiet Allgäuer Hochalpen. Die Marktgemeinde Bad Hindelang betont aber, dass das Projekt naturschutzgerecht sei. Die Eingriffe in die Natur würden so gering wie möglich erfolgen.


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Katharina, Dienstag, 14.November, 18:53 Uhr

6. Steht endlich auf gegen diesen Wahnsinn!

Ein richtiges Urteil, welches hoffentlich Signalwirkung für Klotz und die gesamte CSU hat. Die Bürger im Allgäu setzen sich zur Wehr gegen diesen Umwelt-Wahnsinn, der derzeit auch am Riedberger Horn geplant ist. ALLE bayrischen Wähler sollten sich ihre CSU-Landtagsabgeordneten vornehmen und ihren Protest über diese fehlgeleitete CSU-Umweltpolitik kundtun.

Schorsch, Dienstag, 14.November, 15:35 Uhr

5. Ja,

die Richter haben entschieden. Das Kraftwerk darf nicht gebaut werden.
Jetzt ist dem Landrat das erste Projekt um die Ohren geflogen....als nächste kommt die Skischaukel, die er verliert. Vielleicht verliert er gleichzeitig auch seine Arroganz gegenüber dem Recht, den Menschen und der Natur.

Kritikwürdig , Dienstag, 14.November, 13:35 Uhr

4. Ungehmte Verbraucher.

Seit über 20 Jahren bekomme ich berufsbedingt Strom und Heizkostenrechnungen in meine Hände.
Ob Einf.-Haus, ob Mietwohnung oder Mf- Haus, die Energie und besonders die Stromveräuche sind in diesem Zeitraum deutlich gestiegen. Es gibt Aussteißer, die mit zwei Personen über 12.000 Kw/h Strom im Jahr verbrauchen!
Und für die immer weiter steigenden Stromverbräuche und den stetig gestiegen WW Verbrauch kann man deutliche Ursachen benennen, die Smartphones und Pc, die übertriebene Elektronik im Haus und der krankhafte Körperpflege- und der Reinigungswahn. Wer einen komplett auf 60 Grad beheizten 150 l WW Speicher für einmal Duschen durchlässt, der braucht einen Arzt, der seinen geistigen Gesundheitszustand untersucht (alles oft erlebt).
Dafür darf kein weiterer Flusslauf, keine weitere Landschaft zerstört werden.
Wer weit mehr als die doppelte Strommenge wie der Durchschnitt verbraucht, der kann die Stromlieferung nicht von der Allg. erwarten.
Dafür gibts BHKWs und Co!

Selim, Dienstag, 14.November, 12:53 Uhr

3. schwächlich und ärgerlich ist es,

wenn die Energiewende gegen den Naturschutz ausgespielt wird.
Und das nur, weil wir zu bequem oder zu dumm oder zu gierig zum Sparen sind.
Sparen wiederspricht dem Wachstum.
Wachstum ist unsere Religion.

Irgendwann, wenn wir so weiter machen, können wir uns nicht mehr aussuchen, wo wie und was wir sparen - dann werden wir zum Sparen gezwungen sein - an Allem.

Didier, Dienstag, 14.November, 12:10 Uhr

2. Mal überlegen

ob wir auch ohne diese enormen Energiemengen auskommen können, die gegenwärtig erzeugt werden. Mit dem, was man lustigerweise erneuerbare Energie (Energie ist nicht erneuerbar) nennt, werden wir ebenso gegen die Wand rennen wie mit Kohleverbrennung oder radioaktiver Vergiftung durch Atomkraft. Man kann das drehen und wenden wie man will, wir leben in jeder Hinsicht auf viel zu großem Fuß.
Hoffentlich dauert das nicht mehr zu lange, bis sich die Erkenntnis durchsetzt, daß wir ein Leben, fußend auf Wachstum und Konsum-Produktion auf Teufel komm raus, hinter uns lassen müssen.