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Nach Übernahme Kuka will 100 Millionen Euro in Augsburg investieren

Nach der Übernahme durch den chinesischen Investor Midea hat der Augsburger Roboterhersteller Kuka ein mehr als 100 Millionen Euro umfassendes Investitionsprogramm für seinen Stammsitz angekündigt. Damit sollen auch Sorgen nach der Übernahme zerstreut werden.

Stand: 31.07.2017

Gebäude des Roboterbauers Kuka in Augsburg | Bild: BR/Barbara Leinfelder

Bis zum Jahr 2025 sollen in Augsburg eine Produktionshalle, ein Ausbildungszentrum, ein Büroturm und ein Parkhaus neu entstehen. Der Sitz des fast 120 Jahre alten Unternehmens müsse dringend modernisiert werden, so Kuka-Vorstandschef Till Reuter bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Stadt und Unternehmen. Derzeit würden rund 800 Beschäftigte in Augsburg in Containern arbeiten.

Gewerkschaft begrüßt Investitionen

Kuka-Vorstandschef Till Reuter, der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl und die Augsburger Wirtschaftsreferentin Eva Weber.

Die Gewerkschaft begrüßte das Investitionsprogramm. Das sei die beste Standortsicherung, die man sich vorstellen kann, so der Augsburger IG-Metall-Chef Michael Leppek, der auch stellvertretender Vorsitzender des Kuka-Aufsichtsrats ist. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner sagte, mit den Investitionen werde klar, dass der Sitz des Unternehmens auch künftig Augsburg sei.

Know-How soll in der EU bleiben

Kuka wurde im vergangenen Jahr mehrheitlich vom chinesischen Hausgerätehersteller Midea übernommen. Der Einstieg der Chinesen hatte die Bundesregierung dazu veranlasst, deutsche Unternehmen stärker vor Übernahmen aus dem Ausland zu schützen. So soll es möglich sein, eine Abwanderung von Know-How in Länder außerhalb der EU zu verhindern.

Investorenvertrag sichert Patente

Midea war den Spekulationen um den Arbeitsplatzabbau mit einem bis zum Jahr 2023 gültigen Investorenvertrag entgegengetreten. Darin wurden der Schutz der Kuka-Patente , die Selbständigkeit des Roboterherstellers und der Erhalt der Augsburger Zentrale zugesagt.

Sorge um Arbeitsplätze bei den Beschäftigten

Kuka rechnet trotz zunehmender Auftragseingänge in diesem Jahr nur mit moderatem Wachstum. Das Augsburger Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 13.500 Mitarbeiter, davon etwa 3.550 am Stammsitz in Augsburg. Die Übernahme durch die Chinesen hatte gerade bei den Augsburger Beschäftigten die Sorge um Arbeitsplätze wachsen lassen. Die Gewerkschaft IG Metall sah nach der Übernahme gute Perspektiven für das Unternehmen.


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