95

Nach Krisensitzung Augsburger AfD beharrt auf Petry-Auftritt im Rathaus

Die Augsburger AfD will die Bundesvorsitzende Frauke Petry weiterhin zum Neujahrsempfang im Rathaus einladen. Das hat eine Krisensitzung am Abend ergeben. Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) hatte verlangt, dass Petry ausgeladen wird.

Von: Barbara Leinfelder und Thomas Pösl

Stand: 02.02.2016

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry | Bild: dpa-bildfunk/Bernd von Jutrczenka

Die Augsburger AfD hat sich nach mehrstündigen Beratungen mehrheitlich entschieden: Am 12. Februar darf ihre Bundesvorsitzende ins Rathaus zum Neujahrsempfang.

Es sei nicht hinnehmbar, als demokratisch legitimierte Partei aus einer Räumlichkeit ausgegrenzt zu werden, die allen anderen Demokraten als selbstverständlich zur Verfügung stehe, sagte AfD-Stadtrat Thorsten Kunze.

Ob es tatsächlich zum Empfang für Petry im Rathaus kommen wird, hängt nun von Oberbürgermeister Gribl ab. Er will ein Hausverbot für die Politikerin erwirken. Von Petry seien "verfassungsfeindliche Äußerungen zu erwarten", sagte der Oberbürgermeister.

Gribl: "Wir sind eine Friedensstadt"

Petry hatte sich in einem Zeitungsinterview dafür ausgesprochen, dass die deutschen Grenzen "notfalls auch mit Gewalt" gegen Flüchtlinge geschützt werden sollten. Gribl hatte daraufhin die Augsburger AfD aufgefordert, den Neujahrsempfang mit Petry im Rathaus abzusagen.

"Wir sind Friedensstadt. Im Augsburger Rathaus werden große Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich in weltweitem Engagement verdient gemacht haben um Friedensbemühungen, um Kulturen und unterschiedliche Konfessionen. Es wäre ein Affront, wenn solche Parolen im Augsburger Rathaus gedroschen werden."

Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) am 1. Februar im Bayerischen Rundfunk

"So eine blöde Bombe"

Die AfD-Stadträte Thorsten Kunze (l.) und Markus Bayerbach

Stadtrat Kunze hatte vor der Krisensitzung erklärt, er und sein zweiter Fraktionskollege seien von der "angeblichen Äußerung" Petrys "total überrascht worden" - und auch davon, dass die Bürgervereinigung "Wir sind Augsburg" (WSA) die kommunale Ausschussgemeinschaft mit der AfD aufgekündigt hat.

Damit können die AfD-Stadträte nicht mehr an den Ausschüssen des Stadtrats teilnehmen. Er sei verärgert, dass "so eine blöde Bombe" die bisherige gute Arbeit der in Augsburg zerstöre, so Kunze. Er sei "ziemlich entsetzt" gewesen.


95