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Augsburger Allianz Aus für Ledvance: Runder Tisch im Augsburger Rathaus

Nachdem die Geschäftsführung angekündigt hat, das Werk von Ledvance in Augsburg zu schließen, beruft die Stadtspitze heute einen Runden Tisch ein. Im Rathaus soll beraten werden, wie den betroffenen Mitarbeitern geholfen werden kann.

Von: Barbara Leinfelder

Stand: 14.11.2017

Osram, jetzt Ledvance in Augsburg | Bild: picture-alliance/dpa

Mit am Runden Tisch dieser "Augsburger Allianz" wegen der angekündigten Schließung des Werks von Ledvance in Augsburg sitzen Oberbürgermeister Kurt Gribl und Wirtschaftsreferentin Eva Weber, Vertreter der Gewerkschaft IG Metall, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit. Gemeinsam soll ausgelotet werden, ob gegen die Schließungspläne vorgegangen oder zumindest ein verträgliches Modell für die Mitarbeiter gefunden werden kann.

Zukunftsperspektiven für Mitarbeiter angestrebt

Neben den geforderten Anstrengungen des Unternehmens sei das Ziel dieses Gremiums, den rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue berufliche Perspektiven aufzuzeigen, so ein Sprecher der Stadt auf Anfrage des BR. Dazu würden die jeweiligen Möglichkeiten und Netzwerke der Partner in der Allianz zusammengeführt und koordiniert. Im Fall des insolventen Druckmaschinenherstellers "manroland" war es dem damaligen Runden Tisch gelungen, für die Auszubildenden des Unternehmens neue Jobs zu finden.

"Schlag ins Gesicht"

Michael Leppek, Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg, sprach gestern nach der Pressekonferenz von einem "Schlag ins Gesicht" und einem "schwarzen Tag". Es sei verantwortungslos, wie Ledvance mit Mitarbeitern, die zum Teil in zweiter und dritter Generation in dem Werk arbeiten würden, umgehe.

"Dieses Verhalten ist bodenlos gegenüber den Mitarbeitern. Das zeugt nicht von Respekt und Wertschätzung."

Angela Steinecker, Unternehmensbeauftagte der IG Metall

Der Betriebsratsvorsitzende von Ledvance Augsburg sowie die Vertreter der IG Metall äußerten nachhaltige Zweifel daran, dass überhaupt versucht worden war, den Standort zu retten, der seit 110 Jahren bestehe. Seit vielen Jahren sei klar, dass Ledvance Augsburg ausblute. Es habe deshalb seit 2008 einen Innovationszirkel gegeben, um der Geschäftsführung zu zeigen, wohin der Trend gehe.

Technisch gesehen wettbewerbsfähig

Ledvance Augsburg sei technisch gesehen sehr wohl wettbewerbsfähig, wenn die Unternehmensführung nur wolle, stellte ein Experte aus der Entwicklungsabteilung des Unternehmens klar. Schon jetzt würde moderne LED-Technologie in Augsburg produziert, möglich wären etwa auch ultraleichte Solarmodule für Leichtbaudächer, etwa von Supermärkten. Es müsse, so der Entwickler, "ein Wandel in den Unternehmerköpfen stattfinden, wir müssen uns etwas trauen, etwas wagen". Von Unternehmensseite sei jedoch - auch unter dem alten Eigentümer Osram - keinerlei Versuch unternommen worden, den Standort Augsburg zukunftsfähig zu machen.


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