24

Gefahr durch Haustiere Geschätzt 365 Singvögel pro Jahr und Katze

Immer weniger Naturräume und immer weniger Insekten – Vögeln wird das Leben auch in Schwaben nicht leicht gemacht. Auch durch streunende Katzen und freilaufende Hunde sind sie gefährdet. Doch viele Haustierbesitzer wollen davon nichts wissen.

Stand: 18.04.2017

Auch Blindschleichen, Frösche, Kröten und junge Hasen passen ins Beuteschema von verwilderten Katzen. Doch gerade jetzt in der Brutzeit richten sie die verheerendsten Schäden unter Vögeln an. Laut Lothar Zettler, der sein Jagdrevier an der Günz hat, haben es die meisten Katzen auf Vögel, die sich nah am Boden bewegen, abgesehen. Allerdings machen sie auch vor Amseln, Rotkehlchen oder Blaumeisen nicht Halt.

"Wenn man sich das vorstellt: Man geht heute davon aus, dass in Mitteleuropa über hundert Millionen Singvögel pro Jahr von den braven, zahmen Stubentigern gefressen werden."

Jäger Lothar Zettler

Kritische Wochen für den Vogelnachwuchs

Die Zahlen sind zwar reine Schätzung, doch angesichts von rund acht Millionen Katzen in Deutschland sieht auch Ottmar Frimmel, Naturschutzbeauftragter im Landratsamt Günzburg, ein ernstes Problem.

"Es gibt Zahlen, da geht man davon aus, dass in einem Jahr eine Katze, die wirklich verwildert ist und sich draußen ernährt, 365 Vögel frisst. Die nimmt Nester aus, dann sind es mal am Tag fünf, sechs Junge auf einmal. In der Zeit, wenn die Vögel so halb-flügge aus den Nestern kommen, haben die Katzen eine Riesenchance."

Ottmar Frimmel, Naturschutzbeauftragter im Landratsamt Günzburg

Gerade jetzt beginnen die Wochen, die für den jährlichen Vogelnachwuchs entscheidend sind. Auch freilaufende Hunde richten dann teilweise enorme Schäden an, wenn sie brütende Vogeleltern aufscheuchen und womöglich vom Nest vertreiben.

Wenig Verständnis bei Hundehaltern

Im Bremental bei Jettingen im Landkreis Günzburg hatte Ottmar Frimmel daher Schilder aufgestellt, auf denen er Hundehalter höflich darum bat, ihre Hunde an der Leine zu lassen. Auf Verständnis konnte er dabei bei Hundebesitzern nicht hoffen – stattdessen waren die Schilder schon nach wenigen Tagen besprüht und verschmiert. Ottmar Frimmel ist sauer.

"Wie im Supermarkt wird jedes Haustier angeschafft und binnen kürzester Zeit verliert man das Interesse und dann wird es ausgesetzt."

Ottmar Frimmel, Naturschutzbeauftragter im Landratsamt Günzburg

Haustierbesitzer müssen informiert werden

Wer Tierfreund ist, sollte besonders jetzt an alle Tiere denken und beispielsweise Katzen im Nahbereich des Hauses halten, fordert Ottmar Frimmel. Jäger Lothar Zettler hat die Erfahrung gemacht, dass sich viele Katzen- oder Hundehalter schlicht gar keine Gedanken machen.

"Die wissen gar nicht um die Problematik, was sie machen, wenn sie einen Hund springen lassen. Die muss man informieren und vielleicht mehrfach aufklären. Dann sagen die 'Gottes Willen, das hab ich ja gar nicht so gewusst, sie haben ja eigentlich recht'. Aber wir haben auch einen Prozentsatz, der sagt 'Ich kann meinen Hund laufen lassen, wann ich will und wo ich will'."

Jäger Lothar Zettler


24

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

websaurier, Mittwoch, 19.April, 15:03 Uhr

20. Teilweise Quatsch....


In den unzähligen Stunden, die ich im Lauf der Jahre außerhalb des Dorfes (Wald und Flur...) unterwegs war, ist mir noch nie ein streunender Hund begegnet !
Insofern ist das hier "Erzählte" wohl eher Theorie...
Die einzigen angetroffenen nicht angeleinten Hunde waren regelmäßig die von Jäger und Förster !!

Katzen gab/gibt es in der Tat einige, die "draußen" (also außerhalb der Besiedlung) unterwegs sind.
Hier besteht ein wirkliches Problem !!

Aber sicher nicht bei Hunden

Anna, Mittwoch, 19.April, 08:51 Uhr

19. Vögel

Das Eichhörnchen und Krähen sich auch über die Nester der Vögel her machen, ich vielen nicht bekannt. In Italien wird immer noch (illegal) Jagt auf Singvögel gemacht. Nicht nur Haustiere töten Vögel.

onkel, Dienstag, 18.April, 19:43 Uhr

18. katzen

Leider liegt es nun mal in der Natur der Katzen das sie Mäuse, Vögel und Kleintiere fangen. Gibt's auch eine Statistik wieviele Tiere Jäger töten? Oder allgemein wieviele Tiere der Mensch tötet, oder sogar ausrottet. Gibt es eine Tierart die vor dem Menschen sicher ist? Dazu fällt mir ein Spruch von Goethe ein: gefährlich ist's den Loi zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, doch der Schrecken aller Schrecken ist der Mensch in seinem Wahn!

Graske Thomas, Dienstag, 18.April, 19:42 Uhr

17. Bestätigung der Kritik

Auf meinem Grundstück 750 qm sehe ich ca. 6 verschiedene Katzen von meinen Nachbargrundstücken!

...natürlich werden einige Katzen auch Stromer sein.

Da ich Pendler bin, bin ich immer nur am Wochenende zu Hause.(BRANDENBURG / Lausittz)

Was kann ich dagegen unternehmen!
Was ist rechtlich zulässig?

Chris, Dienstag, 18.April, 18:20 Uhr

16. Beobachtungen

Weil wir gerade über Haustiere reden - bin ich alleine mit der Beobachtung das sich Größe und Aggressivität von Hunden meistens indirekt proportional zu Wohnungsgröße und Intelligenz von Herrchen/Frauchen verhält?