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Bezirk finanziert mit Krebsberatung Kempten kann weitermachen

Die Zukunft der Krebsberatung in Kempten ist gesichert. Das hat Alexander Hold, Bezirksrat und Kandidat der Freien Wählen für das Bundespräsidentenamt, mitgeteilt.

Von: Christoph Scheule

Stand: 17.11.2016

Psychosoziale Krebsberatungsstelle in Kempten | Bild: BR/Christoph Scheule

Um die Finanzierung hatte es seit Mai große Aufregung gegeben, weil die Beratung nach dem Ende der Anschubfinanzierung durch die Deutsche Krebshilfe vor dem Aus stand. Nun hat der Sozial- und Psychiatrieausschuss des schwäbischen Bezirkstags die Förderung einer Teilzeitstelle Psychologie für die Krebsberatungsstelle in Kempten beschlossen.

Bezirk und Freistaat übernehmen Finanzierung bis 2018

Nachdem er zuvor schon eine sozialpädagogische Fachkraft bewilligt hatte, ist damit der Fortbestand der Krebsberatung in Kempten laut Hold gesichert. "Die Krebsberatung ist ein wichtiges Angebot, bei dem im Jahr 1.400 Menschen Hilfe suchen“, so der Politiker. Die Finanzierung teilen sich der Bezirk Schwaben und der Freistaat Bayern der Mitteilung zufolge bis Ende 2018. Danach müssen voraussichtlich die Krankenkassen die Kosten übernehmen.

Viele Betroffene suchen im Allgäu Hilfe

Mehr als 500 Menschen waren nach ihrer Krebsdiagnose zum ersten Mal bei einer Beratung und bekamen in Kempten ein umfassendes Angebot.

"Es sind wirklich sehr kompetente Leute, Psychoonkologen, die wirklich was von ihrem Fach verstehen. Sie helfen nicht nur dir in allen Belangen, sie helfen auch den Angehörigen. Auch mein Sohn, dem es in der Zeit nicht gut ging, war immer mit dabei und hat eine supertolle Ansprache gekriegt. Sie zeigen unheimlich viele Alternativen auf, fangen die Probleme auf, sagen und zeigen dir, wo du dich hinwenden sollst."

Marion, Krebspatientin, die die Beratungsstelle in Kempten nutzt  

Schlechte Erfahrungen ohne Beratung im Allgäu

Dr. Michael Pindl, Leiter der Kemptener Krebsberatungsstelle

Aufgrund des wichtigen Angebots hat die Krebsberatungsstelle sogar Außensprechstunden eingerichtet, in Kaufbeuren, Lindau, Lindenberg, Memmingen und Mindelheim. Denn die schlechten Erfahrungen als es nur eine Beratungsstelle in Augsburg gab, will Dr. Michael Pindl, der Leiter der Beratungsstelle, nicht wiederholen.

"Natürlich fährt jemand von Oberstdorf nicht nach Augsburg zur Beratung. Und es ist selbst im Allgäu manchmal schwierig 50, 60, 70 Kilometer zu fahren. Von daher ist dieser Standort total wichtig."

Dr. Michael Pindl, Leiter der Kemptener Krebsberatungsstelle

Einzigartig im Allgäu

Markus Besseler, Geschäftsführer der Bayerischen Krebsgesellschaft

Die Psychosoziale Krebsberatungsstelle in Kempten wurde 2010 eröffnet. Dafür gab es eine Anschubfinanzierung der Deutschen Krebshilfe, die zweimal verlängert worden ist. Allerdings war von Anfang an klar, dass dieses Finanzierungsmodell nur befristet ist.


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