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Lenin & Co unterm Hammer Keine Gebote für monumentale Ostblock-Statuen

Ein Gundelfinger Steinmetz hat in den 90er-Jahren eine kleine Sammlung von Stalin- und Leninskulpturen zusammengetragen. Sein Sohn wollte die belasteten Sowjetgrößen loswerden. Bei der Versteigerung am Samstag hat sich jedoch kein Käufer gefunden.

Stand: 19.06.2017

Insgesamt sechs Standbilder sollten bei der Online-Auktion am Samstag (17.6.) unter den Hammer kommen, darunter Lenin, Stalin und KPD-Chef Ernst Thälmann. Doch offenbar wollte bei der Versteigerung keiner die Statuen kaufen. Über das Internet hatten zwar einige mögliche Interessenten die Auktion mitverfolgt, ein Gebot ist jedoch nicht eingegangen. Jedoch könnte es sein, dass die Figuren in den nächsten vier Wochen in der Nachkaufzeit doch noch einen neuen Platz finden.

Der inzwischen verstorbene Steinmetz Josef Kurz hatte die meterhohen Statuen beim Zusammenbruch des Ostblocks gekauft. Er wollte den proletarischen Revolutionären in Gundelfingen einen "Asylpark" auf seinem Betriebsgelände schaffen. Doch der wurde nie genehmigt.

Historische Spuren

Ernst Thälmann als Statue

Manch eine der Skulpturen trägt historische Spuren von Farbbeutelattacken oder Gewehrsalven. Jetzt sollten die Statuen weichen, denn Steinmetz Kurz jr. braucht Platz für die eigene Produktion. Jedoch hätten Bieter zwischen 11.000 und 150.000 Euro übrig haben müssen, je nach Skulptur.

Auch im Vorfeld gab es kaum Interessenten. Zuletzt hatte sich die Stadt Dresden gegen den Kauf einer Lenin-Statue ausgesprochen, die dort einst unter dem Namen "Roter Bahnhofsvorsteher" am Hauptbahnhof stand. Nur das Haus der Geschichte in Bonn erwarb eine Statue. Seit Jahren stehen die restlichen in Gundelfingen herum.


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