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Frost am Bodensee Triebe ganzer Weinberge zerstört

Nach frostigen Nächten fürchten die Obstbauern und Winzer am Bodensee um ihre Ernte. Schon die Schäden aus der ersten Frostnacht waren weitaus größer als zunächst gedacht. Und die Lage hat sich nochmals verschärft.

Von: Christoph Scheule

Stand: 21.04.2017

Schon bis zum Donnerstagabend stellten sich an den Blüten von Obstbäumen und Rebstöcken weit schlimmere Frostschäden heraus als zunächst befürchtet. Nach einer weiteren Kältenacht sagte der Sprecher der Lindauer Obstbauern, Martin Nüberlin, er habe einen solchen Frost noch nicht erlebt.

"Was sich heute zeigt, ist niederschmetternd. Wir sehen, die Bäume sind wie mit Säure besprüht, so sieht es fast aus; lassen die Blütenblätter hängen. Also, es wird die schlechteste Obsternte im ganzen Gebiet bei uns, die jeweils in Aussicht stand."

Martin Nüberlin, Sprecher der Lindauer Obstbauern

Fatal sei vor allem gewesen, dass die Bäume 14 Tage früher blühen als sonst, dadurch traf der Frost sie zur empfindlichsten Zeit: die Apfelbäume direkt während der Blüte und Birnen- und Kirschbäume kurz nach der Blüte.

Auch die Weinberge am Bodensee sind betroffen. Der Lindauer Winzer Claudius Haugg sprach von einem Totalausfall für einige Lagen. Mit hunderten Kerzen und Fackeln hatte er nachts versucht, die Temperatur in seinem Weinberg anzuheben. Doch es reichte nicht.

Betroffen sind Gebiete, die bisher als relativ geschützt galten. Der Bodensee wirkte wie eine große Heizung, das Wasser gab schützende Wärme ab. Doch der eisige Ostwind verdrängte offenbar diese Warmfront. Mit verheerenden Folgen für die Winzer.


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