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Urteil im Prozess gegen Protz-Prinz Marcus Prinz von Anhalt zu drei Jahren Haft verurteilt

Marcus Prinz von Anhalt ist erneut wegen Steuerhinterziehung mittels seiner Luxusautos zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Augsburg reduzierte am Donnerstag allerdings die Strafe auf drei Jahre Haft.

Stand: 22.09.2016

Im Januar des letzten Jahres war der Bordellbesitzer in Augsburg noch zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Da der 49-Jährige bereits mehr als zwei Jahre in Untersuchungshaft saß, muss er allerdings eventuell nicht mehr in Haft.

"Ich war 746 Tage im Knast, zu Unrecht, unschuldig. Aber das kratzt mich auch wenig, weil ich bin unsterblich, deswegen spielt Zeit keine Rolle für mich."

Marcus Prinz von Anhalt nach dem Urteil vom 22.09.16

Nach Verbüßen von zwei Dritteln der Strafe wird die Reststrafe oftmals zur Bewährung ausgesetzt.

Laut Anklage hatte der 49-Jährige über eine halbe Million Euro Steuern hinterzogen. Die Staatsanwaltschaft forderte dafür dreieinhalb Jahre Haft, die Verteidigung eine Strafe ohne Haft.

"Geld spielt überhaupt keine Rolle für mich, und ich bin auch nicht der, der wegen 560.000 Euro eine Steuerhinterziehung begehen würde. Wenn wir mal über 560 Millionen reden, dann könnte man mit mir sprechen. 560.000 Euro ist ein Witz! Das hab ich schon versoffen in meinem Leben!"

Marcus Prinz von Anhalt nach dem Urteil vom 22.09.16

Der Bundesgerichtshof hatte das ursprüngliche Urteil aufgehoben, weil die geschäftliche und private Nutzung seiner Nobelkarossen nicht ausreichend geklärt worden sei, und hatte das Verfahren zurück an das Landgericht Augsburg verwiesen. Das Augsburger Landgericht verhandelte also noch einmal gegen den Bordellbetreiber Marcus von Anhalt.

Verhandelt wurde bei der Wiederauflage des Prozesses lediglich die Frage, ob die von Marcus von Anhalt genutzten Luxusautos steuerlich als rein privat genutzt anzusehen sind oder ob sie zumindest teilweise seinem Gewerbebetrieb zuzurechnen sind.

Ende April aus der Untersuchungshaft entlassen

Prinz Marcus von Anhalt war Ende April nach langem juristischem Tauziehen aus der Untersuchungshaft in Gablingen bei Augsburg entlassen worden. Anfang 2015 war der gebürtige Pforzheimer zu vier Jahren Gefängnis wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden. Er soll sechs Luxusautos, darunter einen Ferrari, einen Bentley und einen Rolls Royce von der Steuer abgesetzt haben.

Der Verurteilte wurde als Marcus Eberhardt geboren, den adelig klingenden Namen hat er von Frederic Prinz von Anhalt gekauft.


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Kommentare

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Karlheinz Kiefer, Donnerstag, 22.September, 15:33 Uhr

10.

Ich finde den Typen auch nicht gerade sympatisch , aber wenn man die Strafen vergleicht : Steuerhinterziehung von 500000€ mit 3 Jahre Knast und der andere fährt bei einem illegalen Autorennen in einer Innenstadt einen Menschen tot und bekommt 16 Monate mit Bewährung , dann zweifle ich an unserem Rechtssystem . Oder haben die Richter und Staatsanwälte Angst , dass sie bei geringen Steueraufkommen nicht mehr so üppige Gehälter und Pensionen bekommen ?

wm, Donnerstag, 22.September, 14:09 Uhr

9. Prinz......

....von der traurigen Gestalt!

derBÖSEwolf, Donnerstag, 22.September, 13:43 Uhr

8. Gerechtigkeit???

man kann den menschen mögen oder nicht, aber wenn man mal schaut, das er 560.000 € steuern hinterzogen hat (und das ja nicht mal zweifelsfrei, denn ob man nun porsche ferrari und co als dienstauto von der steuer absetzen kann weiß sicher nicht jeder) und dann die 30 mio von einem "fussballfunktionär", dann sind 3 jahre schon echt heftig. oder anders gesagt, 3 jahre wegen vorsätzlich 30 mio einfach nur ein witz :)

Fonzi, Donnerstag, 22.September, 13:27 Uhr

7. Pöbel-Prinz

Es ist beschämend wie viel Raum diesen Kasper beim BR gegeben wird. Weiter ist es beschämend was vor und mit unserer sogenannten Justiz vollzogen wird. Das verringert das Vertrauen der Bürger in den Staat immer mehr. Geld regiert die Welt .............................

Adelstitel gehören abgeschafft, Donnerstag, 22.September, 13:06 Uhr

6. Ob Adelstitel vererbt oder gekauft...

letztlich ist es einerlei, es ist in beiden Fällen kein Maßstab oder Kriterium, ob jemand dann einen guten oder schlechten Charakter entwickelt
Es ist legal, so einen Titel zu erwerben, und der Hinweis im letzten Absatz zeigt eigentlich nur, dass anscheinend in der medialen Wahrnehmung dem vererbten Adelstitel noch viel zu viel Bedeutung beigemessen wird.
Deswegen wäre ich grundsätzlich dafür, ähnlich wie in Österreich sämtliche Adelstitel ganz abzuschaffen.
Prinz M.von Anhalt scheint mir geeignet, diese Adelstitelmanie etwas zu persiflieren, und mit seinem Verhalten als gekaufter Prinz der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten. Jetzt, unabhängig von seiner strafbaren Handlung als Steuerhinterziehung.